Sprache das große Problem

Berufskraftfahrer wollen Angebote für Flüchtlinge machen

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Die Möglichkeit, Flüchtlinge zu Berufskraftfahrern auszubilden, an denen es in Deutschland mangelt, war ein Thema des Treffens von Mitgliedern des Ausbildungsverbundes Diepholzer Land mit Vertretern von Jobcenter und Vita-Akademie im „Haus Herrenweide“. 

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Schrecksekunden für einen Diepholzer Fahrlehrer: Sein Schüler, ein Flüchtling mit nicht allzu großen Deutschkenntnissen, legte mit dem Lkw während einer Ausbildungsfahrt auf einer Abfahrt der A1 eine Vollbremsung hin und blieb stehen. Er hatte einen Hinweis falsch verstanden und so eine gefährliche Situation herbeigeführt, die aber glimpflich ausging.

Dieses Vorkommnis zeigt, wie wichtig gute Sprachkenntnisse auch bei der Ausbildung zum Berufskraftfahrer sind. Um dem Mangel an Berufskraftfahrern entgegenzuwirken, hat der Ausbildungsverbund Diepholzer Land auch Flüchtlinge im Visier und möchte ihnen – sofern sie geeignet sind – eine Ausbildung bieten.

Doch das scheint zumindest vorerst nicht so einfach, weil die meisten zunächst die deutsche Sprache soweit erlernen müssen, dass eine problemlose Verständigung und das Erlernen von fachspezifischen Begriffen möglich ist.

Das wurde bei einem Treffen von Mitgliedern des Ausbildungsverbundes Diepholzer Land, dem etwa ein Dutzend Betriebe aus der Kraftfahrzeug-Branche angehören, im „Haus Herrenweide“ in Diepholz deutlich.

Dabei berichteten auch zwei Vertreter der Vita-Akademie, die Integrationskurse für Flüchtlinge veranstaltet, über ihre Aufgaben und Erfahrungen.

Jobcenter in Diepholz betreut 357 Flüchtlinge

Das Jobcenter Diepholz war durch Michael Streich vertreten. Er nannte Zahlen: 357 Flüchtlinge betreut das Jobcenter in Diepholz derzeit. Etwa 19 davon kämen für eine Ausbildung in Frage, die über Bildungsgutscheine gefördert wird.

Eine Führerscheinprüfung kann auch in Fremdsprachen abgelegt werden, bei der Ausbildung zum Berufskraftfahrer ist aber die Sprache ein großes Problem, war ein Fazit des Abends.

Bei dieser Ausbildung geht es nicht nur um das Fahren. Es sind auch ständig schnelle Entscheidungen für die Abwicklung eines Transportauftrages zu treffen. Wichtig sind zudem Kenntnisse von Vorschriften aus dem Arbeitsschutz und der Unfallverhütung.

Aktuell hat der Ausbildungsverbund laut seiner Homepage noch zwölf freie Ausbildungsplätze zum Berufskraftfahrer/in zu besetzen – ferner Ausbildungsstellen für die Berufe Lagerlogistiker/in, Mechaniker/in für Reifen- und Vulkanisationstechnik, Speditionskaufleute sowie Kaufleute im Groß- und Außenhandel.

Der „Ausbildungsverbund Diepholzer Land Berufskraftfahrer“ hat sich am 12. April 2012 gegründet. „Wir sind zurzeit mehrere Betriebe, die sich zusammengeschlossen haben, um den Beruf der Berufskraftfahrer nicht aussterben zu lassen“, heißt es auf der Internetseite www.ausbildung-diepholzer-land.de.

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