Kreisverband Altkreis Diepholz versammelt sich in Sankt Hülfe-Heede

Kyffhäuser: „Staatstragend im besten Sinne“

Kyffhäuser-Kreisverbandsvorsitzender Erwin Quante (r.) mit den Pokalgewinnern, dem neuen Kyffhäuser-König Heinfried Kirchhoff (5.v.r.) und weiteren Vorstandsmitgliedern. - Foto: Reckmann

Sankt Hülfe/Heede - Etwa 120 Gäste kamen zum Verbandstag des Kyffhäuser-Kreisverbands Altkreis Diepholz ins Hotel Castendieck nach Sankt Hülfe.

Ortsvorsitzender Wilhelm Wiechering begrüßte dazu die fünf Kameradschaften aus dem Südkreis, aber nicht nur aus den Kyffhäuser-Reihen kamen die Gäste: Aus Sankt Hülfe-Heede hatten sich der TuS; die Maifeier, der Männergesangverein Heede, der DRK-Ortsverband, der Chor Harmonie am Ausmarsch beteiligt, beziehungsweise zum Festakt eingestellt.

In seiner Festrede blickte Kreisverbandsvorsitzender Erwin Quante detailliert auf die Geschichte der Kyffhäuser-Kameradschaft zurück, die von 22 Männern aus beiden Gemeinden gelegt wurde mit einer Eingabe ans Landratsamt. Am 26 September 1886 genehmigte Landrat Freiherr von Wangenheim die 24 Paragrafen umfassenden Statuten. Am gleichen Tage fand im Gasthaus Haake die Gründungsversammlung statt. Es folgte ein Auf und Ab in den Kriegen. 1943 löste Hitler den Kyffhäuserbund auf, was von den Alliierten 1945 noch einmal verfügt wurde.

Erst 1953 wuchs die Gemeinschaft von neuem 2011 wurde das 125-jährige Bestehen der Kameradschaft verbunden mit dem Verbandsfest gefeiert. Nach 25 Jahren gab Fritz Ahrens, der heutige Ehrenvorsitzende der Kameradschaft, das Amt in jüngere Hände.

Kyffhäuser-Landesvorsitzender Joachim Stemme legte das Augenmerk auf den Nachwuchs, der in seinem Landesverband eine wichtige Rolle spiele. „Wir ehren hier heute verdiente Mitglieder. Aber nicht zuletzt von den künftigen Jubilaren hängt es ab, ob wir die Tradition fortführen können.“

„Die Kyffhäuser sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft“, sagte Bürgermeister-Stellvertreter Hans-Ulrich Püschel. „Sie erinnern an die Kriege und an die Gefallenen. Und sie sind wichtige Mahner, dass der Frieden jeden Tag neu erarbeitet werden muss.“

Bundestagsabgeordneter und Reserveoffizier Axel Knoerig hatte als Kyffhäuser-Kamerad erstmals seine offiziellen Krawatte umgebunden, wie er bei seinem Grußwort verriet.

Mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal an der Kreuzkirche begann der Kreisverbandstag. - Foto: Reckmann

Landtagsvizepräsident (und Kamerad) Karl-Heinz Klare verriet nicht ohne Stolz, dass er zum 32. mal nacheinander am Kyffhäuser-Kreistag gekommen war, und bezeichnete die Kyffhäuser-Kameradschaft als „staatstragend“ im besten Sinne. Sie stärkten und unterstützen die freiheitlich demokratische Grundordung. „Wir stehen zu Einigkeit, Recht und Freiheit.“

„Und in diesem Land“, fügte Klare mit Blick auf die jüngsten Demonstrationen in Köln hinzu, „hat man auch die Freiheit, das Land zu verlassen, wenn man es hier nicht so gut findet und lieber Herrn Erdogan zujubeln will.“

Kurze Grußworte hatten auch der Stellvertretende Landrat Volker Meyer und Sankt Hülfes Ortsvorsteher Marcel Scharrelmann im Gepäck.

Zu den Gästen gehörten auch der Verbandsvorsitzende des Kameraden- und Schießsportbundes Weser-Ems, Günter Schindler, sowie der Ehrenvorsitzende des Kyffhäuser-Kameradschaft Sankt Hülfe/Heede, Fritz Ahrens.

Unter dem Punkt Ehrungen konnten sich zwei Mitglieder der Kameradschaft Sankt Hülfe-Heede freuen: Werner Hoffman und Andreas Meine sind seit 25 Jahren dabei.

Schließlich wurde auch das Geheimnis gelüftet, wer neuer Kreiskönig geworden war: Heinfried Kirchhoff von der Kameradschaft Sankt Hülfe-Heede nahm die Königskette unter großem Applaus entgegen; der Heeder löst damit Theo Amelung von der Kameradschaft Drentwede ab.

Nach dem Singen der Nationalhymne ging die Versammlung zum gemütlichen Teil über, zu dem DJ Holger Barmbold auflegte.

Zu Beginn des Kreisverbandstreffens hatten sich die Kyffhäuser am Ehrenmal bei der Kreuzkirche versammelt, um dort einen Kranz niederzulegen.

Der Vorsitzende der Kameradschaft Sankt Hülfe/Heede, Wilhelm Wieching, fand dazu eingehende Worte.

Es seien junge, hoffnungsvolle Menschen gewesen, die ihr Leben ließen, deren Namen nun als Kriegstote und Vermisste auf den Gedenktafeln zu lesen sind. „Nie wieder Krieg“ – diese Botschaft gehe von dem Mahnmal aus. Die zentralen Aufgaben heute seien: ein gutes Miteinander bewahren, die Menschenwürde achten und Hass und Intoleranz überwinden, sagte Wiechering.

Unter Begleitung des Barver Bläser Corps ging es dann zum Hotel Castendieck.

sr

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