„Siller Buer“ löst Rita Sillmann ab

Tellfreunde: Dorffest in Schobrink für Groß und Klein

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Dieses Mal mussten die Frauen – nachdem sie dreimal die Tellkönigin gestellt hatten – den Herren den Vortritt lassen. Christina Busack setzte gleich alle elf Pfeile in den Sand.

Aschen - Die Tellfreunde Schobrink haben einen neuen König. Nach spannendem Wettkampf setzte sich beim Dorffest am Samstag auf dem Anwesen von Karl-Heinz Schuster am Kanalweg, das für einen Tag Königsresidenz war, Werner Bockhop (Sille) im Stechen gegen Hermann Gieseke-Bockhop durch. Er löste „Tellerine“ Rita Sillmann ab.

„Wurde auch höchste Zeit, dass mal wieder ein Mann König wird,“ war Horst Grauduschuss einigermaßen erleichtert, der das bunte Treiben auf der grünen Wiese gemeinsam mit Hans Mehrholz von der Ehrentribüne genussvoll verfolgte. Immerhin hatte drei Mal hintereinander das vermeintlich schwächere, aber wohl zielsicherere Geschlecht die Königswürde errungen.

Bei Blitz und Donner ist ans Schießen nicht zu denken

Im vergangenen Jahr herrschte bei diesem Familienfest Kaiserwetter. Brütende Hitze. Am Samstag nun Blitz, Donner und Starkregen. Herbstlich. An das Schießen mit der Armbrust wie einst der Schweizer Freiheitskämpfer und Nationalheld Wilhelm Tell und an verschiedene Wettbewerbe unter freiem Himmel war nicht zu denken. Man saß aber im Trockenen, im wohl temperieren Zelt, ließ sich Kaffee und Kuchen – zum Schluss der Veranstaltung kam Gegrilltes auf den Tisch – schmecken und klönte ausgiebig. „Haben ja Zeit!“ meinte Willi Sillmann, der sich wesentlich gemeinsam mit dem Vorsitzenden, Karl-Heinz Schuster, um die Gestaltung des Dorffestestes gekümmert hatte.

„Hier ist Werner. Ich bin Tell geworden,“ ließ um 20.10 Uhr die neue Majestät, „der Siller Buer“ , seine Frau Anneliese per Handy wissen. Kurz darauf hängte ihm Anke Wiechers die Königskette um den Hals. Der scheidenden „Tellerine“ Rita Sillmann attestierte Obertell Karl-Heinz Schuster eine tolle Amtszeit und überreichte ihr zur Erinnerung an das Königsjahr eine dekorative Plakette.

Tellfreunde schätzen gut

Er erwähnte auch den Einsatz der Tellfreunde beim großen Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren in Aschen – mit Rita Sillmann an vorderster Front. Dank ging auch an sein gesamtes Team, zu dem auch Wolfgang Rietschel gehörte, der mit gewohnter Übersicht das Schießen leitete.

Bei der Proklamation gab Karl-Heinz Schuster auch die Gewinner verschiedener Schätzspiele bekannt. Zu schätzen war der Umfang eines Reifens. Renate Rietschel und Frauke Broszeit hatten 2,31 Meter getippt. Richtig wären 2,34 Meter gewesen.

Der Vorsitzende der Tellfreunde Schobrink, Karl-Heinz Schuster (rechts), mit dem neuen König, Werner Bockhop, der die „Tellerine“ Rita Sillmann ablöste.

Noch besser lag Willi Sillmann beim Nudeln-Schätzen. 965 befanden sich im Glas. Sein Tipp: 964. Kaum zu glauben.

Bei den Erbsen war die Differenz größer. Helma Sillmann schätzte 999. Das waren 80 zu wenig.

Das Schießen der ehemaligen Tell-Könige entschied Wilhelm Bockhop für sich.

Geschossen wird auf Holz-Äpfel

Bei verschiedenen Spielen – unter anderem Hufeisen-Zielwurf, Eier-Fangen und Glücksrad – hatten auch die kleinen Gäste ihren Spaß. Olinde Weghorst war mit 91 Lenzen die älteste Teilnehmerin. Die Nachwuchs-Riege wurde, was das Alter angeht, von der gut sechs Monate alten Johanne Paradiek angeführt, um die sich rührend Opa Wilhelm kümmerte.

„Es hat mir viel Spaß gemacht mit Euch,“ freute sich Karl-Heinz Schuster. Die Rückmeldung der versammelten „Tells“ kam prompt: „Bei Dir aber auch!“

Die Tellfreunde wurden am 1. April 2000 ins Leben gerufen, um Nachbarschaft und Geselligkeit zu pflegen und einen König zu ermitteln. Und das ist den Nachfahren des Schweizer Apfelschützen bisher glänzend gelungen – auch bei Blitz und Donner.

Übrigens, ein Apfel wurde auch nicht „verletzt“. Alle hingen noch rotbäckig an den vielen Bäumen im Garten von Karl-Heinz Schuster. Ziel war ein Apfel aus Holz. Und das Knallen kam auch nicht von den Tells, sondern vom nahe gelegenen Tontauben-Schießstand im Kreis Vechta. 

rdu

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