70 Bürger bei Auftaktveranstaltung

Verbesserungsvorschläge für die Diepholzer Innenstadt

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Um die Sanierung  der Diepholzer Innenstadt ging es gestern Abend im Rathaus. Bürger konnten am Schluss mit Klebepunkten an Stellwänden bewerten, was ihnen am wichtigsten ist.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. „Was die Diepholzer Innenstadt bietet, ist viel besser als Sie wahrnehmen.“ Frank Schlegelmilch vom Planungsbüro Baumgart und Partner (Bremen) hat als Außenstehender einen anderen Blick als viele Bürger. Doch neben dem insgesamt positiven Bild fanden er und seine Kollegen im Zentrum von Diepholz einiges, was zu verbessern wäre.

Und darum ging es am Dienstagabend im Rathaus. Das „integrative städtebauliche Konzept“ für Diepholz war Thema einer öffentlichen Veranstaltung. Die Bürger sollten dabei mitreden. Etwa 70 hatten Interesse an der Diskussion. Die meisten der Erschienenen waren Ratsmitglieder und andere Bürger, die durch ehrenamtliches Engagement bekannt sind.

Das Sanierungskonzept muss professionell erarbeitet werden, damit die Stadt Diepholz Zuschüsse aus dem Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ bekommen kann. Damit fördern Bund und Land bestimmte Verbesserungsmaßnahmen zu zwei Dritteln. Ein Kosten-Drittel trägt die Stadt.

Auf einige Verbesserungen konzentrieren

Die Planer hatten sich im Vorfeld der Auftaktveranstaltung einen großen Innenstadtbereich angesehen, der von McDonalds/Lidl im Westen bis zum geplanten Famila-Markt östlich des Bahnhofs reicht. Dieser „zentrale Versorgungsbereich“ müsse laut Frank Schlegelmilch als Gebiet für das Städtebauförderungprogramm deutlich kleiner werden. Also muss sich Diepholz auf einige Verbesserungen konzentrieren, die dann in zehn bis 15 Jahren umgesetzt werden müssen.

Das Planungsbüro hatte das große Innenstadtgebiet in neun „Handlungsräume“ aufgeteilt. Für jeden hatte Frank Schlegelmilch gestern Abend Vorschläge und Bewertungen. So kritisierte er, dass die Wellestraße nicht als Teil der Innenstadt wahrgenommen werde. Der südliche Bereich der Langen Straße mit dem Kaufhaus Ceka sei durch den Pflanzbogen am Eingang der Fußgängerzone abgetrennt. 

Von der Qualität des Angebotes im Kaufhaus sei er sehr überrascht gewesen, sagte Schlegelmilch – und kritisierte das äußere Erscheinungsbild des Gebäudekomplexes: „Ich wäre da nie reingegangen.“

Kritikpunkt: Hinterstraße

Besonders kritisch sah der Planer die Hinterstraße, die nach seinem humorigen Vorschlag auch „Hinternstraße“ heißen könne: Es gebe dort viele unattraktive Rückansichten von Gebäuden. Einer seiner größten Kritikpunkte war das frühere Metzgereigebäude an der Ecke Hinterstraße/Bahnhofstraße.

Am Schluss der gut zweistündigen Veranstaltung konnten die Teilnehmer mit Klebepunkten an Stellwänden bewerten, was ihrer Meinung am dringendsten zu verändern sei. Demnach gibt es den größten Handlungsbedarf in den Bereichen Lappenberg/Lange Straße-Nord und Wellestraße/Hinterstraße. 

Die Fußgängerzone bekam kaum „bunte Punkte“. Auch der Profi-Planer hielt sie für gut; „Die kurze Fußgängerzone ist eine Qualität mit gutem Ladenbesatz. Sie ist aber mit Bänken, Kübeln und anderem zu voll gestellt.“

In den nächsten Monaten beschäftigen sich die Politiker in öffentlichen Ausschuss-Sitzungen mit dem Innenstadt-Sanierungskonzept.

Auch die Bürger werden wieder gehört. In einer „Bürgerwerkstatt“ am 1. Februar können sie konkrete Vorschläge mit erarbeiten.

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