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Backhaus Härtel in Diepholz: Große Sorgen wegen der Großbaustelle

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Von: Eberhard Jansen

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Bäckermeister Andreas Härtel und seine Frau Petra blicken fröhlich in die Kamera, aber sorgenvoll in die Zukunft: Sie befürchten weiteren Umsatzverlust durch die Baustelle zur Sanierung der Hindenburgstraße vor ihrer Ladentür.
Bäckermeister Andreas Härtel und seine Frau Petra blicken fröhlich in die Kamera, aber sorgenvoll in die Zukunft: Sie befürchten weiteren Umsatzverlust durch die Baustelle zur Sanierung der Hindenburgstraße vor ihrer Ladentür. © Jansen

Die Laufkundschaft macht einen großen Teil seines Umsatzes aus. Doch weil seine Bäckerei wegen der Großbaustelle Hindenburgstraße bald nur noch sehr schwer zu erreichen sein wird, macht sich Bäckermeister Andreas Härtel große Sorgen um seinen Betrieb. Er erwartet einen massiven Umsatzeinbruch.

Diepholz – Corona brachte schon Umsatzverlust, jetzt drohen der Diepholzer Bäckerei Härtel weitere Einbußen aus ganz anderem Grund: Im Zuge der Sanierung und Neugestaltung der Hindenburgstraße rückt die Baustelle immer näher. Im Herbst wird sie direkt vor der Ladentür des Handwerksbetriebes in der Nähe des Bremer Ecks angekommen sein. „Ich gehe dann von bis zu 80 Prozent weniger Umsatz aus“, blickt Bäckermeister Andreas Härtel sorgenvoll auf die kommenden Monate.

Schon jetzt spüre er, dass die Kunden das Backhaus Härtel aus Richtung Osten wegen der Bauarbeiten nur noch mit Mühen erreichen können. Einige bleiben deshalb weg. Härtel spricht von einem Umsatzverlust von 40 Prozent schon jetzt – nach 30 Prozent durch Corona.

Im Jahr 1991 hatte Andreas Härtel den Betrieb von der Bäckerei Gerecke übernommen, die auch sein Ausbildungsbetrieb war. Heute beschäftigt der 58-Jährige zwei Gesellen in der Backstube des Backhaus Härtel und ein zehnköpfiges Verkaufspersonal – inklusive seiner Filiale in Aschen.

Die Hindenburgstraße ist ab dem Bremer Eck wegen der Bauarbeiten eine Sackgasse. Im Herbst wird die Baustelle vor dem Backhaus Härtel angekommen sein.
Die Hindenburgstraße ist ab dem Bremer Eck wegen der Bauarbeiten eine Sackgasse. Im Herbst wird die Baustelle vor dem Backhaus Härtel angekommen sein. © Jansen

Bei der Entwicklung seines traditionellen Handwerksbetriebs hat Härtel nicht nur auf ein Pferd gesetzt: Er beliefert Wiederverkäufer wie einen Supermarkt in Drebber sowie Schulen, Altenheime und Pflegeeinrichtungen sowie die Klinik Diepholz mit Brötchen und anderen Backwaren. Dennoch ist sein Laden an der Hindenburgstraße 67 das wichtigste Standbein: „Hier mache ich etwa 45 Prozent meines Umsatzes.“

Andreas Härtel hat erfahren, dass es keine Entschädigung für seinen Verlust während der Bauzeit gibt: „Dafür gibt es kein Budget – weder beim Land noch bei der Stadt Diepholz.“ Er sei jedoch mit der Stadt weiter im Gespräch, ob es eine Unterstützung geben könne. Seinem treuen Personal droht Kurzarbeit. Dankbar ist Andreas Härtel, dass ihm seine Vermieter in der schwierigen Situation entgegenkommen.

Während der Bauzeit können Härtels Kunden den Parkplatz an der Dr.-Wilhelm-Kinghorst-Straße nutzen. Von dort aus werde die Stadt einen Fußweg zur Bäckerei schaffen, so Härtel.

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Ihn treffe die Baustelle in einer ohnehin schweren Zeit, sagt der selbstständige Bäckermeister: „Energie- und Rohstoffpreise sind immens gestiegen. Das kann ich nicht alles an die Kunden weitergeben.“

Ohnehin spürt Andreas Härtel ein geändertes Einkaufsverhalten durch die allgemeine Teuerung: Höherpreisige Backwaren wie Croissants und Kuchen, die er auch in alter Handwerkstradition herstellt, kaufen viele nur noch am Wochenende.

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