1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Diepholz

Eigenheim-Wert steigt um 17 Prozent

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anke Seidel

Kommentare

Gerd Ruzyzka-Schwob und Holger Könemann (v.l.) zeigen, wie unterschiedlich die Immobilienpreise sind.
Gerd Ruzyzka-Schwob und Holger Könemann (v.l.) zeigen, wie unterschiedlich die Immobilienpreise sind. © GAG

Gutachter-Ausschuss ermittelt  Rekordumsatz von 806,5 Millionen Euro für Immobilien

Landkreis Diepholz – Eigner Herd ist Goldes wert: Ganz nach diesem alten Sprichwort hat sich der Wert der Eigenheime im Landkreis Diepholz entwickelt. Hohe Wertsteigerungen und Rekordumsätze kennzeichnen den Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Sulingen-Verden.

„Im Landkreis Diepholz erreicht der Geldumsatz auf dem Immobilienmarkt mit insgesamt 806,5 Millionen Euro den höchsten Stand aller Zeiten“, berichten Gerd Ruzyzka-Schwob als Vorsitzender des Gutachterausschusses Grundstückswerte Sulingen-Diepholz und dessen Geschäftsstellenleiter Holger Könemann. Aber nur um 0,2 Prozent war der Umsatz gestiegen, die Zahl der Kaufverträge – insgesamt 3  663 – gegenüber dem Vorjahr jedoch um vier Prozent gesunken.   Daran erkennen die Experten: „Die Nachfrage war höher als das Angebot.“

Genau das hatte einen enormen Preisanstieg bei bebauten Grundstücken und Bauland zur Folge. Allein bei den freistehenden Einfamilienhäusern lag der Umsatz im Landkreis Diepholz bei 259 Millionen Euro. Der mittlere Preis für ein freistehendes Haus kletterte in nur einem Jahr von 240 000 auf 279 000 Euro. Im landesweiten Vergleich liegt der Landkreis damit im mittleren Bereich.

Den Gutachtern zufolge waren die Wohnimmobilienpreise im vergangenen Jahr noch stärker gestiegen als im Jahr 2020.

Extrem unterschiedliche Preise

Wobei Werte und Wertsteigerungen im Flächenlandkreis Diepholz extrem unterschiedlich sind. Das erläutern Gerd Ruzyzka-Schwob und Holger Könemann am Beispiel eines 37 Jahre alten Hauses mit 145 Quadratmetern Wohnfläche auf einem 800 Quadratmeter großen Grundstück. Der mittlere Preisanstieg dieser Immobilie gegenüber dem Jahr 2020 betrage 17 Prozent, haben die Experten errechnet. Und um genau diese Prozentzahl ist besagtes Haus auch in Stuhr oder Weyhe gestiegen. Aber: Der Wert liegt dort bei 410 000 Euro. In Syke dagegen beträgt er mit 380 000 Euro also weniger, die Wertsteigerung aber liegt mit 23 Prozent deutlich über dem Bereich Stuhr/Weyhe. Am höchsten ist sie übrigens mit 24 Prozent in der Südkreis-Kommune Siedenburg. Dort würde besagtes Haus jedoch nur 210 000 Euro kosten – also fast halb so viel wie in Stuhr oder Weyhe.

Deutlich unter dem mittleren Preisanstieg – nämlich bei nur fünf Prozent – liegt der Wert in der Samtgemeinde Rehden, wo besagtes Haus 220 000 Euro kosten würde. Nur 10 000 Euro teurer wäre es im benachbarten Wagenfeld, aber der Preisanstieg liegt dort mit zehn Prozent doppelt so hoch wie in Rehden.

Auch die Nachfrage nach Bauland war hoch: „In 754 Kaufverträgen wurden 175 Hektar Bauland mit einem Gesamtumsatz von 98 Millionen Euro gehandelt“, berichten Gerd Ruzyzka-Schwob und Holger Könemann. Gefragt waren demnach vor allem Grundstücke für den Geschosswohnungsbau und bei Gewerbeflächen.

Die Gutachter werteten 342 Wohnbauland-Verträge aus (Umsatz: 26,1 Millionen Euro). „Die Anzahl ist gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent, der Geldumsatz um zwölf  Prozent zurückgegangen“, so das Fazit.

Auf der Basis der realen Entwicklungen haben sie die Bodenrichtwerte festgelegt. Für Wohnbauland ist die Spanne im Flächenlandkreis Diepholz enorm. Sie liegt zwischen 16 Euro je Quadratmeter in Freistatt und bis zu 380 Euro in den besten Lagen von Stuhr und Weyhe. Als teuersten Punkt nennt Gerd Ruzyzka-Schwob die Rheinallee in Stuhr-Moordeich. Grundsätzlich gelte immer noch: „Je näher am Weserstadion, umso teurer wird es.“ Bewegung, sprich Zuwanderung aus den Landkreisen Vechta und Osnabrück gab es laut Gerd Ruzyzka-Schwob im Bereich Diepholz: „Das treibt die Preise nach oben.“ Aber auch der ländliche Bereich gewinnt – nicht zuletzt durch Homeoffice – an Attraktivität. Will heißen: Zwar sind die Bauland-Richtwerte im Norden des Landkreises Diepholz zwischen zehn und 20 Prozent gestiegen, aber auch spürbar die im Süden – und zwar zwischen fünf und 20 Prozent.

Überwiegend dem Baulandpreisindex folgend seien die Richtwerte im Mittel um etwa zwölf Prozent gestiegen. „In den Gemeinden des Nordkreises wurde eine stärkere Erhöhung der Richtwerte von rund 18 Prozent beschlossen“, so Ruzyzka-Schwob und Könemann.

„Im Südkreis hat Diepholz mit 100 Euro das höchste Wertniveau, gefolgt von Sulingen und Lemförde mit 66 und 64 Euro“, erläutern die Wertexperten. In den ländlich geprägten Räumen um Sulingen lägen die Richtwerte im Mittel zwischen 26 Euro in Kirchdorf und Sulingen sowie 32 bis 38 Euro in Schwaförden und Wagenfeld: „Rehden und Barnstorf weisen mit 42 beziehungsweise 48 Euro auch im Mittel noch Werte unter 50 Euro auf.“

Weitere Infos

über Grundstücksmarktdaten: www.immobilienmarkt.niedersachsen.de

Auch interessant

Kommentare