Zukunft des Diepholzer „Haus Herrenweide“ weiterhin ungewiss

Soldatenheim: EAS lehnt Pacht-Interessenten ab

Für das Diepholzer Soldatenheim „Haus Herrenweide“ gab es einen Pacht-Interessenten. Der Diepholzer Gastronom hat jedoch vom Träger EAS eine Absage bekommen. Nun ist die Zukunft des Hauses weiter ungewiss. - Foto: Jansen

Diepholz - Die Zukunft des Diepholzer Soldatenheims „Haus Herrenweide“ bleibt ungewiss. Der Diepholzer Gastronom, der die Gaststätte mit Saal pachten wollte, hat am Freitag vom Soldatenheim-Träger EAS (Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung) eine Absage bekommen.

Anfang der Woche war der Diepholzer, begleitet von seinem Steuerberater, in Berlin zum Gespräch mit EAS-Vertretern gewesen.

Er war nach Informationen der Diepholzer Wirtschaftförderungsgesellschaft der einzige Bewerber.

Der jetzige „Haus-Herrenweide“-Pächter Djoko Eric hatte seinen Pachtvertrag (wie berichtet) zu Ende April gekündigt. Er betreibt nun mit seiner Familie Soldatenheime in den sicheren Bundeswehr-Standorten Flensburg und Munster.

Die EAS in Berlin war gestern trotz mehrerer Versuche nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nach Informationen des Diepholzer Wirtschaftsförderers Bernd Öhlmann will die EAS das Diepholzer Soldatenheim der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben. Dieses bietet das 1978 erstellte Gebäude an der Von-Braun-Straße dann öffentlich zum Kauf an – zu welchem Preis, ist noch unklar.

Die Diepholzer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing (Wista) hatte dem neuen Pacht-Interessenten beratend zur Seite gestanden. „Unser Ziel bleibt, dass das ,Haus Herrenweide’ möglichst nicht lange leer steht“, erklärte Wista-Geschäftsführer Bernd Öhlmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Er hält neben einer gastronomischen Nutzung auch ein Aus- und Weiterbildungszentrum im „Haus Herrenweide“ für sinnvoll. Je nach dem von der BImA geforderten Preis könne möglicherweise der Diepholzer Pacht-Interessent auch Käufer werden. Das bedürfe aber noch einer intensiven Prüfung.

Das „Haus Herrenweide“ wird schon seit Jahren schwerpunktmäßig nicht mehr von Soldaten, sondern von zivilen Bürgern genutzt. Es ist unter anderem Heimat und Veranstaltungsort vieler Vereine. Hauptaufgabe der EAS ist aber die Soldatenbetreuung.

Nach dem aktuell für das Jahr 2023 geplanten Abzug der Luftwaffe werden nur noch 15 Soldaten in Diepholz auf dem Fliegerhorst stationiert sein. Im dort bestehen bleibenden Materiallager arbeiten dann neben diesen noch 160 Zivilangestellte.

Wie stellen sich die im Diepholzer Rat vertretenen Parteien die Zukunft des „Haus Herrenweide“ vor? Sollte die Stadt das jetzige Soldatenheim weiter betreiben oder an anderer Stelle einen neuen Saal bauen? Diese und andere Fragen hat unsere Zeitung den Fraktionsvorsitzenden sowie Bürgermeister Dr. Thomas Schulze gestellt. Da die Antworten und Vorschläge gestern noch nicht komplett vorlagen, werden wir in der nächsten Woche ausführlich berichten.

Der jetzige Pächter Djoko Eric will nach Informationen der EAS den Gastronomiebetrieb im Restaurant des „Haus Herrenweide“ morgen beenden. Das Soldatenheim wird dann bis 30. April nur noch nach Absprache zur Verfügung stehen.

Viele Vereine und Veranstalter haben sich schon neue Räume gesucht – teils außerhalb von Diepholz.

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