Drei Frauen stellen in dem Kultur-Gebäude an der Lohnstraße aus

„…und bunt leuchtet der Horizont“ im Tuchmacherhaus

Drei Damen stellen derzeit im Tuchmacherhaus in Diepholz aus (von links): Gabriele Dittert, Malerei, Angelika Lux, Nähkunst für Kinderzimmer & Co. und Britta Trachsel, allerlei aus Papier. - Foto: sbb

Diepholz - Das Tuchmacherhaus an der Lohnstraße 2 in Diepholz ist das Haus, wo auch die kleine Maus in der Hausecke ihren Eingang und ihre Berechtigung hat. Zwar ist das Loch in der Fußleiste von Menschenhand gesägt und die Maus ein Wollknäuel mit Schwanz, aber die Geste zählt.

Das Haus ist die Adresse für Kunst und Kultur in Diepholz mit Ausstellungsfläche für wechselnde Kunstausstellungen, einem Trauzimmer unterm Dach mit Taubenschlag und Fenstergucker, Bücherei und idyllischem Innenhof zur Hinterlohne für Sommerabende.

Das Motto der aktuellen Ausstellung von Gabriele Dittert im Tuchmacherhaus lautet: „…und bunt leuchtet der Horizont“, eine Hommage an das Leben und die Natur.

Anja Becker aus dem Beirat des Vereins Tuchmacherhaus gab den rund 60 Gästen, die bei der Vernissage die kleinen Räume fast sprengten, Eckdaten zu der Diepholzer Künstlerin Gabriele Dittert an die Hand. Ende der 1980er Jahre sei Dittert über den Künstler Rolf Brüning aus Grapperhausen zur Malerei gekommen, später 2011 der Malgruppe von Marlene Seifert in Diepholz beigetreten und seitdem voll und ganz infiziert. „Sie hat häufig bei ,Kunst in der City’ ausgestellt und schöpft ihre Kraft aus der Natur“. Diese gäbe die Malerin als positive Kraft durch ihre Bilder an die Betrachter weiter. 

Ihr Handwerkszeug sind Spachtel, Acrylfarbe auf Leinwand und Malpappe, ihre Modelle Horizonte, Natur, Leben, Jahreszeiten. „Der Horizont ist Grenzlinie und sichtbares Ende der Weite in die wir schauen. Aber auch seelische und spirituelle Begegnung zwischen Natur und Gott“, beschrieb es Anja Becker. Gabriele Dittert selbst hatte das Wort, wollte jedoch nur einen vielfältigen Dank aussprechen an alle, die sie unterstützen im Fortkommen ihrer Malerei und dies: „Zu meinen Bildern möchte ich nur Rainer Maria Rilkes Aphorismus zitieren: „Es tritt so mancher an ein Werk heran, mit der Absicht, sich ein Urteil darüber zu bilden. Dies ist ein töricht Unterfangen, denn eben dadurch, dass er sich bemüht, sich über alles, was er empfindet, sofort Rechenschaft zu geben, reißt er sich stets vom Zauber los, der ihn umfangen will und sein Urteil wird kalt“. Dittert wünschte allen Gästen: „Ich wünsche Euch, dass Zauber aufkommt“.

Wer mochte, konnte mit und ohne Titel die Bilder wirken lassen. Sie trugen Titel wie Winterbäume, Am See, Birken, Unsere Erde, Durchbruch, Küste, Eis und mehr Beschreibungen aus der Natur. Die musikalische Untermalung der Vernissage kam aus dem Hause Dittert. Hans Joachim Dittert spielte für seine Ehefrau am Akkordeon auf.

Im Obergeschoss trafen die Besucher auf „Gelis Welt“ von Angelika Lux, eine Puppen-, Tier- und Phantasiewesen-Gesellschaft aus zarten Stoffen wie in „Alice im Wunderland“. Angelika Lux näht für ihr Leben gern und ist inspiriert von der Norwegerin Tone Finnager. Unter ihren flinken Händen und ratternden Nadeln entstehen Unikate und Freunde fürs Leben.

Eine andere Leidenschaft pflegt Britta Trachsel aus Barnstorf: Sie liebt Papier und das Falten und Verarbeiten, Stanzen, Schneiden, Dekorieren und Erfinden. Die bunte kreative Welt der Geschenkverpackungen fanden die Besucher im Erdgeschoss des Tuchmacherhauses. Taschen, die an „Frühstück bei Tiffany“ erinnern, der „Adventskalender to go“ oder gestanzte Kartons in Scherenschnittoptik_ All das faszinierte.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. Oktober.

Die Öffnungszeiten des Tuchmacherhauses sind Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. - sbb

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