Jahresbericht der Fachstelle Sucht

Vernetzte Hilfe gegen Sucht im Alter

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Abschluss des Projekts „Sucht im Alter“: Claus-Henning Bruns (Altenpflegeheim Haus am Suletal), Udo Telsemeyer (Fachstelle für Sucht und Suchtprävention), Imke Huntemann (Projektmoderation), Thomas Butenuth-Grünenbaum (Seniorenhaus Anna Margareta), Georg Schubert (Altenhilfezentrum Heimstatt), Birgit Dase (Seniorenservicebüro Diepholz). Marion Weigelt (Cura Zentrum Uchte), Vera Bundgaard (Cura Zentrum Uchte), Berta Helbling (Fachstelle für Sucht und Suchtprävention), Susanne Gohlke (Pflegezentrum Mutterhaus Lemförde).

Diepholz - Süchte, Abhängigkeiten – das betrifft nicht nur junge Menschen. Der Älteste in der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werks in Diepholz im vergangenen Jahr beratene Betroffene war 81 Jahre alt. Bei ihm sei es um eine bestehende Alkoholproblematik gegangen, die vor etwa zwölf Jahren begonnen hatte, heißt es im Jahresbericht der Fachstelle.

Dass Suchterkrankungen nicht mit dem Eintritt in das Rentenalter beendet sind, sondern manchmal dann erst beginnen, das wissen nicht nur die Mitarbeiter in den Fachstellen für Sucht und Suchtprävention, sondern auch die Mitarbeitenden in den Bereichen der ambulanten und stationären Altenhilfe beziehungsweise Altenpflege.

Dass dem Thema „Sucht im Alter“ bisher kaum Beachtung geschenkt worden war, liegt nicht zuletzt daran, dass bei alten Menschen die Sucht viel mehr im Verborgenen stattfinden kann, als bei Menschen, die im Berufsleben stehen, dass suchtbedingte Folgeerscheinungen viel stärker mit dem Alter in Verbindung gebracht werden und dass bei alten Menschen häufig ein Mischkonsum stattfindet, das heißt, neben Alkohol werden auch verordnete Medikamente und frei verkäufliche Präparate kombiniert eingenommen.

Um Betroffenen besser helfen zu können, um Entwicklungen früher zu erkennen und um Erfahrungen im Umgang mit alten Menschen und Sucht auszutauschen, hat das Diakonische Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen 2015 in Zusammenarbeit mit seinen Fachverbänden Nevap (Niedersächsischer Evangelischer Verband für Altenhilfe und Pflege) und Elas (Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen in Niedersachsen) ein Projekt ins Leben gerufen.

Landesweit drei Standorte

Unter dem Titel „Sucht im Alter – Aufbau von Kompetenznetzwerken zur Intervention bei substanzbezogenen Abhängigkeiten im Alter“ sollten an landesweit drei Standorten – auch in der Region Diepholz-Sulingen-Uchte – parallel Erfahrungen im Aufbau von miteinander vernetzten Hilfesystemen gemacht werden. In den Räumen des Diakonischen Werkes am Postdamm in Diepholz fand die Abschlussveranstaltung des Projektes statt.

„Ziel war es, sich besser zu vernetzen“, resümierte Imke Huntemann, die das Projekt moderierte. Dazu saßen viele verschiedene Akteure aus der Projektregion an einem Tisch: Bethel im Norden mit dem Pflegezentrum Kirchdorfer Heide und dem Altenhilfezentrum Heimstatt, Cura Zentrum Uchte, Seniorenhaus Anna Margareta Diepholz, Pflegezentrum Mutterhaus Altvandsburg Lemförde, Altenpflegeheim Haus am Suletal Sulingen, Senioren und Pflegestützpunkt Niedersachsen, die Sozialstationen Diepholz und Sulinger Land, das Seniorenservicebüro Diepholz und die Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention der Diakonie im Landkreis Diepholz.

Breites Fortbildungsprogramm

Es gab Auszubildendenworkshops, Führungskräfteschulungen, und Informationsveranstaltungen für hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter sowie Angehörige. Gemeinsam wurde die Fachklinik in Bassum besucht und es gab Vorträge zu den Themen „Depression und Sucht“ sowie „Ambulante Rehabilitation“. Themenbezogene Fallbesprechungen und der regelmäßige Kontakt zu Fachleuten sollten Mitarbeiter schulen und sensibilisieren.

Diese Vernetzung und das gegenseitige Kennenlernen waren auch die positiven Dinge, die die Teilnehmer rückblickend auf das Projekt hervorgehoben haben. Die Veranstaltungen hätten zur Reflexion im eigenen Umfeld geführt. Gelobt wurde auch das kollegiale Miteinander und die gute Struktur mit Vor- und Nachbesprechung der Fachstelle Sucht.

Das Netzwerk soll möglichst auch über die zeitliche Begrenzung hinaus erhalten bleiben, die Beteiligten wollen sich auch in Zukunft austauschen. Ziel wird es sein, an anderen Standorten vergleichbare Angebote aufzubauen. „Nachhaltigkeit ist wichtig“, unterstreicht Huntemann. Im Sinne der Mitarbeiter und vor allen der Betroffenen.

sr

www.suchtberatungsstelle.de

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