Berater des Diakonischen Werkes helfen

Sportwetten werden zum Suchtproblem

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Sucht vermeiden und Betroffenen helfen – ob Alkohol, Drogen, Medien oder Spiel: Die Mitarbeiter der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention beim Diakonischen Werk (von links): Herta Helbling, Christian Caselitz und Erik Walsemann.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Spielsüchtige sitzen nicht nur vor Automaten in „Spielhöllen“. Ein neuer Bereich wird vor allem für junge Leute zum Problem: Immer mehr werden süchtig nach Sportwetten. Diese können leicht, überall und unauffällig mit dem Handy abgeschlossen werden. Bis der Kick, Geld gewinnen zu können, zur Abhängigkeit führt. Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes in Diepholz hat Sportwetten in ihre Präventionsarbeit aufgenommen.

„Nach wie vor sind Automatenspiele bei der Glücksspielsucht vorn“, erklärte Erik Walsemann, Diplom-Sozialpädagoge und bei der Diakonie im südlichen Landkreis Diepholz für Glücksspielsucht-Prävention zuständig. Aber die Werbung für Sportwetten durch bekannte Sportler und Fußballplatz-Banden lasse diesen Bereich wachsen und zum Problem werden. Um der Glücksspielsucht vorzubeugen, veranstalten Walsemann und seine Kollegen der Suchtberatung Info-Aktionen in Schulklassen, Konfirmandengruppen und bei Elternabenden.

Dabei werde nicht drohend der Zeigefinger gehoben, betont er. Die Gespräche mit den Jugendlichen laufen auf Augenhöhe und mit Verständnis für den Reiz von Stoffen und Aktionen, die süchtig machen können.

Diplom-Pädagoge Christian Caselitz kümmert sich dabei um die Vermeidung von Mediensucht. Die exzessive Nutzung von Online-Spielen, Pronografie im Internet oder sozialen Netzenwerken ist sein Thema. „Etwa 560.000 Menschen in Deutschland zwischen 14 und 64 Jahren sind internetsüchtig“, erklärt Caselitz. Hier sind die Mädchen in der Mehrheit, sie nutzen insbesondere soziale Netzwerke teilweise übermäßig – so dass sie ihr ganzes Leben bestimmen.

Alkohol- und Drogenabhängigkeit sind und bleiben die großen Bereiche, in denen sich die Beratungsstelle des Diakonischen Werkes engagiert – vorbeugend und auch Betroffene beratend.

Seit einem Jahr ist ein weiteres Thema dazugekommen: Sucht im Alter.

Herta Helbling koordiniert dieses Projekt mit Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter und Führungskräfte von Pflegediensten und Heimen. Neben den Hintergründen zur Sucht wird dabei das sinnvolle Führen von Gesprächen mit den Betroffenen behandelt. Hier geht es insbesondere um Medikamentenabhängigkeit.

Wer allgemein oder persönlich Rat rund um Abhängigkeiten sucht, kann sich kostenlos an die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention im südlichen Landkreis wenden: In Diepholz am Postdamm 4 (Tel. 05441/987920) und in Sulingen am Amselweg 6 (Tel. 04271/1400). Per Mail sind die Berater unter DW.Diepholz@evlka.de zu erreichen.

www.suchtberatungsstelle.de

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