Gegen Verkauf des Diepholzer Werkes

Unterstützung durch ZF-Gesamtbetriebsrat

Dem Werk Electronic Interfaces (Schaltungssysteme) des Automobilzulieferers ZF in Diepholz droht der Verkauf. Der ZF-Gesamtbetriebsrat ist dagegen.
+
Dem Werk Electronic Interfaces (Schaltungssysteme) des Automobilzulieferers ZF in Diepholz droht der Verkauf. Der ZF-Gesamtbetriebsrat ist dagegen.

Diepholz – Bei ihrem Kampf gegen einen möglichen Verkauf des Schaltungssysteme-Werkes (Electonic Interfaces – EI) in Diepholz haben die 500 Mitarbeiter Unterstützung vom Gesamtbetriebsrat des ZF-Konzerns bekommen. Dieses Gremium besteht aus 48 Vertretern aller ZF-Werke in Deutschland mit insgesamt 53 000 Beschäftigten.

Der Gesamtbetriebsrat des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen AG fordert in seiner Solidaritätserklärung, die unserer Zeitung vorliegt, den Verbleib des Werkes im ZF-Konzern: „Die Folgen eines Verkaufes wären verheerend, nicht nur für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen, sondern auch für ihre Familien und die Region des Standortes.“ Die Erfahrung zeige: „Alle bisherigen Verkäufe der ZF, zum Beispiel von TRW Radolfzell oder Boge Elastmetall, haben nur zu Entgeltreduzierungen und Personalabbau geführt.“

Der Gesamtbetriebsrat fordert indirekt auch die Unterstützung der in Diepholz ansässigen Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung ein. „ZF hat der Familie Ulderup bei der Übernahme deren Betriebe durch ZF (im Jahr 1984, Anmerkung der Redaktion) versprochen, die Beschäftigung dauerhaft in der Region zu sichern. Dr. Jürgen Ulderups Lebenswerk war der Aufbau des Unternehmens Lemförder Metallwarengesellschaft, mit dem er wesentlich zu wirtschaftlichen Entwicklung der Region rund um den Dümmer beitrug.“ Und das werde nach dem Verkauf von ZF Boge nun erneut in Frage gestellt.

„Die Ulderup-Stiftung hat ihren gemeinnützigen Schwerpunkt in der Finanzierung von ,Erwachsenenqualifizierung und Bildung’. Aber qualifizierte Fachkräfte brauchen Arbeitsplätze. Sonst macht dieses gute Unterfangen keinen Sinn“, schreibt der Gesamtbetriebsrat in seiner Solidaritätserklärung, die an alle ZF Werke in Deutschland ging.

Im serbischen Pancevo angelernt

Der Gesamtbetriebsrat fordert von der Konzernspitze unter anderem die Rücknahme der Verkaufsabsichten und die Stärkung der Unternehmensbindung der Kolleginnen und Kollegen in Diepholz, die Einhaltung der Betriebsvereinbarung „Beschäftigungssicherung“ von 2016 sowie die Einhaltung des Tarifvertrages „Transformation“ von 2020.

In seiner Solidaritätserklärung schreibt der Gesamtbetriebsrat auch: „In den vergangenen Jahren wurden dem Standort in Diepholz EI viele innovative Produkte genommen und an andere Standorte verlagert, unter anderem wurden Beschäftigte im serbischen Pancevo von Diepholzern angelernt. Die verbliebenen Produkte und damit der gesamte Standort haben jetzt angeblich keine Zukunft mehr bei ZF.“ Es sei offensichtlich: „Entweder ist der Abschied von Diepholz EI bereits von langer Hand geplant oder es liegt ein klares Managementversagen vor.“

Der Gesamtbetriebsrat der ZF Friedrichshafen AG stehe den Beschäftigten am Standort Diepholz im Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und dem Verbleib in der ZF und der „Ulderup“-Familie geschlossen zur Seite, heißt es abschießend.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Landesregierung bremst Neustart der Ströher Diskothek Life aus

Landesregierung bremst Neustart der Ströher Diskothek Life aus

Landesregierung bremst Neustart der Ströher Diskothek Life aus
Neues Konzept für das Twistringer Schützenfest

Neues Konzept für das Twistringer Schützenfest

Neues Konzept für das Twistringer Schützenfest
Weg übers Gleis: Perspektive bleibt bestehen

Weg übers Gleis: Perspektive bleibt bestehen

Weg übers Gleis: Perspektive bleibt bestehen
Oliver Kunstmann will Syker Bürgermeister werden

Oliver Kunstmann will Syker Bürgermeister werden

Oliver Kunstmann will Syker Bürgermeister werden

Kommentare