Unterirdische Verpuffung

Diepholzer Kreisfeuerwehrbereitschaft 3 probt den Ernstfall in Brake

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Anspruchsvoller Übungs-Einsatz: Die vier Züge der Diepholzer Kreisfeuerwehrbereitschaft 3 nahmen an der zwei Jahre stattfindenden Bereitschaftsübung in Brake teil. 

Diepholz/Brake - Herbstzeit heißt für die Feuerwehr auch Zeit für Übungen. Die vier Züge der Kreisfeuerwehrbereitschaft 3 (KFB 3) unter Leitung von Bereitschaftsführer Rolf Gatzemeier (Diepholz) und dessen Stellvertreter Holger Jahn (Rehden) starteten zu ihrer alle zwei Jahre stattfindenden Bereitschaftsübung vom Marktplatz in Diepholz aus nach Brake an der Unterweser.

Die Teilnehmer dieser Zweitages-Übung bezogen zunächst ihr Quartier in der dortigen Feuerwehrtechnischen Zentrale. Nach einer kurzen Begrüßung durch den gastgebenden Bereitschaftsführer und Hauptverantwortlichen der ausgearbeiteten Übung, Hartmut Schierenstedt, wurden die Einsatzdaten an die Einsatzleitung der KFB 3 ausgegeben. Eine so anspruchsvolle Einsatzstelle bekommen Feuerwehrkameraden nur selten geboten,

Das Szenario: An der Flughafenstraße der Gemeinde Lemwerder bei der Firma Carbon-Rotec GmbH – das Gelände dieser Firma ist ein ehemaliger Flugplatz – fanden Instandsetzungs-, Wartungs- und Reinigungsarbeiten statt. Unter anderem wurden dort auch unterirdische Versorgungsgänge gereinigt. Hierbei kam es zu einer Verpuffung mit starker Rauchentwicklung aufgrund des Einsatzes verschiedener Reinigungsmittel. Hieraus entwickelte sich ein Brand in den Katakomben des Geländes, wodurch die Stromversorgung ausfiel. Aus diversen Einstiegsschächten auf dem Betriebsgelände quollen Rauchwolken, die teilweise so dicht waren, dass vor einer Produktionshalle zwei Autos mit einem abgestellten Gefahrguttank kollidierten. Dieser bekam durch den Zusammenstoß ein Leck und begann auszulaufen. Die Insassen des verunfallten Wagens konnten sich nicht eigenständig befreien. Durch den Pförtner wurde umgehend ein Notruf abgesetzt. Soweit die angenommene Lage.

Ehrenamtliche hatten zu kämpfen

Die Einsatzleiter Rolf Gatzemeier und Holger Jahn wiesen die Zugführer in die Lage ein und teilten die Einsatzabschnitte den Fachzügen zu, damit zeitgleich die Menschenrettung in den unterirdischen Gängen und den verunglückten Autos stattfinden konnte. Es wurden eine Dekontaminations-Station errichtet, mehrere Wasserversorgungen aufgebaut und ein Sammelplatz für gerettete Personen eingerichtet. Die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute, die für die Rettung der vermissten Personen in den unterirdischen Gängen eingeteilt waren, hatten wohl am meisten zu kämpfen. In den kilometerlangen Gängen konnten sie die Hand vor Augen nicht sehen und mussten aufpassen, um sich nicht zu verirren.

Aber auch die Einsatzstelle mit den verunfallten Fahrzeug hatte es in sich. Aufgrund der laut Übungslage auslaufenden gefährlichen Flüssigkeit wurde die Einsatzstelle zunächst weiträumig abgesperrt. Ein annähern der Einsatzkräfte zur Unfallstelle war nur mit Vollschutzanzügen und Umluft unabhängigen Atemschutz möglich. Der Eigenschutz der eingesetzten Kameraden steht im Vordergrund einer solchen Rettungsaktion. Schließlich wurden alle Vermissten aufgefunden und konnten dem Rettungsdienst des Landkreises Wesermarsch, der ebenfalls in die Übung eingebunden war, übergeben werden.

Die Übungsleitung in Brake war mit der Abarbeitung der Schwerpunkte dieser Großübung mit den eingesetzten Kräften der KFB 3 sehr zufrieden. „Wenn wir tatsächlich mal eine Großschadenslage haben“, so war es von den Gastgebern zu hören, „greifen wir gerne auf Euch zurück.“ Die Verpflegung der KFB 3 wurde von der eigenen Kreisfeuerwehrküche unter der Leitung von Thomas Lüdemann zubereitet.

In gemütlicher Runde fachsimpelten die Kameraden nach der Übung noch einige Stunden über das Szenarium und die geleistete Arbeit. 

 vm

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