Bilanz 2020: Acht Millionen Euro investiert

Stadtwerke Huntetal machen 1,394 Millionen Euro Gewinn

Stadtwerke Huntetal:  Geschäftsführer Matthias Partetzke mit Prokuristin Pia Igelbrink.
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Die Stadtwerke Huntetal legten ihre Bilanz 2020 vor: Geschäftsführer Matthias Partetzke mit Prokuristin Pia Igelbrink.

Diepholz – Die Stadtwerke Huntetal haben auch 2020 einen Gewinn erwirtschaftet. 1,394 Millionen Euro beträgt dieser und liegt damit gut 300 000 Euro über dem des Vorjahres. Zu dem Jahresüberschuss trug allerdings auch ein einmaliger Umstand bei, der nach Insider-Informationen rund 500 000 Euro eingebracht haben soll: der Verkauf von Leerrohren.

32 Kilometer dieser Rohre hatten die Stadtwerke – damals noch mit dem alten Geschäftsführer Waldemar Opalla – unter die Erde gelegt, wenn sie für die Verlegung oder Sanierung anderer Leitungen Gräben ausheben mussten. Das war nur wenig mehr Aufwand, zahlte sich aber jetzt aus. Der Eigenbetrieb „Breitbandausbau Landkreis Diepholz“ kaufte die Rohre den Stadtwerken 2020 für Glasfaser-Leitungen ab und sparte sich so eigene Baggerarbeiten.

Von den rund 1,4 Millionen Euro Gewinn des heimischen Energie- und Wasserversorgers – 54 Prozent davon stammen aus dem Verkauf von Strom und Gas – kommen etwa 450 000 Euro den Bürgern der Stadtwerke-Gesellschafterkommunen zu Gute: Dieses Geld fließt in die Haushalte der Stadt Diepholz, der Samtgemeinden Barnstorf und Rehden sowie der Gemeinde Wagenfeld. Die ausgezahlten Gewinn-Anteile entsprechen der unterschiedlichen Höhe der Gesellschafter-Anteile. „Rund 880 000 Euro verwenden wir zur Stärkung des Eigenkapitals“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Matthias Partetzke im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bäder: Eine Million Euro Verlust

Durch die Bäder in Diepholz (Hallen- und Freibad) und Barnstorf (Freibad) sind den Stadtwerken ein Verlust von rund einer Million Euro entstanden, der vom Gewinnanteil der beiden Kommunen mit Bädern abgezogen wird. Dieser stets eingeplante Verlust habe sich gegenüber dem Vorjahr trotz Corona praktisch nicht verändert: Zwar waren wegen der zeitweisen Schließung der Bäder die Einnahmen geringer, aber auch die Kosten für den Betrieb.

Die Anzahl der Besucher in den Freibädern lag mit etwa 33 700 erheblich unter der des Vorjahres, als etwa 94 600 gezählt wurden. Im Diepholzer Hallenbad „Delfin“ sank die Zahl der Besucher auf 33 400 gegenüber etwa 69 600 im Jahr 2019.

Für die neue Saison sind die Freibäder in Diepholz und Barnstorf schon vorbereitet: „Wir könnten am 9. Mai starten“, hofft Matthias Partetzke auf die Lockerung der Corona-Maßnahmen. Derzeit sei das Wasser in den Becken bereits auf 16 Grad vorgeheizt, die Temperatur könne binnen weniger Tage erhöht werden.

Mehr Schwimmkurse anbieten

Wenn der Bäderbetrieb wieder läuft, wollen die Stadtwerke in Zusammenarbeit mit der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft) verstärkt Schwimmkurse anbieten. Insbesondere für Kinder, deren Schwimmunterricht in der Schule wegen der Pandemie ausfiel, ist dieses Angebot gedacht.

Der Umsatz der Stadtwerke Huntetal stieg 2020 von 94,6 Millionen Euro auf 97,3 Millionen. Euro. Die Investitionen beliefen sich nach eigenen Angaben auf etwa acht Millionen Euro. Davon wurden etwa zwei Millionen in die Stabilisierung der Stromnetze investiert. Hierbei spielte weiterhin die Einbindung der erneuerbaren Energien eine große Rolle. Fast eine Million Euro flossen in Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen bei den Gasnetzen.

