Unterstützung bei der Einäscherung

Aus dem Corona-Hotspot Sachsen: Tote von Dresden nach Diepholz

Corona-Hotspot Sachsen, nicht nur die Krankenhäuser, sondern auch die Krematorien sind im Freistaat überfüllt. Deshalb unterstützt ein Feuerbestatter aus Diepholz mit der Einäscherung von Toten ein Dresdener Unternehmen.

Diepholz – Verstorbene aus dem Corona-Hotspot Sachsen sind nach Diepholz zur Einäscherung gebracht worden. Das bestätigte Olaf Kaesemeier, Inhaber der Feuerbestattungen Diepholz, am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung. Weil das Krematorium in Dresden-Tolkewitz wegen der vielen Toten überlastet war, bat der Betreiber seinen Diepholzer Kollegen um Unterstützung.

StadtDiepholz
Fläche104,4 km²
Postleitzahl49356
BürgermeisterFlorian Marré

„Wir kennen uns von einem Lehrgang“, erklärte Olaf Kaesemeier den Hintergrund. Es seien etwa 50 in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im Raum Dresden verstorbene Menschen ins etwa 470 Kilometer entfernte Diepholz zur Einäscherung gebracht worden, sagte Kaesemeier. Die Toten seien diskret in unauffälligen Sprinter-Kastenwagen transportiert worden – jeweils acht in einem Fahrzeug.

Das sei eine einmalige Unterstützung-Aktion gewesen, die vor etwa 14 Tagen gelaufen sei, so der Betreiber der Feuerbestattungsanlage im Süden von Diepholz. Inzwischen habe sich die Lage in Dresden etwas entspannt und das dortige Krematorium könne die derzeitige Zahl der Verstorbenen wieder bewältigen. In der Anlage in Dresden-Tolkewitz hatte es laut Medienberichten seit November, als die Zahl der Corona-Infektionen in Sachsen sprunghaft gestiegen war, mehr als doppelt so viele Einäscherungen wie sonst um diese Zeit gegeben.

Auch in Diepholz mehr Einäscherungen in 2020

Auch in den Feuerbestattungen Diepholz stieg die Zahl der Einäscherungen in den vergangenen Monaten. Knapp 2 400 Verstorbene wurden 2020 in dem Krematorium an der Dieselstraße eingeäschert. Im Jahr 2019 waren es etwa 1 900 gewesen, so Inhaber und Geschäftsführer Olaf Kaesemeier, der ausgebildeter Kremationstechniker ist. Der Anstieg sei aber nicht ausschließlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen: „Von den 2 400 Menschen, die im vergangenen Jahr in Diepholz eingeäschert wurden, waren 125 in Zusammenhang mit Corona verstorben.“ Etwa 90 Prozent davon seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten diverse Vorerkrankungen gehabt. Die vor der Einäscherung amtsärztlich bestätigten Todesursachen werden in Feuerbestattungsanlagen erfasst.

Im Raum, in dem die Särge würdevoll in die Einäscherungsanlage einfahren (im Bild ein leerer Beispielsarg): Olaf Kaesemeier, Inhaber der Feuerbestattungen Diepholz.

Die Verstorbenen kommen aus dem ganzen Landkreis Diepholz, aber auch aus den Kreisen Vechta und Cloppenburg sowie aus dem Bereich Espelkamp.

Vor dem Hintergrund der seit Inbetriebnahme der Feuerbestattungen Diepholz 2017 immer weiter gestiegenen Nutzungszahlen plant Olaf Kaesemeier, noch in diesem Jahr in einen zweiten Verbrennungsofen zu investieren, der wie der erste zur Kremierung auf mindestens 850 Grad Celsius erhitzt werden kann. Den Platz dafür hatte er beim Bau der Anlage schon vorgesehen. In den Feuerbestattungen Diepholz gibt es neben hochmodernen Filteranlagen im Bereich der Einäscherung auch Kühlräume, die etwa 80 Särge fassen und damit laut Kaesemeier doppelt so groß seien wie die anderer Einrichtungen.

Rubriklistenbild: © Jansen

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