Weniger Anreize für Anbau

„Vermaisung“ geht zurück

Landkreis - Von Katharina Schmidt. Auf dem platten Diepholzer Land kann man kilometerweit gucken – zumindest, solange keine Maishalme aus den Feldern ragen. Im Spätsommer und im Herbst dominiert die Nutzpflanze vielerorts das Landschaftsbild.

Bewohner beschweren sich dann über versperrte Sicht, Umweltschützer über Monokulturen. Immer wieder werden Klagen über eine „Vermaisung“ laut. Aber wächst die Maisanbaufläche im Landkreis Diepholz wirklich stetig an?

Nein. Diese Antwort geht zumindest aus dem Jahresbericht zur Landwirtschaft in der hiesigen Region hervor, den die Landwirtschaftskammer Niedersachsen veröffentlicht hat. Bis zum Jahr 2012 sei die für Mais genutzte Anbaufläche in den Landkreisen Diepholz und Nienburg zwar in die Höhe geschossen, mittlerweile sei das Süßgras aus den Anden – den Anbauzahlen ab 2016 nach zu urteilen – wieder auf dem Rückzug.

Entwicklung liegt an Novelle des EEG

Die Entwicklung hängt mit der Förderung von Biogas zusammen. Die Autoren der Landwirtschaftskammer schreiben: „Hauptmotor für die Ausdehnung der Maisanbaufläche in den Jahren 2009 bis 2012 ist vordergründig das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EGG). Ab 2004 wurde erstmals eine Anreizvergütung für die Gärsubstrate aus nachwachsenden Rohstoffen (Nawaro-Bonus) eingeführt.“

Zunächst sei der Zubau an Biogasanlagen in einer Agrarpreis-Hochphase noch relativ verhalten gewesen. Das änderte der Rückgang der Preise für landwirtschaftliche Produkte und eine Novelle des EEG im Jahr 2009. Fortan war der Bonus höher, und Landwirte durften den Mais auch mit anderen Stoffen wie Gülle oder Mist in den Biogasanlagen vermischen. Die Änderungen führten laut dem Jahresbericht zu einem „ungeahnten Wachstum“.

Moderater Rückgang der Maisanbaufläche

Weitere Neuerungen des EEG in den Jahren 2012 und 2014 bremsten das rasante Wachstum aus. Boni und Vergütungen verschwanden.

Die Landwirtschaftskammer wagt einen Blick in die Zukunft: „Es ist davon auszugehen, dass eine Entwicklung wie in den Jahren 2009 bis 2012 aus baurechtlichen und ökologischen Gründen politisch nicht wieder forciert wird. Mit dem Erreichen der geplanten Nutzungsdauer der ,früheren‘ Biogasanlagen ist vermutlich von einem moderaten Rückgang der Maisanbaufläche in der Region auszugehen.“ Ein Schwund auf das Niveau, bevor die Biogasanlagen boomten, sei jedoch nicht zu erwarten. Mais sei nicht zuletzt als Zwischenfrucht interessant.

Rubriklistenbild: © Archivbild: picture alliance / dpa

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