Stadt erwartet Erhöhung der Quote / Ehemalige Videothek wird Unterkunft

Noch unproblematisch: 158 Flüchtlinge in Diepholz

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Die ehemalige Videothek am Heldenhain in Diepholz wird zurzeit zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Etwa 30 Menschen sollen dort Platz finden.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Trennwände wurden dort installiert, wo früher Regale mit DVDs standen, hinter dem Haus stehen schon zwei mobile Sanitär-Einrichtungen: Nachdem die Videothek am Heldenhain aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde, lässt die Stadt Diepholz das Gebäude zurzeit zur Flüchtlingsunterkunft umbauen.

158 Flüchtlinge leben in Diepholz. Damit hat die Stadt ihr Soll erfüllt. Doch dieses Soll gilt nur bis Ende September. Danach wird Diepholz wegen des anhaltenden Zustroms voraussichtlich noch weitere Asylbewerber aufnehmen müssen. Wie viele, ist unklar. Der Landkreis legt die Quote der ihm zugeteilten Menschen entsprechend der Einwohnerzahl der Kommunen fest.

Die Zahl 158 ist noch unproblematisch. Bislang schafft es die Stadt, die Flüchtlinge in zwölf angemieteten Wohnungen und eigenen Unterkünften unterzubringen. Von Vorteil ist, dass insbesondere im Bereich Moorstraße mit seinen vielen Mehrfamilienhäusern Wohnungen zur Anmietung frei sind. Der Bau eines zentralen Flüchtlingsheims ist bislang kein Thema.

Das Haus am Heldenhain, das nach dem Auszug der Videothek leer steht, gehört der Stadt. Für die Kosten des Umbaus zur Unterkunft muss sie selbst aufkommen.

Einen großen Anteil der Flüchtlinge in Diepholz bilden Menschen aus Balkan-Staaten. Laut Stadtverwaltung stammen zurzeit 16 aus Montenegro, elf aus Mazedonien und acht aus Bosnien-Herzegowina. Darüber hinaus leben in Diepholz 25 Asylbewerber aus Syrien sowie weitere unter anderem aus Afghanistan und Nordafrika. „Das ist aber ständig im Fluss“, fasst es Andreas Strümpler, Leiter des Bereiches Ordnung und Soziales bei der Diepholzer Stadtverwaltung, zusammen: Ständig verlassen Flüchtlinge Diepholz, werden abgeschoben oder tauchen unter – und neue kommen hinzu.

„Wer einen neuen Status – einen neuen Aufenthalts-Titel – bekommt, fällt aus der Quote“, erklärt Strümpler. Für diese Flüchtlinge, die beispielsweise eine Duldung bekommen, muss Diepholz dann neue aufnehmen – bis zurzeit 158 erreicht sind.

Von Anfeindungen der Flüchtlinge – wie in anderen Regionen Deutschlands – oder anderen massiven Problemen ist Andreas Strümpler nichts bekannt: „Das größte Problem ist die Verständigung.“

Die Stadt ist dankbar, dass es in Diepholz neben den professionellen Betreuern auch ehrenamtliche Helfer gibt, die sich im Alltag um Asylbewerber kümmern. Ein neuer Kursus für ehrenamtliche Asylbegleiter startet am 16. September in Diepholz. Nähere Auskünfte dazu gibt es unter Tel. 05441/976-1079 beim Landkreis.

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