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Ukraine: Diepholz hilft vielfältig

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Von: Eberhard Jansen

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Diepholz hilft den Menschen in der Ukraine auf verschiedene Weise. In der GFS gab es einen Flohmarkt der Schülervertretung, der knapp 1 400 Euro einbrachte.
Diepholz hilft den Menschen in der Ukraine auf verschiedene Weise. In der GFS gab es einen Flohmarkt der Schülervertretung, der knapp 1 400 Euro einbrachte. © GFS/Zarth

Ein Basar an der GFS, die vierte Hilfstour per Bus nach Diepholz, Spenden für die „Platte plus“ - kurz: Diepholz hilft! Das mache die Stadt weithin bekannt, sagt in Andreas Pörschke einer, der derzeit viel rumkommt.

Diepholz – Bustransporte von Flüchtlingen aus dem umkämpften Land, Lebensmittelversorgung, Vermittlung und Einrichtung von Wohnraum, Sammeln von Spenden: Diepholzer helfen Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, weiterhin auf verschiedene Weise. „Diepholz ist inzwischen in der Ukraine bekannt. Die Menschen denken, die Stadt sei so groß wie Hamburg oder München“, sagt Andreas Pörschke. Er fährt heute, Donnerstag, zum vierten Mal mit einem Bus in die Ukraine, um Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen.

Den Weg von der polnischen Grenze bis nach Lwiw (Lemberg) absolviert er allein, denn auch aus diesem Gebiet wurden wieder Kriegshandlungen gemeldet. Sein mit „Diepholz-Help-Ukraine“ beschrifteter Reisebus, den Pörschke als Sponsor für Fahrten heimischer Handballmannschaften nutzt, sei inzwischen in Lwiw bekannt – und durch die sozialen Medien ebenso die vielen anderen Hilfsaktionen von Diepholzern.

Auf dem Hinweg transportiert Pörschke überwiegend medizinisches Material und bestimmte Lebensmittel. Für den Transport von Insulin für Menschen mit Diabetes in der Ukraine hat er ein Kühlfach im Bus. Auf dem Rückweg kann er 78 Flüchtling mitnehmen und über Polen nach Deutschland bringen, wo ihre Unterbringung organisiert sei. Die Unterkünfte seien größtenteils privat und längst nicht nur in Diepholz. Für den Bus hat Pörschke einen zweiten Fahrer gefunden. Die vierte Evakuierungsfahrt nach Lemberg soll die vorerst letzte sein: „Ich muss mich mal wieder um meine Firma kümmern“, sagt der Diepholzer, der ein Anlagenbau-Unternehmen mit 15 Mitarbeitern in Wallenhorst hat. „Diepholz hat eine ungewöhnliche Welle der Solidarität gezeigt, welche ich niemals für möglich gehalten hätte. Diepholz hat sich mit der Unterstützung einen positiven Namen in der ganzen Welt gemacht“, postete der 53-jährige Pörschke bei Facebook und dankt seinen vielen Unterstützern.

Koordinatorin: Täglich 50 Anrufe und Mails

Unabhängig von Pörschkes privatem Engagement koordiniert Frauke Laging im Auftrag der Stadt die große Hilfsbereitschaft in Diepholz – insbesondere im Hinblick auf Wohnungsangebote und die direkte Vermittlung von Sachspenden wie Möbel. „Ich bekomme etwa 50 Anrufe und Mails pro Tag mit Angeboten und Fragen“, berichtete die Diakonin. Derzeit sucht Frauke Laging eine Lagermöglichkeit für Sachspenden und langfristig anzumietende Wohnungen für Flüchtlinge, die derzeit bei Familien als Gäste wohnen (Kontakt: 0176 21236217 oder Mail: frauke.laging@evlka.de).

„Wir wollen auch helfen“, war das Fazit eines Treffens der Schülervertretung (SV) des Diepholzer Gymnasiums Graf-Friedrich-Schule (GFS). Laut einer Pressemitteilung der GFS haben die Schülerinnen und Schüler der SV einen Spendenaufruf in der Schule gestartet und um Sachspenden für einen Flohmarkt vor den Osterferien gebeten. Der Erlös dieses Flohmarktes soll an eine gemeinnützige Organisation für die Opfer des anhaltenden Krieges in der Ukraine gespendet werden. Die Spendenbereitschaft war groß, der SV-Raum quoll über vor Spielen, Kleidung, Büchern, DVDs und anderen Dingen, so die Mitteilung. Im Lichthof der GFS fand dann am letzten Schultag vor den Osterferien der große Flohmarkt für alle Jahrgänge statt. Unter Einhaltung des Hygienekonzeptes kamen die Klassen nacheinander, um die Kasse klingeln zu lassen. „Am Ende des Tages konnte eine erfreuliche Summe von fast 1 400 Euro verkündet werden“, teilte die GFS am Mittwoch mit. Nach dem Flohmarkt rundete die Musikfachschaft der Schule den Tag mit zwei für diesen Tag einstudierten Stücken („Imagine“ von John Lennon und „Wir marschieren in den Frieden“ von Udo Lindenberg) ab. Als Symbol für Frieden wurden 100 Ballons mit Karten, auf denen verschiedene Schülerinnen und Schüler Friedenswünsche notiert hatten, im Lichthof steigen gelassen. Die gesamte Schulgemeinschaft und einige anwesende Eltern läuteten gemeinsam die Ferien ein und wurden von Schulleiter Lars Buse mit dem Wunsch in die Ferien entlassen, den Opfern des Krieges auf der ganzen Welt zu gedenken.

Auch die Schülervertretung der Diepholzer Jahnschule war aktiv und hat unter dem Motto „Waffeln für den Frieden“ an zwei Tagen in den Pausen fleißig gebacken und verkauft. Insgesamt wurden 230 Euro eingenommen, die an „Ärzte ohne Grenzen“ gespendet werden, geht aus einem Post auf Facebook hervor.

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Über die große Hilfsbereitschaft von Bürgern und Betrieben freut sich auch Bodo von Bodelschwingh, Leiter der Diepholzer „Platte plus“. Weil derzeit nicht nur bedürftige Diepholzer, sondern auch viele Flüchtlinge aus der Ukraine diese Lebensmittelausgabe im Gemeindehaus von St. Michaelis nutzen, leerten sich die Regale. Nach dem Bericht der Kreiszeitung darüber habe die „Platte plus“ viele Spenden beziehungsweise Spendenzusagen bekommen – von regelmäßigen Kartoffel-Lieferungen eines heimischen Anbaubetriebes bis zu Gemüse und Bargeld. Der Diepholzer Bürgermeister Florian Marré habe seine Unterstützung der „Platte plus“ zugesagt, so von Bodelschwingh.

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