Tarifstreit: Verdi plant neue Strategie

„Werden uns nicht verzetteln“

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Ludwig Stöver

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es war ein gewaltiger Aufmarsch vor 147 Tagen in Twistringen: 500 Erzieherinnen und Sozialarbeiter aus dem Landkreis Diepholz fordern mehr Geld, fünf Kindertagesstätten bleiben geschlossen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will die Anhebung ihrer Gehälter um zehn Prozent erreichen, weil eine Vollzeitkraft in diesem Beruf im Schnitt 2500 Euro im Monat verdient – sie soll, so fordert es die Gewerkschaft, künftig 250 Euro mehr im Portemonnaie haben.

Seit gestern steht fest: Wiederholung der Arbeitskampf-Maßnahmen nicht ausgeschlossen. Denn die Verdi-Tarifkommission lehnt die Empfehlung der Schlichter in diesem Tarifstreit, die Gehälter um bis zu 4,5 Prozent anzuheben, kategorisch ab. Basis ist eine umfassende Mitgliederbefragung, in die auch die Meinungen der Verdi-Mitglieder im Landkreis Diepholz eingeflossen sind.

Auf Anfrage dieser Zeitung will Ludwig Stöver, Verdi-Chef im Landkreis Diepholz, das Abstimmungsverhalten in diesem Lebensraum aber nicht bekannt geben – aus strategischen Gründen. Denn die Arbeitgeber, sprich die Bürgermeister im Landkreis, könnten diese Information für ihre Strategie nutzen.

Stöver spricht von einem „doppelten Spiel, was da getrieben wird“. Denn während der Streikmaßnahmen in den vergangenen Monaten hätten die Hauptverwaltungsbeamten vor Ort viel Verständnis für die Kollegen in den Kindertagesstätten und die Sozialarbeiter gezeigt. „Aber in ihrem Verband haben sie nichts dafür getan, um eine vernünftige Lösung hinzubekommen“, kritisiert der Verdi-Chef im Landkreis Diepholz. „Dabei geht es allen Kommunen im Landkreis richtig gut“, fügt Stöver hinzu. Strittig sei jetzt ein Personalkostenvolumen, „bei dem kein Kämmerer unruhig wird“.

Stehen die Zeichen bald wieder auf Streik in den Kitas? In nächster Zeit offenbar nicht: „Wir müssen Kommunikation organisieren“, betont Stöver – und kündigt demnächst eine Konferenz der Streikleitungen an. Konkrete Schritte hat Verdi nicht geplant: „Wir sind noch nicht in der Phase, dass wir die Dinge konkret benennen können“, sagt Stöver. Klar allerdings sei: „Es wird eine andere Strategie geben, um unsere Forderungen deutlich zu machen.“

Nach Ablehnung des Schlichterspruchs werde ab morgen – wie im Schlichtungsabkommen vereinbart – weiter verhandelt. Wenn von den Arbeitgebern kein neues Angebot vorgelegt werde, dann werde die Gewerkschaft nicht in hektische Betriebsamkeit verfallen. „Wir werden uns nicht verzetteln“, sagt Stöver. In jedem Fall hoffe Verdi weiterhin auf die Zustimmung der Öffentlichkeit.

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