„Notbremse“ nach Besucherrückgang durch 2G plus-Regelung

Spontane Ruhetage der Kinos

Das Diepholzer Kino Central Cineworld legt nach Erfahrungen mit der 2G plus-Regelung zunächst ebenso mehrere Ruhetage ein wie die Lichtburg in Quernheim.
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Das Diepholzer Kino Central Cineworld legt nach Erfahrungen mit der 2G plus-Regelung zunächst ebenso mehrere Ruhetage ein wie die Lichtburg in Quernheim.

Diepholz/Quernheim – Für Kino-Betreiber Gunnar Schäfers ist die 2G plus-Regelung „eine Katastrophe“. Nach der Einführung dieser Corona-Maßnahme für Kinos in Niedersachsen ging die Besucherzahl im Central Cineworld in Diepholz an der Wellestraße so stark zurück, dass Schäfers wie andere Besitzer von Kinos die Notbremse zog: Er strich alle Vorstellungen zum Wochenbeginn.

Nach drei spontanen Ruhetagen geht das Programm im Diepholzer Kino erst am Donnerstag weiter. Freitag und Samstag werden Filme zu den gewohnten Zeiten gezeigt, am Sonntag nur nachmittags. Die weitere Entwicklung wird dann abgewartet.

Gunnar Schäfers hofft, dass sich bis Donnerstag herumgesprochen hat, dass die 2G plus-Regel – geimpft oder genesen und in beiden Fällen auch getestet – für Menschen mit einer Booster-Impfung nicht gilt. Diese kurzfristig in Niedersachsen erlassene Änderung der Regel für „Geboosterte“ galt zwar am vergangenen Wochenende seit Samstag schon, hatte sich aber offenbar noch nicht herumgesprochen. Viele Sessel in den Kinosälen blieben leer, weil die potenziellen Besucher wohl keine Lust auf einen (nicht mehr notwendigen) Test hatten.

„Der schlechteste Sonntag seit zehn Jahren“

Und das nicht nur im Central Cineworld in Diepholz, sondern auch in der Lichtburg in Quernheim. „Der schlechteste Sonntag seit zehn Jahren“, berichtet Lichtburg-Betreiber Karl-Heinz Meier: „Für uns ist die 2G plus-Regel wie ein Lockdown.“ Meier hofft wie sein Kollege Gunnar Schäfers, dass bald allgemein bekannt ist, dass „Geboosterte“ keinen Schnelltest mehr brauchen, wenn sie ins Kino, ins Restaurant oder in ähnliche Einrichtungen gehen.

Mit diesem Optimismus hat Karl-Heinz Meier in der Lichtburg für Sonntag um 16.30 Uhr die Vorführung eines Konzertfilmes mit André Rieu vorgesehen.

Zwei Filmstarts verschoben

Besitzer vieler Kinos in Deutschland haben noch ein weiteres, aktuelles Problem: Sowohl Meier als auch Schäfers, der neben dem Diepholzer Kino auch das „Schauburg Cineworld“ in Vechta betreibt, sind von einer kurzfristigen Entscheidung der Filmverleiher betroffen, den Start der beiden Filme „Sing 2“ und „Wunderschön“, die vor Weihnachten (am 16. Dezember) anlaufen sollten, auf Januar oder Februar zu verschieben. Diese Entscheidung sei vor wenigen Tagen angesichts der steigenden Coronazahlen gefallen, so Karl-Heinz Meier.

Investitionen im Diepholzer Central Cineworld

Gunnar Schäfers blickt trotz der andauernden Pandemie-Probleme weiter optimistisch in die Zukunft und hält am Kino-Standort Diepholz fest. Im „Central Cineworld“ an der Wellestraße haben die Kino-Säle eine moderne LED-Beleuchtung bekommen – als ersten Teil einer größeren Investition. Im nächsten Jahr wird in drei der vier Säle die Bestuhlung erneuert. Insgesamt investiert Schäfers in sein Kino in Diepholz nach eigenen Angaben etwa 235 000 Euro. Diese Investition werde bezuschusst über die Filmförderungsanstalt mit dem „Zukunftsprogramm Kino“. Bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten werden übernommen. Zu dem Programm heißt es auf der Seite der Filmförderungsanstalt (ffa.de): Das Zukunftsprogramm Kino II fördert Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie sowie zukunftsgerichtete Investitionen zur Stärkung der Attraktivität der Kinos bei Wiedereröffnung und Weiterbetrieb. Es dient dem Ziel, die Kinoinfrastruktur in ganz Deutschland nachhaltig zu stärken ...“

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