Bürgerstiftung Agenda 21 Diepholz will sozialen Wohnungsbau vorantreiben

Stadt sieht Pläne an der Strothestraße zurückhaltend

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Auf diesem Grundstück an der Strothestraße neben dem Bauhof plant die Bürgerstiftung Agenda 21 Diepholz den Bau von Wohnungen.

Diepholz - Die Bürgerstiftung Agenda 21 will den sozialen Wohnungsbau in Diepholz vorantreiben. Dazu beantragt sie die Übertragung eines städtischen Grundstücks an der Strothestraße. „Es besteht weiterhin ein nachhaltiges Interesse an der Errichtung von Wohnungen für Sozialschwache“, unterstreicht Vorstandsvorsitzender Hans-Werner Schwarz in dem Antrag, der dem städtischen Ausschuss für Steuerung und Finanzen bei seiner nächsten Sitzung in der kommenden Woche zur Beratung vorliegt.

Konkret geht es um das Gelände neben dem Bauhof, das derzeit noch als Bolzplatz dient. Bei einer Realisierung würde die Bürgerstiftung hier Wohnungen bauen, die die Stadt dann anmieten solle.

Die Stadtverwaltung äußert sich indes zurückhaltend. Grundsätzlich werde die Schaffung von sozialem Wohnraum in der Stadt unterstützt. Das konkrete Vorhaben der Bürgerstiftung sei aber differenziert zu betrachten, heißt es in der Stellungnahme im Vorfeld der Sitzung.

So sei eine Prognose des weiteren Zuzugs von Flüchtlingen zum jetzigen Zeitpunkt nur sehr schwierig zu treffen. Derzeit gehe das Land von deutlich niedrigeren Zahlen für 2016 aus. „Die aktuelle Quote der Unterbringung der Stadt Diepholz kann mit den realisierten und in der Planung befindlichen Projekten sichergestellt werden.“ Der Landkreis Diepholz habe mitgeteilt, dass er beim Abschluss neuer Mietverträge, was sowohl die Zahl der Unterbringungsplätze als auch die Laufzeit der Verträge betrifft, erst weiter die Entwicklung abwarten wird.

Für die zukünftige Unterbringung von Flüchtlingen wolle die Stadt Diepholz das Prinzip der dezentralen Unterbringung aufrechterhalten. „Es ist nicht das Ziel, eigene größere Wohneinheiten zu schaffen.“ Die Erfahrungen der dezentralen Unterbringung seien, bei höherem Aufwand, aus vielen Gründen positiv zu bewerten.

Auch bei der Unterbringung von anderen von der Wohnungslosigkeit betroffenen Personen verfolge die Stadt Diepholz das Prinzip der dezentralen Unterbringung. Dieses soll auch weiter so gelten. „Mit einer möglichen Nachnutzung von für die Unterbringung von Flüchtlingen geschaffenen eigenen Wohneinheiten stehen in der Zukunft ausreichende dezentrale Kapazitäten zur Verfügung.“

Zudem habe der Landkreis mitgeteilt, dass das Projekt nicht unter die Richtlinie des Landkreises zur Wohnraumförderung falle.

Auch den Standort sieht die Verwaltung kritisch: „Das angefragte Grundstück an der Strothestraße ist aufgrund des geprägten Umfeldes kein idealer Wohnstandort. Es bietet sich eine gewerbliche Nutzung an.“ Ein Gewerbetreibender aus Diepholz habe sein konkretes Interesse am Erwerb des Grundstückes geäußert. „Ziel ist die Errichtung einer Gewerbehalle mit integrierten Büroräumen.“

So schlägt die Verwaltung vor, das konkrete Projekt der Bürgerstiftung Agenda 21 Diepholz an diesem Standort nicht weiterzuverfolgen.

Gleichwohl sollten mit der Bürgerstiftung für ein möglicherweise anderes Projekt geeignete Grundstücke ermittelt und die Rahmenbedingungen für die Umsetzung diskutiert werden.

Der Ausschuss für Steuerung und Finanzen tagt am Dienstag, 12. April, um 16 Uhr im Rathaus.

sr

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