Mammut-Projekt mit historischer Bedeutung

Baubeginn für Stromleitung zwischen Ganderkesee und St. Hülfe noch 2017

St. Hülfe/Ganderkesee - Von Anke Seidel. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten für das Mammut-Projekt mit historischer Bedeutung beginnen: Die neue 380 kV-Höchstspannungsleitung zwischen den Umspannwerken Ganderkesee und St. Hülfe kommt – 13 Jahre, nachdem sich die „Interessengemeinschaft Hochspannung“ gegründet hatte.

Darin hatten sich 220 direkt betroffene und interessierte Bürger aus den Landkreisen Oldenburg und Diepholz gegen das Projekt in seiner ursprünglichen Form gewehrt – der Beginn einer langen Diskussion und eines Rechtsstreits.

„Mit dem Planfeststellungsbeschluss und der Bestätigung durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig haben wir nun unsere Planungen sowie das technische Gesamtkonzept an den planfestgestellten Trassenverlauf angepasst“, so Lars Holze-Lentas als „Tennet“-Projektleiter Freileitungsbau. „Daher sind in den verschiedenen Bereichen der Trassenführung Änderungen nötig.“

Was sich vor Ort genau ändert, erfahren betroffene und interessierte Bürger bei Informationsveranstaltungen für jeden einzelnen der fünf Projekt-Abschnitte. „Auch in diesem fortgeschrittenen Planungsstadium sind pragmatische Lösungen vor Ort machbar, um Verbesserungen für alle Beteiligten zu erzielen“, so Gesamtprojektleiter Christian Schmidt und Bürgerbeteiligungsreferentin Inga Wilken. Sie hat die Betroffenen bereits ausführlich über das aktuelle Konzept informiert.

Für die rund 60 Kilometer lange Trasse ist eine Bauzeit von drei bis vier Jahren vorgesehen. Bei der rund 48 Kilometer langen Freileitung entstehen Masten in einem Abstand zwischen 300 und 400 Metern. Die Bauzeit für einen einzelnen Masten gibt „Tennet“ mit drei bis vier Monaten an. 13 Kilometer der Trasse verlaufen – in verschiedenen Abschnitten – als Erdkabel. Dafür ist eine Bauzeit von rund einem Jahr vorgesehen.

Bau an mehreren Orten gleichzeitig

„Der Bau wird abschnittsweise und an mehreren Stellen gleichzeitig erfolgen“, so kündigt „Tennet“ an. „Im ersten Schritt werden vorbereitende Maßnahmen wie beispielsweise die Baugrunduntersuchung im Bereich der Maststandorte und Kabelpunkte durchgeführt“, hieß es dazu. Die Untersuchung des Baugrunds sei notwendig, um das Mast-Fundament (Tiefgründung) an die jeweilige Bodenstruktur anzupassen. Nach Einrichtung der Baustelle werde mit den Maßnahmen für den Mast oder den Erdkabelabschnitten begonnen. Dann folge die Montage der Masten oder die Verlegung des Erdkabels. „Nach Abschluss der Bauarbeiten werden alle vorübergehend genutzten Flächen, Arbeitsflächen, Straßen und Wege in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt“, so betont die Projektleitung.

Während der speziellen Schutzzeiten für Fauna und Flora ruhen die Bauarbeiten. „Außerdem“, so die Projektleitung, „bemühen wir uns um eine Abstimmung der einzelnen Bauphasen mit den spezifischen Aussaat- und Erntezeiten zur Vermeidung von Ernteausfällen“.

Zeitplan: Info-Veranstaltungen

In einer Reihe von Informationsveranstaltungen stellt das Projektteam des Unternehmens „Tennet“ den Bürgern die einzelnen Bauabschnitte vor. Folgende Veranstaltungen sind vorgesehen:

Abschnitt 1 (Erdkabel Umspannwerk Ganderkesee bis Kabelübergangsanlage Klein Henstedter Heide):

Montag, 13. November, von 15 bis 20 Uhr im Hotel & Restaurant Oldenburger Hof, Ganderkesee.

Abschnitt 2 (Freileitung Nord):

Donnerstag, 9. November, von 15 bis 20 Uhr im Hotel „Zur Wasserburg“, Harpstedt.

Abschnitt 3 (Freileitung Mitte):

Dienstag, 6. November, von 15 bis 20 Uhr im Rathaussaal Barnstorf.

Abschnitt 4 (Freileitung Süd):

Mittwoch, 8. November, von 15 bis 20 Uhr im Rathaussaal Barnstorf.

Abschnitt 5 (Erdkabel Kabelübergangsanlage Dickel West – UW St. Hülfe):

Dienstag, 14. November, von 15 bis 20 Uhr in den Ratsstuben in Rehden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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