Unverkrampft mit Spaßfaktor

„Spark – Die klassische Band“ begeistert im Diepholzer Theater

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„Spark – Die klassische Band“ trat zum vierten Mal im Diepholzer Theater auf und begeisterte 220 Besucher. 

Diepholz - Von Simone Brauns-Bömermann. Sie wissen, dass sie eine Kammermusikalische Besetzung sind, bringen aber ein ganzes Orchester auf die Bühne. Sie sind jung, sympathisch, unprätentiös und super virtuos. Ihr Motto „Geschwindigkeit bei höchster Präzision und größtem möglichen Spaßfaktor für Publikum und sich selbst“ ist ihr Markenzeichen und zeichnet ihre Jugend aus, die sich aufs Publikum überträgt.

Und dann die Höflichkeit: „Unser größter Dank geht an den Kulturring Diepholz. Kein anderer Veranstalter gab uns bisher die Chance, unsere gesamten Programme zu präsentieren“, so Moderator Koschitzki am Ende des dynamischen, gefühlvollen und außergewöhnlichen Konzertes von „Spark – Die klassische Band“.

„Spark“ war zum vierten Mal Gast im Diepholzer Theater und präsentierte sein neues Programm „On The Dancefloor“ vor rund 220 Besuchern.

„Spark“ sind Spielleute, Tanzleute, pure Leidenschaft für Musik und Ausprobieren. Mit „Spark“ versteht jeder Klassik. „Spark“ wirkt wie eine große Interpretationsebene mit fünf Musikern, die sich abstimmen, zulächeln, die gleichen Bedürfnisse im Ausdruck haben.

Den Tanz durch fünf Jahrhunderte zu wagen und unverkrampft im 21. Jahrhundert als Kammerensemble mit „Hummeln im Hintern“ zu spielen, ist wohl einmalig.

Esprit und Präzision

Alt trifft Neu hören die Fans und Besucher an diesem Konzertabend: „Spark“ malt den Tanz von Barock und Rokoko, Klassik und Romantik bis in die Clubs der 1920er wilden Jahre und lässt sich einen „Chamber Techno Beat“ von Sebastian Bartmann 2016 schreiben. Der wird zur Technoexplosion an fünf Instrumenten. Wie bitte geht Techno mit Blockflöte? „Spark“ kann das. Andrea Ritter und Daniel Koschitzki sind die Meister der Verwandlung an den Flöten. Ihr Flöten-Bataillon steht Gewehr bei Fuß, um von Wolfgang Amadeus Mozarts Saal-Tänzen ins heiße Brasilien der vorletzten Jahrhundertwende zu reisen, damit mit „Tico Tico no Fubá“ eng umschlungen die Hüften kreisen. Und es schert die Musiker so gar nicht, welches Instrument sie spielen: Violinist und Bratschist Stefan Balázsovics spielt die Bratsche einfach als Gitarre, Victor Plumettaz Cello wird zum Bass. Das Cello eignet sich auch gut als Schlagzeug mit seinem Resonanzkörper zum Jazzstandard „Begin the Beguine“ von Cole Porter.

Applaus, Applaus, Applaus

„Spark“ hat nicht den Anspruch, Klassik so zu präsentieren, wie sie als Notenwerk vorliegt: Vielmehr sind den Musikern die Aussagen wichtig, die die Komponisten transportieren möchten. Die klassische Band behält sich ihre persönliche Interpretation vor. Es scheint fast, als nehmen sie die Kompositionen als gute Ingredienzien, um das ganz persönliche Gericht zu kochen. Ein Beispiel: Wenn Victor Plumettaz „The Last Step“ 2017 schreibt, ist er zwar inspiriert von Georg Friedrich Händels Sarabande in d-Moll, schreibt aber für das Kammerensemble „das eigene Ding“ und lässt das Stück lediglich unverändert mit ein paar Takten der Original-Sarabande mit Arseni Sadykov am Klavier ausklingen.

Das ist der Spagat zwischen dem Verstehen von Klassik und Neuzeit. Obwohl einige der Besucher die Band schon mehrfach hörten, bestechen Esprit und Präzision, Unverkrampftheit und Anspannung mit Blick auf das einmalige Hörerlebnis. Natürlich hat die Musik den Ear-Catcher-Habitus von „Wundergeiger“ David Garrett oder ähnlichen Vertretern, aber „Spark“ ist speziell. Die Band versteht sich eher als Transskripteur vergangener Epochen, sie träumen sich hinein, schwelgen in ihnen und wagen den „Time warp“ ins Heute mit den Jahrhunderte alten Musiken.

Das Publikum dankte mit nicht enden wollendem, stehendem Applaus.

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