Empfehlung der Stiko

Nicht alle Impfzentren im Landkreis Diepholz bieten Booster-Impfungen bereits nach drei Monaten an

Der Empfehlung der Stiko folgen nicht alle Impfzentren im Landkreis Diepholz.
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Der Empfehlung der Stiko folgen nicht alle Impfzentren im Landkreis Diepholz.

Boostern gegen das Coronavirus bereits drei Monate nach der zweiten Impfung oder Erkrankung. So lautete am Dienstag die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Doch nicht alle Impfzentren im Landkreis Diepholz folgen dem Hinweis. Eine Abfrage zeigt, dass auch diejenigen, die sich an die Empfehlung halten, Bedenken haben.

Landkreis Diepholz – Christine Melms, Leitung der Gemeinschaftspraxis von Dr. Kirchberg und Dr. Blesken aus Diepholz, erklärt auf Anfrage der Kreiszeitung, dass Patienten bei ihnen erst fünf Monate nach der zweiten Impfung geboostert werden. Begründung: Es sei nach drei Monaten ungerecht gegenüber denjenigen, deren Impfung bereits sieben Monate oder noch länger zurückliegt. Diese Patienten hätten es schwerer, an einen Termin zu kommen, da durch die neuen Regeln nun weitere Impfberechtigte nachrücken würden. Außerdem sei der Arbeitsaufwand aufgrund der steigenden Nachfrage zu hoch.

Frage nach ausreichend Impfstoff

Anders sieht dies die Sulinger Frauenärztin Dr. Claudia Blume. Sie folgt der Empfehlung der Ständigen Impfkommission und verabreicht bereits nach drei Monaten die dritte Impfung. „Es ist nur die Frage, ob ausreichend Impfstoff für die vielen Impfberechtigten zur Verfügung steht“, sagt sie.

Patienten mussten weggeschickt werden

Sowohl Maren Lueßen als auch ihr Mann Piet Lueßen leiten in Syke und Heiligenrode jeweils ein Impfzentrum. In diesen halten sie sich an die Empfehlung der Stiko. Maren Lueßen könne die verkürzte Zeit zwischen den Impfungen nachvollziehen. Allerdings finde sie es schade, dass sie bis Dienstag Patienten wegschicken musste, die in der Liste/Schlange für eine Booster-Impfung waren und dann abgewiesen werden mussten, weil ihre Impfung „nur“ vier Monate alt war. Die Syker Ärztin machte zudem darauf aufmerksam, dass die Stiko-Empfehlung vorerst nur für Volljährige gilt.

Offene Impfmöglichkeiten im Landkreis Diepholz

Impfzentrum Brinkum: Nach drei Monaten

Impfzentrum Heiligenrode: Nach drei Monaten

Impfzentrum Syke: Nach drei Monaten

Dr. Claudia Blume (Sulingen): Nach drei Monaten

Dr. Kirchberg und Dr. Blesken (Diepholz): Nach fünf Monaten

Mobile Impfteams des Landkreises: Nach drei Monaten

Die mobilen Impfteams des Landkreises Diepholz setzen die Empfehlung der Stiko laut einer Mitteilung des Landkreises dahingehend um, „dass ältere oder vorerkrankte Personen und Personen, bei denen die Auffrischungsimpfung länger als vier Monate zurückliegt, wegen des höheren Risikos für einen schweren Verlauf von Covid-19 bei den Auffrischimpfungen bevorzugt berücksichtigt werden sollen.“ Personen, deren Zweitimpfung drei Monate zurückliegt, würden aber nicht weggeschickt.

353 042 Impfungen bislang im Landkreis Diepholz

Insgesamt sind bis zum 19. Dezember 353 042 Impfungen im Kreis verabreicht worden, berichtet der Landkreis. 147 000 Menschen, also 67,41 Prozent der Kreisbevölkerung sind zweifach geimpft, 30,19 Prozent haben bereits ihren Booster erhalten. Die Auffrischungen entfallen primär auf niedergelassene Ärzte, die 54 150 Booster verabreicht haben gegenüber den 11 670 Booster-Impfungen der mobilen Impfteams. Mittlerweile seien es auch die niedergelassenen Ärzte, die mit insgesamt 186 355 verabreichten Dosen (Erst-, Zweit- und Boosterimpfung) den größten Beitrag geleistet haben. Das Ende September geschlossene Impfzentrum zeichnete für 151 238 Dosen verantwortlich, die mobilen Impfteams für 15 449. Landrat Cord Bockhop zeigte sich im Gespräch sehr dankbar für die engagierten Ärzte, die alle möglichen Impfstoffe besorgen und unter die Bevölkerung bringen.

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