Veranstaltungsreihe für Angehörige von Demenzerkrankten

Neues Forum für pflegende Angehörige

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Das Vorbereitungsteam für das Forum pflegender Angehöriger traf sich jetzt im Diepholzer Rathaus (von links nach rechts): Rosl Kurella, Birgit Dase, Ursula Dell und Praktikantin Irene Gastel-Nettey.

Diepholz - „Ich tu’ mal was für mich – ich kann von der Gemeinschaft profitieren“ – so sagen und empfinden es Mitglieder einer Selbsthilfegruppe.

Wurde gerade die Ausstellung von Selbsthilfegruppen mit verschiedenen Anliegen im Diepholzer Rathaus abgebaut, fand sie eine Fortsetzung in der Idee zur Gründung einer neuen Selbsthilfegruppe. Ein bemerkenswertes Beispiel von Kooperationen verschiedener Frauen, die tätig werden und jetzt zum Aufbau einer solchen Gruppe von Angehörigen an Demenz erkrankter Personen einladen.

Rosl Kurella, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Diepholz, gab den Anstoß und bezog als Fachfrauen die Koordinatorin und Pflegefachberaterin Birgit Dase aus dem Diepholzer Seniorenservicebüro und die Leiterin von KIBIS (Kontakt, Information, Beratung im Selbsthilfebereich) aus Barnstorf mit ein. Unterstützt werden sie auch von Christina Runge und Ines Heidemann (Hospizverein). Allen ist bekannt, wie sehr pflegende Angehörige Demenzkranker oft bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit stoßen. Oft fällt es den Pflegenden schwer, offen über ihre Situation und ihre Bedürfnisse zu sprechen. Aber das Miteinander Betroffener, das Verständnis füreinander und die Möglichkeit kompetenter Begleitung, schafft Erleichterung. Mal etwas für sich selbst zu tun, ist nur legitim.

Hierfür den Weg zu öffnen, soll vor dem Start einer dann selbstständigen Selbsthilfegruppe durch ein Forum geschaffen werden. Zu vorbereitenden Gesprächen trafen sie sich im Diepholzer Rathaus und stellten ihr Projekt vor. Ursula Dell wurde hierbei von Irene Gastel-Nettey, einer Schülerin der Barnstorfer Oberschule begleitet, die gerade ein Praktikum absolviert und Sozialarbeit für Bürger „live“ erlebte.

Das Forum bietet Grundlagen zum Aufbau innerer Reserven und zeigt Chancen auf, in später folgenden regelmäßigen Gruppentreffen neue Kraft zu tanken, die dann auch den Kranken zugute kommt.

Vorgesehen sind fünf Module, die jeweils mittwochs in den Räumen des Hospizvereins „Dasein“ an der Langen Straße 36 von 17 bis 19 Uhr stattfinden. Den Auftakt gestaltet Juristin Sabine Düver am 21. Oktober. Sie ist in der unabhängigen Patientenberatung tätig und spricht über die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht. Und hier auch gerade mit Blick auf die Situation Angehöriger Demenzkranker.

Am Mittwoch, 18.November, stellt Antistresstrainerin Britta Reinhard Strategien zur Stärkung der seelischen Widerstandskraft vor. Der Monat Dezember mit Advents- und Weihnachtszeit bleibt frei. Am 20. Januar geht es mit Elisabeth Diederichs um den Umgang mit Betroffenen, um das Annehmen, das Gestalten und mit Hinweisen auf hilfreichen Umgang mit Gedächtnislücken, Realitätsverlust und Gefühlsausbrüchen. Die Referentin ist Lehrerin für Pflege und Qualitätsbeauftragte in der Altenpflege. Was bestimmt im Mittelpunkt des Tagesgeschehen rund um die Pflege steht, ist die Pflegeversicherung mit entlastenden Angeboten. Hier ist Birgit Dase am 17. Februar die Fachfrau. Schließlich will dann Ursula Dell am 16. März mit den Teilnehmenden darüber sprechen, was ein regelmäßiger Austausch in einer Selbsthilfegruppe für jeden einzelnen bietet.

Das könnte dann der Startschuss für die eigenständige Gruppe sein. Die jeweiligen Veranstaltungen aus dem Forum kosten fünf Euro. Birgit Dase bietet bei Bedarf Betreuung an, um Angehörigen die Teilnahme zu ermöglichen. Schön wäre eine regelmäßige Teilnahme mit der Möglichkeit und der Aussicht auch in Folge immer wieder Ansprechpartner bei besonderen Problemen zur Seite zu haben.

An- und Nachfragen nehmen Rosl Kurella (Tel. 05441/909220), Birgit Dase (05441/5552) und Ursula Dell (05442/803670). Flyer über das Vorhaben liegen im Rathaus aus. Die Teilnahme beschränkt sich nicht nur auf Diepholzer Bürger.

hb

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