Polizei betont trotzdem: „Die Schulwege im Landkreis Diepholz sind sicher“

55 Unfälle – 55 Leichtverletzte

Viele Kinder bewältigen ihren Schulweg mit dem Rad. - Foto: dpa

LANDKREIS DIEPHOLZ - Von Anke Seidel. Morgen für Morgen sind sie das Ziel der Schüler im Landkreis Diepholz: Zu 70 Schulen – darunter 39 Grundschulen – sind sie unterwegs. Mit dem Bus, dem Fahrrad oder zu Fuß bewältigen die meisten Jungen und Mädchen ihren Schulweg.

55 Unfälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr dabei – exakt neun mehr als noch im Vorjahr. Bei diesen Unfällen waren sechs Beteiligte schwer verletzt worden – zwei mehr als noch im Vorjahr. 55 kamen mit leichten Verletzungen davon. Im Vorjahr waren es 20 weniger gewesen.

Trotzdem stellt Wolfgang Rehling als Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Diepholz fest: „Die Schulwege im Landkreis Diepholz sind sicher.“ Denn obwohl die Zahl der Schulweg-Unfälle leicht angestiegen sei, würden sie nur 1,2 Prozent am Gesamt-Unfallgeschehen betragen.

Nur in zwei Fällen, erläutert Rehling zur Statistik der Schulweg-Unfälle, seien Kinder von einem Auto erfasst worden – in einem dritten Fall von einem Fahrrad.

Häufig würden die Schüler mit ihrem Fahrrad verunglücken, „weil viele Schüler dicht zusammen fahren“. Oft würden Kinder aber auch als Mitfahrer im Auto verletzt. „Die Masse der Unfälle ereignet sich bei Schulbeginn“, bilanziert Wolfgang Rehling. Das lässt den Schluss zu, dass die Jungen und Mädchen gedanklich längst bei der Klassenarbeit oder womöglich einer vergessenen Hausaufgabe sind – und deshalb unkonzentriert.

Als Leiter des Landkreis-Fachdienstes Straßenverkehrswesen und Bürgerservice formuliert Wolfgang Nogga jedoch noch einen anderen Grund: „Viele Eltern bringen ihre Kinder oft mit dem Auto zur Schule. Sie lernen gar nicht mehr, sich im Verkehrsraum zu bewegen.“

Deshalb seien die landkreisweiten Fahrradprüfungen an den Grundschulen enorm wichtig. Der Landkreis habe eine Verkehrssicherheitskraft eingestellt, die sich darum kümmere.

Als Verkehrssicherheitsbeauftragter betont Thomas Gissing die enorme Bedeutung der Präventionsprogramme: „Das fängt im Kindergarten an, dann bauen die Projekte aufeinander auf.“

„Die Schulwege stehen unter ständiger Beobachtung“, fügt Hartmut Martens als Fachbereichsleiter Bürgerservice und Verkehr bei der Gemeinde Stuhr hinzu.

Vor Schulen und Kindergärten könnten durchgängig Gefahrenschilder und Tempo 30 in der Zeit von 7 bis 16 Uhr aufgestellt werden, erläutert Nogga. Einige Schulen im Landkreis hätten davon schon Gebrauch gemacht.

„Es muss aber auch sinnvoll und nachvollziehbar sein“, gibt Wolfgang Rehling zu bedenken. Denn ein solches Schild signalisiere immer auch eine „subjektive Sicherheit, die objektiv nicht da ist“. Deshalb: „Wir schauen uns jede Schule genau an und entscheiden dann.“

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