Sozialarbeiterin Brigitte Suckut kümmert sich um Asylsuchende

Willkommens-Kultur für Flüchtlinge in Diepholz

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Vor der Krippe „Die kleine Arche“ der St.-Michaelis-Gemeinde, die der kleine Edin (auf dem Arm seiner Mutter) besucht: Flüchtlings-Sozialarbeiterin Brigitte Suckut (2.v.l.) mit Ulrich Halfpap (Vorsitzender Ausschuss für Familie, Sport und Kultur), Marlis Winkler (Geschäftsführung Diakonisches Werk), Kita-Leiterin Marion Gerdes und Bürgermeister Dr. Thomas Schulze (v. links).

Diepholz - Von Eberhard Jansen. 110 Flüchtlinge leben in Diepholz. Für heute werden weitere erwartet – Männer aus Algerien und Marokko, die in letzter Zeit die Mehrheit bilden. In Diepholz werden die Asylsuchenden mit viel Hilfsbereitschaft schon am Bahnhof empfangen. Darum und um die weitere Unterstützung kümmert sich Brigitte Suckut. Sie ist Mitarbeiterin des Diakonischen Werkes, das am 1. Januar im Auftrag der Stadt Diepholz die Flüchtlingssozialarbeit übernommen hat. Gestern zogen die Beteiligten eine erste Bilanz.

„Diepholz hat Vorbildcharakter“, betonte Marlis Winkler, Geschäftsführerin der Diakonischen Werke in den Kirchenkreisen Grafschaft Diepholz und Syke-Hoya: Auch Bassum und Syke haben danach die Flüchtlings-Sozialarbeit in die Hände der Diakonie gelegt.

Diese Aufgabe der menschlichen Betreuung ist freiwillig.

Bürgermeister Dr. Thomas Schulze: „Die Politik der Stadt Diepholz hat dafür zusätzliche Mittel im Haushalt zur Verfügung gestellt.“ Die Sozialarbeit für Flüchtlinge sah die Stadt bei den Fachleuten des Diakonischen Werkes besser angesiedelt als bei den Verwaltungs-Mitarbeitern im Rathaus, die eine andere Ausbildung haben.

Die Betreuung der Diepholz zugewiesenen Flüchtlinge steht auf drei Säulen: Stadtverwaltung, die sich um Unterbringung und formale Angelegenheiten kümmert, ehrenamtliche Helfer, die über die „Freiwilligen-Agentur des Agenda 21-Förderverein organisiert werden, und die Flüchtlings-Sozialarbeit, die beim Diakonischen Werk angesiedelt ist – in Person von Brigitte Suckut.

Die 54-jährige Mutter von zwei erwachsenen Töchtern ist Diplom-Sozialpädagogin und Mediatorin. In der Flüchtlingssozialarbeit im Diakonischen Werk ist die gebürtige Bielfelderin, die in Essen studiert hat und seit 1999 in Diepholz lebt, mit 21 Wochenstunden angestellt.

Ihre Aufgabe ist nicht nur, die über die Außenstelle Braunschweig des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach Diepholz kommenden Flüchtlinge zu empfangen und zu begleiten, sondern auch, die Neuankömmlinge mit Möglichkeiten in Institutionen und Verein bekannt zu machen und Kontakte zu knüpfen. Für die Flüchtlinge werden mit Mitteln des Landkreises Diepholz zudem freiwillige Sprachkurse angeboten.

„Der Aufbau der Flüchtlingshilfe im Sinne einer Willkommens-Kultur und die Vernetzung der Akteure ist ein dritter Bestandteil meiner Arbeit“, erläuterte Brigitte Suckut, die nur für die zugewiesenen Asylsuchenden zuständig ist, nicht für andere Ausländer.

Zu der Aufgabe kann auch gehören, für ein Flüchtlings-Kind, das an einem Freitagmittag in der Schule über Zahnschmerzen klagt, kurzfristig einen Arzttermin zu besorgen.

Der kleine Edin hatte gestern keine Zahnschmerzen. Der Dreijährige besucht zurzeit die Krippe „Die kleine Arche“ der Kirchengemeinde St. Michaelis. Seine Familie, zu der neben den Eltern noch zwei ältere Mädchen gehören, kam vor vier Monaten aus Bosnien-Herzegowina über Braunschweig nach Diepholz. Einen Asylantrag konnte die Familie seitdem noch nicht stellen: Die zuständige Stelle in Braunschweig, zu der sie deswegen wieder fahren müsste, ist überlastet und hat die Familie – wie viele andere – noch nicht wieder angeschrieben.

Von einer Überlastung spricht die Stadt Diepholz nicht. Sie setzt bei der Unterbringung der ihr zugewiesenen Flüchtlinge weiterhin auf Wohnungen und plant kein zentrales Heim.

Bis September muss sie laut Quote 156 Menschen aufnehmen, die in Deutschland Asyl suchen.

Diese Zahl dürfte sich aber angesichts der weltpolitischen Lage und der Flüchtlingsströme nach Deutschland noch deutlich erhöhen.

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