Arbeiten in den Wasserwerken

Die Wasser-Absatzmengen waren mit knapp drei Millionen Kubikmetern leicht rückläufig. Zur Sicherung der Trinkwasserversorgung investierten die Stadtwerke Huntetal laut ihrer Mitteilung etwa 2,3 Millionen Euro unter anderem in den Bau einer zusätzlichen Reinwasserkammer im Wasserwerk Wagenfeld, die 2020 in Betrieb genommen wurde. Im Einzugsbereich des Wasserwerks Sankt Hülfe läuft aktuell die Komplettsanierung eines Brunnens, um auch weiterhin eine sichere Wasserversorgung zu gewährleisten.

Mehr Nachhaltigkeit gibt es seit 1. Januar 2021 für alle Haushaltskunden der Stadtwerke. Die komplette Belieferung wurde auf „Grünstrom“ umgestellt – und das unter Beibehaltung der bisherigen Preise.

Die Stadtwerke Huntetal haben sich laut einer Pressemitteilung 2020 auch den wachsenden Herausforderungen des Energiemarkts wie zunehmende gesetzliche Auflagen und Anforderungen durch den EEG-Ausbau (Erneuerbare-Energien-Gesetz) zu stellen. So seien Weichen für eine Neuausrichtung des Unternehmens gelegt worden, um den verschärften Marktbedingungen zu begegnen. Sowohl im Netzbereich als auch im Vertrieb wurden demnach neue Schwerpunkte gesetzt. Insbesondere das Angebot von Energiedienstleistungen wie Verträge über Brennwertthermen und Photovoltaikanlagen werde weiter ausgebaut. Teil der strategischen Zielausrichtung sei es, noch nachhaltiger und digitaler zu werden.

Nachhaltiger und digitaler

Auch die Entwicklung eines neuen Photovoltaik-Konzepts dokumentiert laut Stadtwerke-Aussagen die ökologische Ausrichtung. Ziel ist es, überall dort, wo es ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, eine dezentrale Stromerzeugung durch Photovoltaik (PV) voranzutreiben. „Mit dem Ausbau von PV-Anlagen auf eigenen Gebäuden gehen die Stadtwerke mit gutem Beispiel voran“, heißt es in der Mitteilung des heimischen Energie- und Wasserversorgers. er Startschuss wurde mit der Installation der ersten Anlage auf den Wasserwerken in Wagenfeld und Sankt Hülfe gegeben. Ein weiteres PV-Projekt wird derzeit im Freizeitbad Hunteholz in Barnstorf umgesetzt.

Zudem haben die Stadtwerke Huntetal Blockheizkraftwerke (BHKW) angeschafft, die der Nachhaltigkeit dienen sollen. So wurde ein mobiles BHKW im Hallenbad Delfin in Diepholz installiert, das im saisonalen Wechsel auch das Freibad Müntepark energetisch versorgt. Das Freizeitbad Hunteholz verfügt ebenfalls über ein entsprechendes BHKW, das in der Winterzeit im Barnstorfer Gewerbegebiet Hülsmeyer-Park eingesetzt wird.

Kunden sparen 1,4 Millionen Euro Steuern

2020 wurde der Abrechnungstermin für Energie- und Wasserkunden vom 30. September auf den 31. Dezember umgestellt. Durch die jetzt kalenderjährliche Abrechnung sind Abrechnungs- und bilanzielles Jahr identisch, wodurch kostenaufwendige Hochrechnungen des Energieverbrauchs entfallen. Aufgrund des gewählten Abrechnungsmodells konnten Stadtwerkekunden von der Mehrwertsteuersenkung, die vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 galt, sogar bis zu 15 Monate profitieren. Insgesamt sparten die Kunden laut Stadtwerke-Mitteilung damit etwa 1,4 Millionen Euro Mehrwertsteuer.

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