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Stadtwerke Huntetal: Höhere Preise in den Grundtarifen

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Von: Eberhard Jansen

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Die Einkaufspreise für Strom und Gas sind stark gestiegen: Die Stadtwerke Huntetal erhöhen daher die Preise, erläutert Geschäftsführer Matthias Partetzke.
Die Einkaufspreise für Strom und Gas sind stark gestiegen: Die Stadtwerke Huntetal erhöhen daher die Preise, erläutert Geschäftsführer Matthias Partetzke. © Jansen

Wer einen Vertrag mit längerer Laufzeit hat, ist noch nicht betroffen. Aber auf Kunden der Stadtwerke Huntetal in den Grundversorgungstarifen für Strom und Gas kommen zum 1. Mai Preiserhöhungen zu. In welcher Höhe und Hintergründe erläuterte Stadtwerke-Geschäftsführer Matthias Par-tetzke der Mediengruppe Kreiszeitung.

Diepholz Die Preiserhöhungen sind in den beiden Grundversorgungstarifen unterschiedlich. Weniger hoch fallen sie im Grundversorgungstarif 1 aus, den etwa 10 000 Bestandskunden der Stadtwerke haben. Hier steigen die Kosten für eine Kilowattstunde Strom von 33 Cent (brutto) auf knapp 36 Cent. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3 500 Kilowattstunden bedeutet das eine Steigerung von etwa sieben Prozent (von 1 260 Euro auf 1 345 Euro jährlich). Für die etwa 800 Neukunden im Grundversorgungstarif 2, die die Stadtwerke aufnehmen mussten, nachdem die bisherigen Anbieter dieser Haushalte ihre Lieferung wegen der massiv gestiegenen Einkaufspreise eingestellt hatten oder in Insolvenz gegangen waren, oder die Neukunden durch Zuzug oder Wohnungswechsel sind, wird der Strom um etwa 19 Prozent teurer (beim Beispielhaushalt ein Anstieg von 1 875 auf 2 232 Euro im Jahr). Der Preis pro Kilowattstunde steigt in diesem Tarif von etwa 50 Cent auf 60 Cent (brutto).

Beim Gas, wovon Haushalte mehr Kilowattstunden als Strom verbrauchen, ist der Gesamt-Preisunterschied noch deutlicher: Die Preise für Bestandskunden im Grundtarif 1 steigen um zwölf Prozent (bei einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden) und für Kunden im Tarif 2 sogar um 45 Prozent (hier von 3 135 auf 4 550 Euro im Jahr).

Hintergrund: Für die Neukunden, deren Zahl im Vorjahr noch nicht bekannt war, müssen die Stadtwerke kurzfristig Gas und Strom einkaufen – und das zu den aktuell sehr hohen Preisen an der Börse, die zeitweise achtmal so hoch wie im Vorjahr waren. „Die Basis für die Tarifkalkulation der Grundversorgung 2 hat sich leider nicht entspannt“, sagt Matthias Partetzke: „Vielmehr führt die Kriegslage zu einer Preisexplosion für Strom und Gas.“ Die Gesamtkosten für einen Durchschnittshaushalt im Tarif 2 werden sich nach der Erhöhung auf 6 782 Euro im Jahr für Strom und Gas belaufen, errechneten die Stadtwerke. Eine Beruhigung des Marktes sieht der Geschäftsführer frühestens ab Ende April: „Einkaufsvorteile werden wir natürlich an unsere Kunden weitergeben.“ Derzeit könne angesichts der hohen Preise kaum Strom und Gas für einen längeren Zeitraum eingekauft werden.

Ein kleiner Lichtblick: Stromkunden werden voraussichtlich ab 1. Juli durch den Entfall der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) geringfügig um etwa 155 Euro pro Jahr entlastet (4,43 Cent brutto pro Kilowattstunde). Partetzke betont, dass die Stadtwerke Huntetal auf Preis-Vergleichsportalen immer noch vordere Plätze unter den deutschen Gas- und Stromanbietern einnehmen.

Als Ursache für die hohen Einkaufskosten sieht der Geschäftsführer die Preispolitik der Lieferanten und Spekulationen an Energiebörsen: „Es gibt keine Verknappung, die den Preis rechtfertigen würde.“

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