Neue Bestattungsformen auf dem Diepholzer Friedhof

Urnengräber unter einem Baum am meisten nachgefragt

Ein Bereich für Urnenbestattungen auf dem Diepholzer Friedhof. Im Hintergrund drei Säulen mit zehn Kammern. - Foto: Reckmann

Diepholz - Von Sven Reckmann. Ein Meer von Narzissen, leuchtend gelb, umgibt eine jüngst angepflanzte Zierbirne: Ein Streifen mit Edelsplitt umrandet dieses Ensemble auf dem Diepholzer Friedhof. Nach und nach werden hier Urnenreihen und Urnen-Partnergräber angelegt und mit einem kleinen Grabstein versehen.

Es gibt sie noch, die großen Familiengrabstätten, aber der schleichende Wandel in der Bestattungskultur wird auch auf den heimischen Friedhöfen sichtbar: Noch bis vor wenigen Jahren war es selbstverständlich, Verstorbene nach dem Abschiednehmen in einem Sarg zu bestatten. Um die Pflege der Familiengräber kümmerten sich die Angehörigen.

Doch die Urnenbestattung nimmt immer größen Raum ein. In Zeiten, in denen Familien kleiner werden und die nächsten Angehörigen mitunter weit entfernt wohnen, suchen die Familien nach Alternativen – auch mit Blick auf die Grabpflege.

Etwa 60 Prozent der Bestattungen auf den kommunalen Diepholzer Friedhöfen sind mittlerweile Urnenbestattungen, berichtet Andreas Hehmann, der im Rathaus unter anderem für den Friedhofsbereich zuständig ist: „Das ist ein Trend, der vor einigen Jahren zunächst nur in Großstädten zu beobachten war.“

Das alles machte es auch in Diepholz notwendig, über neue Bestattungsformen nachzudenken. Diese wurden Ende 2014 vom Stadtrat im Rahmen der neuen Friedhofssatzung verabschiedet.

Seit etwa einem halben Jahr werden die neuen Bestattungsformen praktiziert und vor allem die Urnengräber – und hier speziell die Urnengräber unter einem Baum – werden nachgefragt. Von letztgenannten sind bereits sechs Urnengräber verkauft worden.

„Diese ist von den neuen Bestattungsformen diejenige, die bislang am häufigsten nachgefragt wurde“, berichtet Hehmann.

Zusammen mit dem Rondell stellen sicherlich die Stelenkammern im nördlichen Bereich die auffälligste Neuerung auf dem Diepholzer Friedhof dar. Die drei steinernen Säulen bieten insgesamt zehn Kammern, in denen jeweils zwei Urnen Platz finden können. Die Umgebung der Stelen ist ansprechend gestaltet, eine Bank steht für Besucher bereit, die Ruhe suchen.

Angeboten werden auch Urnengräber in bepflanzter Anlage. Bei allen neuen Urnen-Bestattungsformen gilt: Die gesamte Anlage wird durch den Friedhofsträger angelegt und gepflegt.

Eine weitere neue Bestattungsform ist halbanonym: Die Urnen werden in einem Rasenfeld beigesetzt, die mit einer Gemeinschaftsstele versehen ist. An ihr werden Bronzeschilder angebracht, auf denen die Namen der Verstorbenen zu lesen sind.

Parallel dazu hat die Stadt die benachbarte Fläche, auf nach wie vor die anonymen Bestattungen stattfinden, mit einem niedrigen Zaum eingefasst, um zu vermeiden, dass dort Menschen, möglicherweise unwissend, auf die Flächen treten. „Man erkennt jetzt, dass da Bestattungsfläche ist“, erklärt Hehmann.

Auch für Sargbestattungen gibt es neuen Formen, hier gibt es allerdings noch keine Verkäufe.

So werden Erdbestattungen sowohl in Einzel-, als auch in Partnergräbern in bepflanzter Anlage mit Stele angeboten.Ein Bereich für Urnenbestattungen auf dem Diepholzer Friedhof. Im Hintergrund die drei Säulen mit zehn Kammern.

Für die Sargbestattung stehen künftig auch Rasenreihen und Rasenpartnergräber zur Auswahl, bei denen sowohl der Pflanzstreifen (einen Meter breit) als auch die Rasenfläche durch den Friedhofsträger gepflegt wird. Die Unterhaltungsgebühr wird mit dem Kauf abgelöst.

Das trifft auch für die Partnergrabstätte mit Stele zu, bei der eines der Doppelgräber mit einer Schmuckanpflanzung versehen ist, das andere mit einer Rasenfläche. Eine Granitstele in der Mitte ist mit den Namen der Verstorbenen versehen.

Ansprechpartnerin im Diepholzer Rathaus für alle Fragen im Zusammenhang mit den städtischen Friedhöfen ist Monika Sperling vom Fachdienst „Gestaltung der Umwelt“. Sie ist zu erreichen unter Tel. 05441/909-320.

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