Termin am Diepholzer Parkhaus / Jährlich knapp 80000 Euro Defizit

Mit Zustand und Auslastung zufrieden

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Vor dem 1981 eröffneten Diepholzer Parkhaus: Der Beirat der Stadtwerke-Tochter Diepholzer Verkehrsgesellschaft, die das Parkhaus betreibt. Die Stadt übernimmt den jährlichen Verlust in Höhe von knapp 80000 Euro.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Im Diepholzer Parkhaus herrscht Ordnung und Sauberkeit. Dafür sorgt seit über 16 Jahren Manfred Keimer. Er hat dort auch schon mal dem stellvertretende Bürgermeister Hans-Werner Schwarz eine Ermahnung erteilt. „Ich bin verbotenerweise mit dem Fahrrad durch das Parkhaus gefahren. Das habe ich nie wieder gemacht“, erzählte Schwarz gestern bei einem Ortstermin.

Anlass des Termins war aber nicht die Ordnungswidrigkeit des stellvertretenden Bürgermeisters in früheren Jahren. Schwarz besichtigte in seiner Funktion als Vorsitzender des Beirat der Parkhausbetreiber-Gesellschaft „Diepholzer Verkehrsgesellschaft“ (DVG) das 1981 eröffnete Gebäude an der Hinterstraße in der Innenstadt – gemeinsam mit den anderen Mitgliedern dieses Gremiums der Stadtwerke-Tochter DVG.

DVG-Prokuristin Ines Heidemann führte den Beirat durch die drei Etagen und erläuterte die Maßnahme zur Instandhaltung des Betonbaus.

Waldemar Opalla, Geschäftsführer des Parkhausbetreibers DVG, ist insgesamt ebenfalls zufrieden mit dem Zustand und der Auslastung: „Jedes Jahr investieren wir in das Parkhaus, sanieren es und versuchen, es attraktiv für die Bürgerinnen und Bürger zu machen.“

Und das wird von vielen auch geschätzt: Rund 85 Prozent der insgesamt 210 Stellplätze sind dauerhaft an Privatkunden und umliegende Unternehmen vermietet. Darüber hinaus stehen ausreichend Parkplätze für kurzfristige Einkäufer bereit.

In den oberen Etagen gibt es 35 Plätze in einer abgeschlossenen Sammelgarage, von denen 22 vermietet sind (Kosten: 27,50 Euro pro Monat). Von den 25 Doppelgaragen (Kosten: 38,50 Euro pro Monat) sind noch zwei frei. Außerdem haben 116 Kunden Jahresparkausweise.

Für die kurzzeitigen Nutzer sind die ersten beiden Stunden kostenlos. Ab der dritten Stunde zahlen Autofahrer 50 Cent pro Stunde.

Angesichts des hohen Defizits wird diese Regelung immer wieder diskutiert: Knapp 80000 Euro kostet die Stadt Diepholz der Parkhaus-Betrieb – sie trägt den Verlust.

Waldemar Opalla: „Natürlich steht die Kostenfrage immer wieder im Raum und ein Bezahlsystem wäre eine Möglichkeit, die Betriebskosten zu decken. Dies ist jedoch eine politische Diskussion, bei der wir als DVG nur einen Diskussionsteilnehmer darstellen.“

Pläne für ein Parkhaus gab es schon etwas länger. Die Chance, es zu bauen, bekam die Stadt durch das damalige Zukunfts-Investitions-Programm (ZIP), das 900000 DM als Zuschuss für den Parkhaus-Bau nach Diepholz brachte.

Die DVG wurde unter anderem zum Betrieb des Parkhauses bereits 1979 gegründet Sie ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadtwerke Huntetal. Der Beirat der Diephozer Verkehrs-Gesellschaft ist ein Gremium der Stadtwerke, das den DVG-Gesellschaftern Empfehlungen ausspricht.

Bei der Besichtigung durch den Beirat waren Bezahlsystem und Defizit kein Thema – wohl aber der recht gute Zustand und die gute Arbeit, die Parkhauswärter Manfred Keimer mit Unterstützung einer Reinigungskraft leistet. Der pensionierte Soldat kontrolliert das Parkhaus mit viel Herzblut in unregelmäßigen Abständen. Schmierereien und andere Verschmutzungen sind dadurch selten.

Immer kann er natürlich nicht in dem Gebäude sein. So fragte Beirats-Mitglied Martin Kühn: „Stimmt es, dass in der oberen Etage Drogen gehandelt werden?“ Ines Heidemann: „So etwas wäre nicht ganz zu vermeiden.“

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