Dieter Möller und seine fantastischen Maschinen im Technikmuseum

Steampunk in Diepholz

Mit „Musikmühle“, anderen fantasievoll zusammengebauten Geräten und dem Buch Steampunk: Dieter Möller im Technikmuseum Diepholz-Heede.
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Mit „Musikmühle“, anderen fantasievoll zusammengebauten Geräten und dem Buch Steampunk: Dieter Möller im Technikmuseum Diepholz-Heede.

Heede – Die Stadt Diepholz beherbergt im Ortsteil Heede nicht nur das größte Bügeleisenmuseum Deutschlands mit aktuell 3 074 Exemplaren – eine Sammlung des Museumsgründers Dieter Möller. Im Technikmuseum an der Bremer Straße gibt es zudem „Steampunk“. Diese Kulturbewegung basiert auf den Fantasie-Romanen von Jules Verne (1828 - 1905). Es geht unter anderem darum, alte Geräte mit neuer Technik zu verbinden.

„Wir hatten heute schon einige Gäste, die wie Figuren aus Jules Vernes Utopie aussahen“, erzählte Museumsleiter und Sammler Möller am Abend der erste Tages der neuen Saison..

Möller liefert die Exponate, weswegen die Gäste mit dem Faible „Steampunk“ zu ihm in die neue Ausstellung kommen. Und das kam so: Der Heeder Unternehmer im Ruhestand hatte vor ein paar Jahren in eines seiner Kohlebügeleisen ein Radio eingebaut, ohne damals zu wissen, dass er sich damit bereits mitten in der Kulturbewegung des „Steampunk“ befand.

Steampunk

Steampunk (englisch, Steam: Dampf und Punk: wertlos, mies) begann im späten 19. Jahrhundert mit den Science-Fiction- und Abenteuerromanen wie dem von Jules Verne „20 000 Meilen unter dem Meer“. Hier wurden Techniken beschrieben, die es real noch nicht gab. Das Science-Fiction Magazin „Locus“ kreierte 1987 die Bezeichnung Steampunk. Es entwickelte sich eine kulturelle Bewegung, die sich in den Bereichen Literatur, Kunst, Kleidung, Schmuck, Musik und Gebrauchsgegenständen findet. Häufig werden Stücke aus der viktorianischen Zeit mit moderner Technik bestückt und betriebsfertig gebaut. sbb

„Ein Sammlerfreund machte mich darauf aufmerksam, dass so ein Teil als „Steampunk“ gilt“, erinnert sich Möller. Bis dahin waren ihm das Wort und die Bewegung unbekannt. „Bis ich in meiner Recherche auf das Buch von Dan Aetherman, alias Daniel Tännler, stieß. „Wussten Sie, dass der Mann Schweizer und Chocolatier ist?“ All das erläutert Dieter Möller den Besuchern des Technikmuseums gern. „Ich war so angetan von den alten Geräten mit neuem Leben und dem Outfit, dass es nicht bei dem einen Exemplar blieb“, so der passionierte Elektrobastler.

Und da sein Fundus im Museum und seine Kontakte zu Sammlern und Börsen schier unbegrenzt erscheinen, blieb es nicht bei dem einen Bügeleisen mit Radio. Er baute in das aus als DDR-Produktion (Sachsenwerk) 1951 für 337 Mark gebaute Röhrenradio Marke „Olympia“ einen Autozigarettenanzünder und einen MP3-Player ein. „Mit dem Player spielt das Radio jetzt eine Playlist“, sagt der High-End-Bastler.

„Raucherradio“

Sein Humor ist groß: Er nennt das Radio „Raucherradio“ stellt aber ein „Bitte nicht Rauchen“-Symbol-Schild aufs Radio. „Der Zigarettenanzünder funktioniert. Aber ob die Raucher es bis unten in den Hof schaffen?“.

Seine „Musikmühle“, aus dem Korpus einer hölzernen Kaffeemühle, spielt Schlager und Gassenhauer, aus einem schwarzen Bakelite-Telefonhörer wird wie durch Metamorphose eine Lampe. Zu den ausgestellten Exponaten gehören der „Datenbrenner“, die „Sturmlaterne“ und ein ausgeschlachtetes Grammophon, dass Möller mit moderner Technik spickte, sodass es jetzt im ergänzten Display eine Musikboxfassade mit Liedertiteln zeigt.

Das sind nur einige Beispiele, wie Möller sich dem „Steampunk“ nähert. Da sein Herz aber schon immer für Technik, egal aus welcher Epoche, schlug und er den Spagat zwischen den Zeiten nicht scheut, fühlt er sich in der Bewegung sehr wohl. Er scheint wie Aetherman wie ein Jules-Verne-Erbe und baut fantastische Maschinen.

Seine derzeit rund 20 „Steampunk“-Geräte sind sonntags in der Zeit von 14 bis 18 Uhr im Technikmuseum in Heede, Bremer Straße 7, zu bestaunen. Und wer will, träumt sich dazu in die legendäre „Nautilus“ aus „20 000 Meilen unter dem Meer“.

Dieter Möller ist fast immer vor Ort und erläutert die retrofuturistischen Geräte – neben seiner Bürgeleisen-Sammlung.

Simone Brauns-Bömermann

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