Telekom verlegt 22 Kilometer Glasfaserkabel und setzt Vectoring-Technik ein

Schnelleres Internet für 7400 Diepholzer Haushalte

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Diepholz gibt Gas auf der Breitbandautobahn: Über den Ausbau des Netzes freuen sich (von links): Bürgermeister Dr. Thomas Schulze, Fachdienstleiter Michael Klumpe, Klaus Jürgen Karnetz (Telekom) , Mark Sievers (Stadt Diepholz) und Jens Göppert (Telekom).

Diepholz - Nahezu ganz Diepholz kann bald richtig Gas geben auf der Datenautobahn: Die Telekom beginnt heute mit dem Ausbau ihres Breitbandnetzes in der Kreisstadt. Im Vorwahlbereich 05441 sind spätestens ab dem ersten Quartal 2016 Zugänge zu sehr schnellen Internet-Anschlüssen möglich.

Die Geschwindigkeit der Datenübertragung werde je nach Entfernung zu den grauen Schaltgehäusen am Straßenrand bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download erreichen, erklärte die Telekom. Sie setzt beim Ausbau modernste Technik ein und ist dadurch in der Lage, Vectoring, den Daten-Turbo für das Kupferkabel, zu nutzen. Beim Heraufladen wird sich die Geschwindigkeit gegenüber VDSL sogar vervierfachen – von zehn auf 40 MBit/s.

Den VDSL-Vectoring Ausbau für insgesamt 7400 Haushalte hat die Stadt Diepholz mit der Telekom vereinbart. Bereits heute beginnen die Tiefbau-Arbeiten – zunächst am Triftweg. Gestern stellten Vertreter der Stadt Diepholz und der Telekom das Vorhaben vor.

Bürgermeister Dr. Thomas Schulze freute sich über das Engagement der Telekom, zumal es die Stadt nichts kostet, sondern der Anbieter die Investition alleine trägt: „Das ist eine extrem positive Nachricht.“ Das schnelle Netz bringe auch einen Imagegewinn.

Nicht nur für die Bürger ist der Ausbau des Datennetzes wichtig, sondern auch für die in Diepholz ansässigen Firmen, die teilweise noch Speziallösungen von der Telekom angeboten bekommen.

Jens Göppert, Vertriebsbeauftragter Infrastrukturvertrieb für den Breitbandausbau in der Region Nord bei der Deutschen Telekom, erklärte: „In Diepholz werden rund 22 Kilometer Glasfaser neu verlegt und 36 Netzverteiler aufgebaut oder ausgetauscht. Dabei werden sich die Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger in Grenzen halten. Wir gehen immer in überschaubaren Abschnitten voran.“ Über die Höhe der Investitionskosten wollte er keine Angaben machen.

Erneuert werden die 36 „grauen Kästen“ an Straßenrändern: In diesen Kabelverzweigern wird der Übergang von den zwischen Stadtmitte und Verteilern verlegten neuen Glasfaserkabeln und dem bereits vorhandenen Kupferkabel zwischen Kasten und Hausanschlüssen geschaffen.

In Aschen hatte die Telekom bereits mit staatlichen Zuschüssen das Breitband-Netz ausgebaut. Hier sind bislang bis zu 50 MBit/s möglich. Es ist hier aber auch schon die Technik installiert, die Übertragungsgeschwindigkeit auf bis zu 100 MBit/s zu erhöhen. Die Beschränkung auf 50 MBit/s erfolgte im Rahmen des Zuschuss-Programms und ist auf fünf Jahre befristet.

Der in den nächsten Monaten erfolgende Ausbau des Netzes in Diepholz ist Teil der Telekom-Breitbandoffensive „Integrierte Netz-Strategie“. Bis Ende 2018 wird das Unternehmen rund zwölf Milliarden Euro in die Infrastruktur in Deutschland investieren und damit Millionen von Haushalten schnellere Internet-Anschlüsse bieten.

Die höheren Geschwindigkeiten im Netz werden durch den Einsatz der Vectoring-Technik möglich. Die neue Technik beseitigt die elektromagnetischen Störungen, die auf der Kupferleitung auftreten. Durch die Erhöhung der Übertragungsgeschwindigkeit ist dann beispielsweise auch Fernsehen über Internet möglich.

Von dem Breitbandausbau der Telekom in Diepholz können übrigens auch die Kunden anderer Anbieter profitieren, wenn der Anbieter entsprechende Kapazitäten bei der Telekom einkauft.

Wenn das neue Netz in Diepholz laut Planung im ersten Quartal 2016 fertig ist, müssen die Bürger aktiv werden, um die schnellere Datenübertragung zu nutzen: Sie müssen ihre Verträge mit den Anbietern überprüfen und gegebenenfalls die gebuchte Geschwindigkeit anpassen.

Vom Netzausbau können nahezu alle Haushalte in Diepholz profitieren. Und für zum Beispiel zu abgelegene Einzelgehöfte bietet die Telekom Hybrid-Technik an, bei der ein Teil der Datenübertragung über die Funktechnik LTE läuft.

ej

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