„Stopp!“ und einfache Selbstverteidigungstechniken

Großes Interesse an Anti-Mobbing-Kurs für Kinder in Diepholz

Im Anti-Mobbing-Kursus wurden leise Kinder plötzlich laut und lernten „Stopp“ zu sagen, wenn sie etwas nicht wollen. Auch körperliche Angriffe abzuwehren war Teil der Übung. - Foto: Manholt

Diepholz - Von Louisa Manholt. Selbstvertrauen ist gesund und Selbstvertrauen kann auch helfen. Besonders bei der immer öfter und früher auftauchenden Problematik „Mobbing“. Damit Kinder lernen, sich dagegen zu schützen und zu wehren, ermöglichte die Fitness-Trainerin Anna Wiegmann einen Anti-Mobbing-Kursus in einem leer stehenden Diepholzer Ladenlokal.

In drei Gruppen mit insgesamt 38 Kindern aus Diepholz, Vechta, Twistringen und Bremen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren sollte gelernt werden, was es mit Mobbing (verkürzt: regelmäßige Schikane) auf sich hat und wie man damit umgeht. Das zeigte Merlin Steinbrück, Karate-Trainer aus Leer und seit zwei Jahren Anti-Mobbing-Coach. In drei Phasen führte er durch das Coaching.

Nach einem Aufwärmtraining und einer kurzen Kennenlernphase, wurden zunächst Hintergründe geklärt: Was ist eigentlich Mobbing, welche Arten von Mobbing gibt es, warum gibt es eigentlich Mobbing und vor allem wie hole ich mir Hilfe? Im Anschluss ging es weiter mit Kommunikationsübungen: Wie wehre ich mich gegen verbales Mobbing? Dabei wurde sich während der Übung auch mal angeschrien, wenn es darum ging laut „Stopp!“ zu rufen, um zu zeigen, dass man etwas nicht möchte.

Zuletzt erlernten die Kinder noch einfache Selbstverteidigungstechniken vom Karate-Meister. Dabei war der Sinn der Übung weniger die tatsächliche Anwendung bei möglichen körperlichen Auseinandersetzungen, sondern vielmehr die Stärkung des Selbstbewusstseins. „Alleine das Wissen um das Können, sich zu wehren, lässt die Kinder schon anders auftreten“, erklärte Steinbrück.

Die Idee des Coachings durch Kampfsportler kommt ursprünglich aus Amerika. Früher war das Ziel vielmehr Kinder darauf vorzubereiten, wie sie zu handeln haben, wenn fremde Erwachsene sie ansprechen. In der heutigen Zeit ist es immer wichtiger, den Kindern beizubringen, sich vor ihresgleichen zu schützen. Auch Anna Wiegmanns Interesse an diesem Kurs liegt hier zugrunde.

Den Kursus rief sie ins Leben, weil ihr eigener Sohn in der Schule bereits Probleme mit Mobbing hatte. Dass allerdings so viele Anmeldungen zusammenkämen, hatte die Diepholzerin nicht erwartet.

Auch die Eltern der Kinder nehmen das Angebot gerne wahr. Sei es als Präventivmaßnahme, weil die eigenen Kinder eher ruhig und zurückhaltend sind und damit schnell in die Opferrolle fallen könnten, oder aber, weil der Sohn bereits in der zweiten Klasse gemobbt wurde und der anschließende Selbstverteidigungskursus soweit gestärkt hatte, dass nun noch einmal Grundlagen geschaffen werden sollen, damit dies nicht noch einmal vorkommt.

Am Ende der Veranstaltung zeigten sich Anna Wiegmann und die Eltern positiv gegenüber den Kursus: „Es ist spannend zu sehen, wie die Kinder erst leise und zurückhaltend sind und am Ende dann laut und gestärkt hervorgehen und richtig selbstbewusst werden“.

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