Umschulung auf Transporthubschrauber NH 90 auf dem Fliegerhorst Diepholz – Gute Bedingungen in Diepholz

74 Stunden notwendig

Der moderne Hubschrauber NH 90, mit dem Piloten auf dem Fliegerhorst Diepholz ihre Umschulungsflüge absolvierten.
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Der moderne Hubschrauber NH 90, mit dem Piloten auf dem Fliegerhorst Diepholz ihre Umschulungsflüge absolvierten.

Diepholz - Von Sönke Dwenger. Der Diepholzer Fliegerhorst hatte interessante Gäste: Sechs Hubschrauberpiloten von der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg absolvierten ihre Umschulungsflüge in dieser Woche im von ihrem Standort nur zehn Flugminuten entfernten Diepholz. Am Heimatstandort Bückeburg wird der Pistenbelag gerade erneuert.

Umgeschult werden Hubschrauber-Piloten von der Bo 105 auf den NH 90. Die Bo 105 ist ein kleiner, aber bewährter Verbindungs- und Panzerabwehrhubschrauber. Der mittelschwere NH (Nato Hubschrauber) 90 ist Nachfolger des Transporthubschraubers Bell UH 1 D, der schon im Vietnam-Krieg (und den entsprechenden Spielfilmen) zur Legende wurde und wegen seines Teppichklopfer-artigen Geräusches selbst vielen Nichtsoldaten bekannt war.

Einer der Umschüler, dessen Name nicht genannt werden darf, weil er demnächst in den Auslandseinsatz gehen wird, hat schon mehr als 700 Flugstunden mit der Bo 105 absolviert, ist also durchaus ein erfahrener Pilot. Dennoch sind nicht weniger als 150 NH90-Flugstunden im Simulator sowie 74 reale Flugstunden im neuen Hubschrauber notwendig, bis er auch ihn beherrscht.

„Dieses System ist deutlich komplexer als alle bisherigen Hubschrauber“, berichtet der 31-Jährige. Zum Beispiel erfolgt die Steuerung der Rotorblätter nicht mehr mechanisch, sondern voll elektronisch. An Bord sind außerdem so wichtige Geräte wie ein Wetterradar und hochmoderne Navigationsapparate. Alle notwendigen Flugsteuerungsinformationen werden auf das Helmvisier der beiden Piloten gespiegelt, damit man auch bei Kopfbewegungen alles unter Kontrolle hat – zum Beispiel beim notwendigen Blick aus dem Fenster beim punktgenauen Aufnehmen von Außenlast.

„Ich kann sogar sehen, wohin der andere Pilot schaut“, schwärmt der Offizier. „Er muss nur sagen: guck mal – und ich sehe anhand eines Kreuzes auf meinem Visier, wohin er schaut.“ So wird der 3,5 Kilogramm schwere Helm selbst zu einer wichtigen Komponente des Hubschraubers.

Überhaupt ist der angehende NH90-Pilot rundum begeistert von seinem neuen Fluggerät: deutlich schneller und höher fliegt dieser Transporthubschrauber und er kann viel mehr Nutzlast (beziehungsweise gefechtsbereite Soldaten) mitnehmen, als die gute, alte Bell UH 1D es konnte – und ist dabei noch extrem wendig. „Das Fliegen mit dieser Maschine macht Spaß, ist aber auch fordernd, weil sie – besonders nachts – mit höchster Konzentration gelenkt werden muss. Die flugunterstützende Elektronik hilft dabei sehr.“

Der NH 90 war bereits in Afghanistan im Einsatz, und zwar als Rettungshubschrauber für verletzte Soldaten. Seine eigentliche vielseitige Aufgabe ist der Transport von Soldaten und Nachschub. Denkbar ist aber auch der Einsatz bei militärischen Evakuierungsaktionen, und auch beim Elbehochwasser 2013 hat sich dieser Hubschrauber als Arbeitspferd bewährt. Der Lasthaken kann zum Beispiel Sandsäcke bis vier Gewichtstonnen schleppen. Eine Rettungswinde zum Hochziehen von Menschen ist ebenfalls vorhanden.

Bis es zu einem solchen Einsatz kommen darf, müssen sich die sechs Flugumschüler aus Bückeburg aber noch etwas gedulden. Erst einmal heißt es, richtig landen und starten zu können und Notverfahren beherrschen zu lernen – zum Beispiel wenn eines oder gar beide Triebwerke ausfallen. Im Simulator wurde alles wieder und wieder geprobt. Jetzt geht es endlich wirklich in die Luft. Ideale Bedingungen dafür bietet der Fliegerhorst in Diepholz.

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