Soziale Betreuung in Einrichtung der Malteser am Fliegerhorst hat begonnen

„Haus Malta“ heißt Flüchtlinge willkommen

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Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Niedersachsen am Fliegerhorst Diepholz aus der Luft gesehen. In den vier Wohnblocks (unten Mitte) können bis zu 400 Flüchtlinge untergebracht werden. Die Zelte (oben Mitte) sind unter anderem für Essensausgabe und Betreuung. Rechts oben die DRK-Rettungswache, die nicht mehr zu der Einrichtung gehört. Das gesamte Gelände zur Erstaufnahme von Flüchtlingen ist vom militärischen Fliegerhorst abgetrennt worden.

Diepholz - 320 Flüchtlinge leben zurzeit in der Landes-Erstaufnahmeeinrichtung, die die Malteser am Fliegerhorst Diepholz betreiben. Da die Kapazität damit nicht ganz ausgeschöpft ist und die ersten Flüchtlinge bereits Kommunen zur Unterbringung zugewiesen worden sind, will Einrichtungsleiter Rainer Scherer dem Land Niedersachsen zum Wochenende die Aufnahmebereitschaft von etwa 100 Flüchtlingen melden.

Das kündigte er gestern Nachmittag im Gespräch mit unserer Zeitung an. In der vergangenen Woche seien keine aus Krisengebieten geflüchteten Menschen dazu gekommen.

Seit Mittwoch zeigt sich auch von außen, was sich an der Maschstraße alles getan hat: Das „Haus Malta“ (mit Bezug auf die Malteser) heißt seine Gäste willkommen.

Während in den ersten Wochen auf dem Gelände Basisstrukturen aufgebaut wurden, richtet sich in der Betreuung das Augenmerk jetzt auf den Alltag und die Freizeitgestaltung der Bewohner aus acht Nationen, die mit Begeisterung bereits Fußball und Basketball auf dem Gelände spielen, berichten die Malteser in einer Pressemitteilung.

Die freundliche und tatkräftige Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern habe eine gute Basis für die Ausgabe von Winterkleidung geschaffen, auch in der Küche und in der neu eingerichteten Kinderbetreuung treffe man auf Diepholzer Bürgerinnen und Bürger.

Zudem habe sich eine Gruppe engagierter Friseure zusammengeschlossen, um im Camp ehrenamtlich Haarschneidetermine anzubieten.

Die Landesaufnahmebehörde hat in Diepholz ihre Tätigkeit aufgenommen und in der nächsten Woche starten erste Sprachkurse.

In der Zwischenzeit wird bei jedem Kontakt der Sprachschatz erweitert und hier und da gebe es beim Frühstück schon ein nettes „Moin“, heißt es in der Mitteilung der Malteser weiter.

„Der ruhige und gleichzeitig sehr lebendige Charakter des Camps schafft den dringend nötigen Schutzraum für seine Bewohnerinnen und Bewohner. Nach wie vor bieten viele Diepholzer Spenden und Hilfe an, die bis dato noch nicht angenommen werden konnten, weil in erster Linie das große Zelt mit angeschlossener Kücheneinrichtung winterfest ausgebaut werden musste. Inzwischen sind auch hier große Teile der Arbeit verrichtet und es bietet sich Platz für weitere Aktivitäten“, berichtet Gesa Mietzner aus Drebber, die im sozialpädagogischen Team arbeitet, das der Malteser Hilfsdienst für die Diepholzer Flüchtlingseinrichtung angestellt hat.

Bedarf gebe es an Sachspenden wie Wolle und Häkelnadeln sowie Spielen wie Schach, Backgammon und Domino für Erwachsene. Gesa Mietzner: „Taschen und Koffer finden auch sofort dankbare Abnehmer.“

Die Malteser bitten um Verständnis, dass weitere Sachspenden zum jetzigen Zeitpunkt nur sehr gezielt angenommen werden können.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, werde die Annahme von Bekleidungsspenden (Kinder-, Damen- und Herrenbekleidung und Schuhe für die kalte Jahreszeit, für Erwachsene insbesondere in kleinen Größen) nur zu bestimmten Zeiten erfolgen.

Anfragen zu Sachspenden oder auch Nachfragen zur ehrenamtlichen Unterstützung können an folgende E-Mail-Adresse gerichtet werden: rainer.scherer@malteser.org.

Aktuell wird noch tatkräftige Hilfe für die Betreuung der Kinder vormittags und nachmittags gesucht. Zudem geht auch eine Bitte an Sportvereine, Flüchtlinge in ihr Training einzubinden.

Außerdem sucht eine Sachspende von fünf Gitarren einen Musiker, der sie begutachtet, stimmt und daran Flüchtlinge unterrichten mag.

Als Ansprechpartner steht Gesa Mietzner zur Verfügung.

Sie möchte mit dem gesamten Team und der engagierten Unterstützung des runden Tisches für Flüchtlinge und der Bevölkerung den Boden für eine herzliche Willkommenskultur gestalten.

ej

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