Stadtrat stimmt Plänen zu / Ossenbecker laden ein

Zustimmung zur Steinbrechanlage

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Die Zufahrt zur ehemaligen Sandgrube Buddemeyer an der B69.

Diepholz - Grünes Licht für die Steinbrechanlage in Ossenbeck: Der Diepholzer Stadtrat hat mit großer Mehrheit am Donnerstagabend die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan beschlossen.

In der ehemaligen Sandgrube Buddemeyer will ein Investor – wie mehrfach berichtet – eine mobile Steinbrechanlage installieren. Dagegen hatten Bürger sowohl aus den angrenzenden Bereichen Ossenbecks als auch aus der Lindloge protestiert. Sie befürchten Belastungen durch Lärm, Staub und Erschütterungen.

Es waren auch fast ausschließlich Bürger aus Ossenbeck unter den Zuhörern der Ratssitzung, sie meldeten sich bei der Einwohnerfragestunde zu Wort, wollten unter anderem die Motive der Ratsmitglieder für ihre Abstimmung erfragen.

Grünen-Vertreter Martin Kühn eröffnete die Debatte: „Wem nützt das?“, fragte er mit Blick auf das Projekt. Der Investor habe keine seriösen Angaben über die Betriebszeiten der Anlage gemacht, so Kühn.

Sein Fraktionskollege Andreas Pawelzik sah „ein vier Hektar großes Industriegebiet“ entstehen mit unabsehbaren Folgen, was die Menge der verarbeiteten Materials betrifft. „Heute ist die letzte Möglichkeit, dass wir da im Baurecht noch was machen können.“

Gerhard Albers (CDU) erinnerte dran, dass das Vorhaben in den vergangenen dreieinhalb Jahren gutachterlich intensiv geprüft worden sei. Eine ehemalige Sandgrube biete sich für eine solche Nutzung an, man müsse auch die Wirtschaft und Arbeitsplätze im Auge haben.

Für die FDP sah Wilhelm Reckmann „keinen Grund nicht zuzustimmen“ nach Abwägung aller Fakten, Eingaben und der Untersuchungsergebnisse.

Manfred Albers (SPD) signalisierte ebenfalls Zustimmung: „Wir haben Fragen an die Planung gestellt, und sie sind plausibel beantwortet worden“, sagte er. Den Grünen warf er „Panikmache“ vor.

Besonders im Blickfeld war das Abstimmungsverhalten der Ratsmitglieder aus Aschen: Werner Schneider (SPD) bekräftigte sein „klares Nein“ zu den Plänen und auch Wilhelm Paradiek (CDU) sagte, er werde nicht zustimmen, da er „keinen Mehrwert“ für die Bürger Aschens erkenne. Heinrich Buck (FDP) stimmte den Plänen hingegen zu.

Auch Bürgermeister Dr. Thomas Schulze gehörte zu den Befürwortern der Planung. Er führte aus, dass die Bauschutt-Recyclingquote bei 90 Prozent liege, für den Rest gebe es genügend Deponie-Kapazität. „Es werden dafür keine neuen Deponien gebaut.“

Andreas Pawelzik stellte mehrere Anträge, unter anderem darauf, ein neues Gutachten über Amphibien zu erstellen sowie eine Linksabbiegespur auf der B69 zur Steinbrechanlage hin einzurichten. Die Anträge wurden allesamt mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

Bei vier Gegenstimmen (Grünen-Fraktion und Werner Schneider) und zwei Enthaltungen (Rita Windhorst, parteilos, und Wilhelm Paradiek) votierte der Rat für die Pläne.

Die Ossenbecker Bürger meldeten sich auch im zweiten Teil der Einwohnerfragestunde zu Wort: Sie luden die Fraktionsvorsitzenden zu einem Gespräch in die Schützenhalle ein, um darzulegen, „welche Vorstellungen Sie von der Zukunft von Ossenbeck haben.“ Die Angesprochenen sagten zu.

sr

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