Strafanzeige gegen Schlachtbetrieb

Tierschützer beklagen Tierquälerei in Barnstorf: Video als Beweis vorgelegt

Legehennen-Schlachtbetrieb in Barnstorf.
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Videomaterial: Wegen des Verdachts der Tierquälerei hat die Stiftung für Tierschutz „Vier Pfoten“ Strafanzeige gegen einen Legehennen-Schlachtbetrieb in Barnstorf gestellt.

Die Staatsanwaltschaft Verden hat auf Grundlage von Videomaterial der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ Strafanzeige gegen den Barnstorfer Geflügelschlachtbetrieb Menge erhoben. Es bestehe der Verdacht, dass gegen das Tierschutzrecht verstoßen wurde.

Barnstorf – Schwere Vorwürfe: Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat nach eigenen Angaben einschlägiges Videomaterial von tierschutzrechtlichen Verfehlungen im Betriebsablauf der Geflügelschlachterei Menge in der Samtgemeinde Barnstorf veröffentlicht.

Laut „Vier Pfoten“-Pressesprecher Oliver Windhorst seien der Tierschutzorganisation die Videoaufnahmen zugespielt worden. Diese dokumentierten nach Einschätzung der globalen Stiftung für Tierschutz tierquälerische Zustände auf dem Schlachthof.

Tierquälerei-Vorwürfe von „Vier Pfoten“ gegen Schlachtbetrieb Menge

Zu sehen sei unter anderem, wie Mitarbeiter zur Schlachtung vorgesehene Legehennen mit Metallstangen erschlagen und nicht eingreifen, als ein Hund Hühner minutenlang zu Tode hetzt. Die getöteten Tiere seien zuvor aus einem auf der Anlage stundenlang abgestellten Tiertransporter entkommen.

„Vier Pfoten“ lägen außerdem Aufnahmen des Schlachthofs in Barnstorf vor, dass Legehennen nach Ankunft des Tiertransporters auf dem Gelände bis zu 15 Stunden in aufeinandergestapelten Transportkisten im Lkw auf ihre Schlachtung warten mussten. Das sei nach geltendem Tierschutzrecht nicht erlaubt. Tiere, die in Behältnissen angeliefert werden, müssten nach maximal zwei Stunden getränkt und nach sechs Stunden gefüttert werden: Doch eingepfercht in aufeinandergestapelten Kisten sei dies technisch nicht möglich. Deswegen müssten sie spätestens zwei Stunden nach der Ankunft entladen werden, so die Tierschutzorganisation. Das sei jedoch nicht passiert.

Wir werden die Vorwürfe nun zusammen mit dem Veterinäramt aufklären.

Geschäftsführer Dietrich Menge

Laut Kreisrat Jens-Hermann Kleine vom Landkreis Diepholz habe „Vier Pfoten“ das zuständige Veterinäramt am vergangenen Donnerstag, 21. Oktober, per E-Mail um 13.29 Uhr informiert. Dieses habe sodann bei der Staatsanwaltschaft Verden Strafanzeige gegen den Schlachtbetrieb wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt.

„Die Tierschutzorganisation wurde noch am selben Nachmittag gebeten, auch dem Veterinäramt die der Staatsanwaltschaft übergebenen Unterlagen und Dokumentationen zugänglich zu machen, um hier unverzüglich eine Bewertung der in Rede stehenden Sachverhalte vornehmen zu können“, sagt Kleine.

Halbstündiges Video fasst beobachtete Vorgänge zusammen

Aufgrund der Datenmenge wurde von der Tierschutzorganisation ein etwa halbstündiger Zusammenschnitt des Filmmaterials per Internetlink am Freitagmittag um 12.10 Uhr übersandt, so der Kreisrat.

Bereits am Freitagmittag sei das zur Verfügung gestellte Material des Zusammenschnittes vom Landkreis Diepholz gesichtet und bewertet worden, berichtet Kleine. Das Material von „Vier Pfoten“ enthalte „nach vorläufiger Einschätzung Sachverhalte, die den Verdacht auf Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen begründen.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Der Landkreis habe daher gegenüber dem verantwortlichen Lebensmittelunternehmer die sofortige Abstellung der bisher erkennbaren Verstöße mündlich verfügt und die Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren angekündigt.

Derweil sagt der Geschäftsführer der Geflügelschlachterei Menge, Dietrich Menge, auf Nachfrage der Kreiszeitung, dass er die erhobenen Vorwürfe erst einordnen müsse. Er selbst habe keine Kenntnisse von etwaigem Fehlverhalten innerhalb des Betriebs. Er kündigte an: „Wir werden die Vorwürfe nun zusammen mit dem Veterinäramt aufklären.“ Bisher sah sich das Unternehmen laut Aussage des Geschäftsführers nie Vorwürfen über das Tierwohl ausgesetzt.

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