Spenden gegen das Verhungern

Sonnenkinderprojekt: Leben in Namibia für viele durch Corona-Pandemie dramatisch verschlechtert

Fröhlich und zielstrebig: Joseph Ihepavali ist neun Jahre alt und hat einen dreistündigen Schulweg.
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Fröhlich und zielstrebig: Joseph Ihepavali ist neun Jahre alt und hat einen dreistündigen Schulweg.

Die Coronakrise wirkt sich negativ auf das Leben vieler Kinder in Namibia aus. Das Sonnenkinderprojekt versucht Schülerin und Schülern unter die Arme zu greifen.

Landkreis  Diepholz – Alles andere als gute Nachrichten hat Arthur Rohlfing als Vorsitzender des Sonnenkinderprojektes aus Namibia erhalten. Denn für viele der Kinder in diesem Land, denen diese Organisation eine Schulbildung und damit die Basis für ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht, hat sich die Lage in der Corona-Krise dramatisch verschlechtert. „Mit Hilfe unserer Vertrauenslehrer verteilen wir jetzt Lebensmittel, damit die Menschen nicht verhungern“, sagt Arthur Rohlfing. Viele Menschen im Landkreis Diepholz betrachten die Entwicklung mit großer Sorge.

LandNamibia
HauptstadtWindhuk
Bevölkerung2,448 Millionen
PräsidentHage Geingob

Dank der Unterstützung zahlreicher Paten und Spenden, hat das Sonnenkinderprojekt seit seiner Gründung vor 17 Jahren schon rund 870 Jungen und Mädchen einen Schulabschluss ermöglicht – und außerdem rund 800.000 Euro in marode Schulen und in menschenwürdige Schulküchen investiert.

Paten des Sonnenkinderprojekts zahlen Schulgeld

Essen aus Müllsäcken klauben – das war schon vor der Pandemie trauriger Alltag für etliche Patenkinder, die in Elendsvierteln leben müssen. Viele haben keine Eltern mehr, bei anderen sind die Mütter oder Väter arbeitslos. Alle können sich das Schulgeld nicht leisten, das in Namibia Pflicht ist. Die Paten des Sonnenkinderprojekts zahlen es für sie.

Ein paar Hütten im Niemandsland: Hier muss der neunjährige Joseph wohnen. Alle

Joseph Ihepavali ist ein solches Kind. Sein Zuhause ist eine windschiefe Hütte im Niemandsland. Er besitzt nur ein T-Shirt, eine Hose und ein Paar abgetragene Schuhe – aber ein bezauberndes Lächeln. Das beweisen die Bilder, die Arthur Rohlfing von den Vertrauenslehrern aus Namibia erhalten hat – aber auch erschütternde Bilder, die eine bedrückende Armut dokumentieren. „Viele Menschen haben schon vor der Corona-Pandemie keine Arbeit gehabt“, weiß Arthur Rohlfing. Aber mit dem Virus ist die Zahl der Betroffenen noch einmal sprunghaft angestiegen: „Viele, die Arbeit hatten, verloren sie von heute auf morgen.“ Der Tourismus, ein wichtiger Wirtschaftszweig im Land, habe schwere Einbußen erlitten. „Deshalb gibt es auch weniger Ausbildungsplätze“, sagt Arthur Rohlfing.

Joseph Ihepavali ist trotz allem fest entschlossen, einen guten Schulabschluss zu erreichen. Leicht macht es das Leben ihm nicht: „Joseph steht jeden Morgen um 4 Uhr auf und geht zu Fuß zur Schule“, beschreibt Arthur Rohlfing den Weg, den der Junge bis zum Schulbeginn um 7.20 Uhr bewältigt haben muss. Ganz zu schweigen vom Rückweg.

Auf dieser Feuerstelle kocht die Familie das Essen. Es gibt keinen Boden in der Hütte.

Neunjähriger lebt in erschütternden Lebensumständen

Trotzdem: „Er ist fröhlich und immer wiss- und lernbegierig“, berichten seine Lehrer über Joseph, der die Swakopmund Primary School in Swakopmund besucht. Erschüttert haben Vertrauenslehrerin Vanessa Jacobs allerdings die Lebensumstände des Neunjährigen: Eine Hütte aus rohen Brettern mit einer Plastikplane als Dach zeigt das Foto von der Siedlung, in der Joseh wohnt. „Wenn es etwas zu Essen gibt, sind es Nudeln. Kein Gemüse oder Sauce. Fleisch kann sich die Familie nicht leisten.“ Dabei gibt es in Namibia keine Engpässe an Lebensmitteln gibt. Seit geraumer Zeit verteilen die Vertrauenslehrer und ihre Helfer Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Zucker und Öl an die bedürftigen Familien – oft unter Gefahr für ihre eigene Gesundheit.

Das muss der Junge essen: unappetitliche Nudeln ohne Sauce oder Gemüse sind sein Grundnahrungsmittel.

„Das ist Wahnsinn, was sie schon geleistet haben und immer noch leisten“, sagt Arthur Rohlfing, der allen Engagierten in Namibia aufs Tiefste dankbar ist. Die Lebensmittel finanziert das Sonnenkinderprojekt aus Spenden von Firmen sowie Institutionen und Privatpersonen. Weitere sind willkommen. Zurzeit fördert das Sonnenkinderprojekt 327 Schülerinnen und Schüler an sieben Schulen in Namibia. „Im November/Dezember ist dort Schulwechsel“, berichtet Arthur Rohlfing.

90 Prozent der Sonnenkinder erreichen einen Abschluss

Für die Absolventen bedeutet das einen Sprung in die Ausbildung oder die Arbeitswelt. Immerhin 90 Prozent der Sonnenkinder erreichen dieses Ziel: „Sie machen eine Berufsausbildung, beginnen ein Studium oder eine Arbeit“, berichtet Arthur Rohlfing über die Basis für ein selbstbestimmtes Leben.

Neue Patenkinder wird es deshalb erst im April oder Mai geben. Wer eines unterstützen möchte, kann sich schon jetzt vormerken lassen. Auskunft über das Patenschaftsprogramm und Spendenmöglichkeiten gibt Arthur Rohlfing per Telefon (04277/607) oder per E-Mail (rohlfing@skpmail.org).

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