Gegenpol zu Hass und Intoleranz

Verein Pro Asyl lädt zum gemeinsamen Fastenbrechen ein

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Haben im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass niemand beim Fastenbrechen hungrig vom Tisch gehen muss: Nuray Tasdelen (von links), Selma Karabulut, Safiye Kapdi und Nerman Erkile.

Landkreis Diepholz - Von Julia Kreykenbohm. Für die Muslime ist der Ramadan ein heiliger Monat. Eine Zeit, in der sie sich mit den Schwachen der Gesellschaft solidarisieren und das, was sie haben, mit ihnen teilen.

„Auf diese Weise versucht man, Allah näher zu kommen“, erläutert Rahmi Tuncer, Integrations- und Migrationsberater des Landkreises Diepholz. „Auch in anderen Weltreligionen wird so etwas praktiziert.“ Im Grunde dürfe ein gläubiger Muslim in diesem Monat nicht einmal ein Schimpfwort benutzen, denn es gehe darum, das Beste im Menschen hervorzubringen und sich von seiner mitmenschlichsten Seite zu zeigen.

Fastenbrechen in Diepholz, Barnstorf, Syke und Weyhe

Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das Fasten. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang soll auf Nahrung und Wasser verzichtet werden. Doch sobald die Sonne verschwunden ist, kommt man zusammen, um gemeinsam zu essen. Zum sogenannten Fastenbrechen lädt der Verein Pro Asyl schon seit vielen Jahren ein und auch dieses Jahr sind wieder alle Interessierten herzlich willkommen.

„Wir bieten in Diepholz, Barnstorf, Syke und Weyhe gemeinsame Essen an“, sagt Tuncer (Termine siehe unten). Ziel sei es, zusammenzukommen, miteinander zu reden, Vorurteile abzubauen, eine gemütliche Zeit zu verbringen und natürlich auch Fragen zu beantworten, die die Menschen gerade umtreiben. „Wir möchten diese Treffen nutzen, um über den Islam aufzuklären. Auch Muslime.“ Denn selbst im Landkreis Diepholz gebe es einige sehr Konservative, die mehr auf das hörten, was der Imam predige, als selber nachzuschlagen, was der Koran zu bestimmten Themen sage und sich damit auseinanderzusetzen.

„Terroristen verkehren die Botschaft Allahs in sein Gegenteil“

Für Tuncer sind diese Zusammenkünfte eine Art Gegenpol zu dem, was radikale Islamisten in dem Monat womöglich tun werden. „Während der Koran sagt, dass man in dieser Zeit besonders mildtätig und friedlich sein soll, um Allah nahe zu sein, verkehren sie das Ganze in sein Gegenteil und verüben erst recht grausame Anschläge – angeblich im Namen Allahs.“ Um fundiert diskutieren zu können, bringen die Mitglieder von Pro Asyl Korane in verschiedenen Sprachen mit. „Auch das gehört zum Ramadan, dass man sich jeden Abend mit dem Koran beschäftigt.“

Jeder ist zum Fastenbrechen eingeladen, egal woher er kommt oder welcher Konfession er angehört. Über eine Anmeldung würden Tuncer und seine Mitstreiter sich freuen, um besser planen zu können. Aber: „Wer sich spontan entscheidet vorbeizukommen, ist ebenfalls willkommen.“ Nach dem Essen wird noch ein gemeinsames Gebet gesprochen.

Informationen für Lehrer von fastenden Schülern

Auch für Lehrer könnten diese Treffen interessant sein. „Wenn Schüler während des Ramadan fasten, kann es passieren, dass sie unkonzentriert sind. Bei unserer Veranstaltung können sich Lehrkräfte darüber informieren, welchen Hintergrund das hat und wie sie damit umgehen können.“

Interessierte schreiben eine E-Mail an rahmi-tuncer@welthausbarnstorf.de um sich für die Veranstaltung anzumelden.

Die Termine:

Weyhe - Sonntag, 28. Mai, ab 20 Uhr in Weyhe, Bahnhofstraße 33 (Sozialstation).

Barnstorf - Montag, 29. Mai, ab 20 Uhr im Welthaus, Bahnhofstraße 16.

Diepholz -  Dienstag, 30. Mai, ab 20 Uhr, Büro Pro Asyl, Moorstraße 54.

Syke - Mittwoch, 31. Mai, ab 20 Uhr, Bremer Weg 2 (Haus der Hilfe).

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