Verwaltung informiert Ausschuss nicht

Vor Diskussion über Schutz: Stadt holzt Bäume am Junkernhäuser Weg ab

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Die Bäume im neuen Gewerbegebiet Junkernhäuser Weg, wo früher die Gaststätte „Moorhof“ an der B 214 stand, waren bereits gefällt, als der Ausschuss über ihren Schutz diskutierte.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Diepholzer Stadtverwaltung ließ die Politiker im Fachausschuss diskutieren, ob eine Baumgruppe im neuen Gewerbegebiet Junkernhäuser Weg unter Schutz bleiben soll. Dabei hatte sie schon Tatsachen geschaffen: Die Bäume – massive Eichen – waren bereits gefällt.

Entsprechende Informationen bestätigte eine Sprecherin der Stadt Diepholz unserer Zeitung.

Möglicherweise hat die Stadt mit dem Fällen der Bäume auf dem Gelände des schon vor Jahren abgerissenen Gasthofes „Moorhof“ an der Ecke Junkernhäuser Weg / Steinfelder Straße (B 214) einen Rechtsbruch begangen, denn der Bebauungsplan Nr. 9 2 „Junkernhäuser Weg“ ist seit dem 1. März 2017 rechtskräftig. Allerdings gibt es in Diepholz keine Baumschutzsatzung und das Abholzen sei laut Stadt mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde erfolgt.

Festzuhalten bleibt aber: Die Verwaltung informierte die Politiker in der öffentlichen Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt vergangene Woche nicht über die schon von ihr nach einem internen Beschluss geschaffenen Tatsachen.

Hintergrund: Auf dem „Moorhof“- Gelände und weiter südlich, wo bereits eine private Festhalle im Bau ist (wir berichteten), hat die Stadt das Gewerbegebiet „Junkerhäuser Weg“ ausgewiesen und darin die Baumgruppe unter Schutz gestellt. Zur besseren Vermarktung der Gewerbefläche im Norden des Gebietes schlug die Verwaltung nun den Ausschussmitgliedern vor, den Bebauungsplan zu ändern und unter anderem die bisher zum Erhalt festgesetzte Eichenbaumgruppe nicht mehr als solche festzusetzen, um die Eichen beseitigen zu können. Sie standen für einen vernünftigen Grundstückszuschnitt und eine Erschließungsstraße im Weg.

Ausschuss-Mehrheit für Abholzung

Die Ausschuss-Mehrheit aus CDU und FDP stimmte dem Vorschlag bei Gegenstimme des Grünen und Enthaltung der SPD zu. Die SPD war zuvor gegen die CDU/FDP-Mehrheit mit ihrem Antrag gescheitert, den ursprünglichen Plan mit Baumschutz beizubehalten. Der Grüne hatte das unterstützt.

Was wäre passiert, wenn die Ausschuss-Mehrheit für den Schutz der Bäume, die ja bereits abgeholzt waren, gestimmt hätte? „Dann hätten wir ein Problem gehabt“, sagte eine Stadt-Sprecherin.

Zu der beschlossenen Plan-Änderung gehört auch, dass von der Bundesstraße 214 aus eine Linksabbiegerspur (Richtung Steinfeld) eingerichtet wird, was voraussichtlich im Jahr 2019 geschehen wird. Denn über den Junkernhäuser Weg soll auch das neue Gewerbegebiet „Zukunftswerkstatt“ südlich der Moorstraße (wir berichteten) erschlossen werden.

In dem Gewerbegebiet Junkernhäuser Weg gibt es übrigens gleich drei Gewässer: Dort sind an der Festhalle ein Löschwasserteich und ein Regenrückhaltebecken entstanden – neben dem schon vorhandenen Teich. Dieser war als Löschteich nicht geeignet, und das Rückhaltebecken muss an an einen Abfluss angeschlossen sein. Daher war der Bau laut Stadtverwaltung notwendig.

Die Festhalle soll laut Planung rechtzeitig zu den Abi-Bällen der Region fertig gestellt sein.

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