Männer nutzen vermehrt Elterngeld

Elternzeit: Väter im Landkreis bleiben nur kurz zu Haus

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Landkreis - Von Katharina Schmidt. Väter im Landkreis Diepholz nehmen sich öfter eine berufliche Auszeit, um für ihren Nachwuchs da zu sein. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Anteil der Männer, die Elterngeld bekommen, mehr als verdoppelt. Drei viertel der männlichen Antragsteller bleiben allerdings nur zwei Monate zu Hause, während sich ihre Partnerinnen ein ganzes Jahr auf die Kindeserziehung konzentrieren.

Insgesamt stellen im Landkreis immer mehr Mütter und Väter Anträge auf Elterngeld. Im Jahr 2017 gingen knapp 2 500 Formulare beim Landkreis und den Elterngeldstellen in Stuhr und Weyhe (die beiden Gemeinden nehmen die Bearbeitung eigenverantwortlich wahr) ein. Im Vergleich zum Jahr 2007 bedeutet dies einen Anstieg um etwa 60 Prozent.

Die Entwicklung spiegelt sich auch finanziell wider. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 14,5 Millionen Euro Elterngeldleistungen an Familien im Landkreis gezahlt. Vor zehn Jahren waren es um die drei Millionen. Das Geld stellt der Bund zur Verfügung. Für die Bearbeitung eines Antrags brauchen die fünf Mitarbeiterinnen der Elterngeldstelle in Diepholz im Schnitt drei Wochen. Am häufigsten geben sie grünes Licht für zwölf Monatsbeträge.

Das vor zweieinhalb Jahren bundesweit eingeführte Elterngeld Plus gewinnt im Landkreis an Beliebtheit. Der Anteil der Paare, die dieses Angebot in Anspruch nehmen, liegt mittlerweile bei rund 25 Prozent.

„Väter sind bei der Inanspruchnahme dieser relativ neuen ,Plus-Leistung‘ mit einem Anteil von zehn Prozent noch etwas unterrepräsentiert“, heißt es seitens der Kreisverwaltung. Steigerungen seien wünschenswert und möglich – beim Basiselterngeld habe es immerhin auch eine Zeit gebraucht, bis die Väter vermehrt auf den Zug aufgesprungen seien.

Nur 25 Mal haben 2017 Paare den Partnerschaftsbonus beansprucht. Dabei können Eltern vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus beantragen, wenn beide in vier aufeinanderfolgenden Monaten in Teilzeit arbeiten.

Die Optionen

Das Elterngeld fängt laut dem Bundesfamilienministerium fehlendes Einkommen auf, wenn Eltern nach der Geburt ihres Kindes ihre Arbeit unterbrechen oder einschränken. Beim Basiselterngeld stehen ihnen bis zu 14 Monate zu. Sie können die Monate frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann mindestens zwei und höchstens zwölf Monate in Anspruch nehmen. Mit dem Elterngeld Plus bekommen Mütter und Väter doppelt so lange Geld, aber dafür nur in maximal halber Höhe. Eltern, die in Teilzeit arbeiten, können profitieren, da das Einkommen in dem Fall – anders als beim Basiselterngeld – nicht komplett auf das Elterngeld angerechnet wird.


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