Stadtwerke: Opalla weist Bürgermeister-Kritik zurück

„Software nach Hacker-Angriff angeschafft“

Die Zentrale der Stadtwerke Huntetal an der Amelogenstraße in Diepholz.
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Die Zentrale der Stadtwerke Huntetal an der Amelogenstraße in Diepholz.

Diepholz – „Die Trennung war notwendig“ – so reagierten die Gesellschaftervertreter der Stadtwerke Huntetal, also die vier Bürgermeister, und Aufsichtsratsvorsitzender Horst Glockzin auf das Urteil des Landgerichts Verden, das die fristlosen Kündigungen gegen den langjährigen Geschäftsführer Waldemar Opalla nicht rechtens waren.

Dieser nimmt dazu wie folgt Stellung: „Das Landgericht Verden hat am 14. Juni geurteilt, dass die gegen mich ausgesprochenen Kündigungen unberechtigt sind. Ein klares Urteil! Am 19. Juni erschien im Diepholzer Kreisblatt ein Artikel, in dem sich die Bürgermeister zu den angeblichen Gründen meiner Kündigung äußern. Sie wiederholten im Wesentlichen die Anschuldigungen, die bereits vor Gericht nicht überzeugten“, so Opalla.

„Laut der Kammer des Landgerichts hat Bürgermeister Marre mit der ersten gegen mich ausgesprochenen Kündigung seine Kompetenzen überschritten, denn er war nicht dazu berechtigt. Die Kündigung erfolgte, ohne mir die Gründe dafür zu nennen.“ Selbst auf Nachfrage habe er keine Antworten erhalten, so Opalla. Dieses sei erst mit der zweiten Kündigung „nachgebessert“ worden.

„Verdrehung der Tatsachen“

„Die Stadtwerke beauftragten die Unternehmensberatung ,Ernst & Young‘ mit einer Prüfung, offenbar um nachvollziehbare und glaubwürdige Gründe für die Trennung von mir zu finden, allerdings ohne Erfolg. Die in dem EY-Bericht genannten Gründe wurden vom Gericht in Gänze als nicht ausreichend bewertet“, schreibt Opalla.

„Die Bürgermeister halten mir in dem Zeitungsartikel vor, eine Software in Auftrag gegeben zu haben, die angeblich die Mitarbeiter überwachen sollte. Das ist völlig falsch. Zwar habe ich die Beschaffung einer Software beauftragt, aber mit einer gänzlich anderen Zielrichtung. Anlass für die Anschaffung dieser Software war ein anonymes Schreiben, das mir aus den Reihen der Bürgermeister übergeben worden war. Aus diesem Schreiben ging hervor, dass es einen Hacker-Angriff auf einen Stadtwerke-Server gab.“

Er habe daraufhin angewiesen, umgehend eine Sicherheitssoftware zu beschaffen, die das offensichtlich vorhandene Datenleck schließen und einen drohenden Datendiebstahl verhindern sollte. „Wenn jetzt behauptet wird, dass es sich um eine Bespitzelungssoftware gehandelt habe, mit dem Ziel, die Mitarbeiter auszuspionieren, ist dies nichts anderes als eine unglaubliche Verdrehung der Tatsachen. Das Gericht sieht es genauso wie ich. Denn die Richter haben am Sinn und Zweck der Software keinerlei Kritik geäußert. Das Einzige, was sie in diesem Zusammenhang beanstandeten, war, das Prozedere der Anschaffung, denn der Betriebsrat sei nicht angemessen an der Anschaffung beteiligt gewesen.“

„Die Fakten sind klar“

Die Bürgermeister kritisierten auch Opallas Personalführung. Hierzu stellt er fest, „dass sich meine Personalführung ausschließlich am Wohl der Stadtwerke orientierte. Seit meinem Antritt als Geschäftsführer wuchs die Beschäftigtenzahl von rund 70 auf mehr als 140. In dem Artikel wird nicht erwähnt, dass ich seinerzeit eine Personalberatung beauftragt habe, um den Dialog zwischen Mitarbeitern auf den verschiedenen Ebenen des Unternehmens zu verbessern. Zu keiner Zeit wurde im Aufsichtsrat oder in der Gesellschafterversammlung Kritik an meiner Führung geäußert. Zwar wird jetzt das Gegenteil behauptet, aber die Bürgermeister haben dem Gericht keine Beweise vorlegen können – und offensichtlich hat das Gericht das ebenso bewertet.“

Die Bürgermeister begründeten die Kündigungen auch damit, dass sie Schaden vom Unternehmen abwenden wollen. „Dies widerspricht eklatant der Unternehmensentwicklung in den vergangenen Jahren“, hebt Opalla hervor. „Von 2002 bis 2019 habe ich die Stadtwerke geleitet. In dieser Zeit hat sich die Bilanzsumme deutlich erhöht, Netze im Umland wurden erworben und das Wasserlabor IWW Nord ist gegründet worden. Und die Gewinne kamen den Haushalten zugute. Die Bürgermeisterrunde, in der auch der Aufsichtsratsvorsitzende vertreten ist, gewährte mir in den letzten zwei Jahren meiner Tätigkeit freiwillig einen Bonus.“ Dies sei mit Hinweis auf eine erfolgreiche und tadellose Unternehmensführung geschehen.

Opalla: „Das Landgericht Verden hat auf eine Beweisaufnahme verzichtet, weil die Fakten klar sind. Eine weitere kostspielige und den Steuerzahler belastende gerichtliche Auseinandersetzung könnte vermieden werden, wenn die politischen Gremien bereit wären, sich angemessen zu einigen. Ich bin dazu bereit.“

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