Stadtwerke Huntetal

Steigende Strompreise - Stadtwerke-Chef fordert Aus für Stromsteuer

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Stromleitungen in Sankt Hülfe. Die Stadtwerke Huntetal haben – wie viele Anbieter – die Strompreise zum Jahreswechsel erhöht.

Strompreiserhöhung: Staatliche Abgaben, Umlagen und Steuern steigen und erreichen nach Angaben der Stadtwerke Huntetal 2020 einen Höchststand.

Diepholz - Strom ist zum Jahreswechsel für viele Haushalte in Deutschland teurer geworden. Auch die Stadtwerke Huntetal haben ihre Preise erhöht. Anlass für ein Interview mit dem Geschäftsführer Waldemar Opalla.

Was ist der Grund für Ihre aktuelle Strompreiserhöhung?

Staatliche Abgaben, Umlagen und Steuern sind gestiegen und erreichen 2020 einen Höchststand. Sie machen aktuell 52 Prozent des Strompreises aus. Darüber hinaus haben sich auch die staatlich regulierten Netzentgelte erhöht. Das sind weitere 25 Prozent, die wir nicht beeinflussen können. Lediglich die verbleibenden 23 Prozent für Strombeschaffung und Vertrieb können wir steuern.

Die Beschaffungspreise sind im letzten Jahr gesunken. Warum kommt davon nichts beim Verbraucher an?

Das betrifft die Preise im Kurzfristhandel. Hier kaufen wir jedoch nur vergleichsweise kleine Mengen Strom ein, um kurzfristige Schwankungen in der Nachfrage auszugleichen. Im Rahmen einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie decken wir uns langfristig in mehreren Tranchen am Terminmarkt ein, um das Risiko größerer Preisschwankungen für unsere Kunden zu vermeiden. Über die vergangenen drei Jahre sind dort die Notierungen um rund ein Drittel gestiegen.

Die steigenden Strompreise stellen zunehmend eine Belastung für viele Haushalte dar. Wie sehen Sie die Problematik?

Waldemar Opalla, Stadtwerke-Geschäftsführer.

Die Strompreise müssen auch für kleinere Einkommen bezahlbar bleiben. Die staatlichen Bestandteile nehmen mehr als die Hälfte des Gesamtpreises ein, denn auch auf alle Steuern, Umlagen und Abgaben wird zusätzlich noch mal die volle Mehrwertsteuer draufgeschlagen. Die soeben verkündeten Rekordeinnahmen des Bundes sind vor diesem Hintergrund ein Unding. Ich plädiere für eine deutliche Entlastung der Verbraucher durch eine Abschaffung der Stromsteuer und eine Reduzierung der Mehrwertsteuer beim Strom von 19 auf sieben Prozent. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz gilt für notwendige Leistungen des täglichen Bedarfs wie Trinkwasser. Gerade wurde der Mehrwertsteuer für Bahnfahrten reduziert – wieso nicht auch für Strom? Im Bundesdurchschnitt zahlt ein Haushaltskunde aktuell bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden jährlich rund 1100 Euro. Die Abschaffung der Stromsteuer und Reduzierung der Mehrwertsteuer würde im Durchschnitt eine spürbare Entlastung von fast 200 Euro im Jahr bedeuten.

Ist ein Wechsel des Energieversorgers ratsam, wenn man Geld sparen will?

Aus meiner Sicht kommt es auf das Gesamtpaket an. Wir bieten einen fairen Preis, aber übernehmen auch regionale Verantwortung. Wir bieten Ausbildungs- und Arbeitsplätze, stellen Infrastruktur zum Beispiel Ladesäulen für E-Fahrzeuge zur Verfügung und unterstützen regionale Projekte. Wir sind vor Ort für unsere Kunden ansprechbar. Diese Aspekte sollten bei der Entscheidung für einen Energieversorger einfließen. Hohe Boni verleiten dazu, dass Kleingedruckte nicht zu lesen. Am Energiemarkt tummeln sich einige dubiose Anbieter, die mit windigen Geschäftsmodellen schnelle Gewinne machen wollen – leider oft auf Kosten der Kunden. Wir gehören außerdem zu hundert Prozent den Kommunen, an die wir auch unsere Gewinne ausschütten. Diese Mittel fließen zum Beispiel an Kindergärten und Grundschulen. Unser Geld bleibt vor Ort – anders als bei anonymen Internetanbietern oder den großen Energiekonzernen.

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