Gebürtiger Holländer sponsert Kunstwerk 

Skulpturenpfad ist weiter gewachsen

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Bei der Rundreise zu den Kunstwerken, mit denen der Diepholzer Skulpturenpfad erweitert worden ist, war auch „Steine der Weisen“ an der Hunte eine Station. Ulrich Halfpap, (2. von links), Projektpate des Skulpturenpfades, gab Erläuterungen.

Diepholz - Von Simone Brauns-Bömermann. Der Skulpturenpfad, der am Diepholzer Schloss beginnt, wächst stetig, wird länger und länger. Am Mittwoch wurde die Skulptur „Der lange Weg – Bewegung“ im Müntepark offiziell eingeweiht. Sie ist eine von derzeit 20 skulpturalen Stationen Richtung Lembruch und mit der neu erstellten Diepholzer Skulpturenpfad-Fahrrad-Tourkarte einfach zu finden.

Zur Einweihung der im Müntepark aufgestellten Stahlskulptur der Künstlergruppe Barbara Abendroth, Inka Uzoma und Tietsche Burmeister kamen Vormittag etwa 35 Gäste, Künstler, Agenda-21-Mitstreiter und Bürgermeister Florian Marré.

Welche Bedeutung der Titel der neuen Skulptur hat, die zum Durchblicken, Anfassen, Verweilen, Bestaunen, vielleicht zum Kommunizieren einlädt, erfuhren die Gäste zur Eröffnung. Bürgermeister Marré hielt sich dezent zurück: „Dass dies heute möglich ist, ist durchweg bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken. Ganz viel haben wir von der Stadt nicht dazugetan – nur die Fläche zur Verfügung gestellt und allgemein unterstützt.“

Marré bedankte er sich bei den Initiatoren: „Was in den letzten Jahren für Diepholz geschehen ist, ist großartig“. Und noch eins sei ihm aufgefallen: „Die Fahrrad-Tourkarte wird im Rathaus verteilt. Und nicht nur an Diepholzer, sondern an Menschen aus der weiteren Umgebung“.

Mit der Skulptur war der Weg wieder länger geworden. Mit Wehmut resümierte Tietsche Burmeister die Entstehung: „2015 hatte Inka die Idee, am Wettbewerb mitzumachen, die Realisation hat sie leider nicht erlebt“.

Die Skulptur „Der lange Weg – Bewegung“ im Diepholzer Müntepark wurde am Mittwoch offiziell eingeweiht. 

So hatte die Fertigstellung des Kunstwerkes, dessen Entwurf 2016 von der Agenda 21-Bürgerstiftung mit dem ersten Preis im Wettbewerb um den Diepholzer Agenda-Preis ausgezeichnet wurde, länger gedauert.

Da nun auf zwei Schultern verteilt, bekam sie damit aber eine noch tiefere Bedeutung. „Für uns ist die Arbeit doppeldeutig“, so Tietsche Burmeister und Barbara Abendroth. Die Künstler appellieren mit dem Werk an die Einheimischen, sich von dem Schicksal der Zugereisten „bewegen“ zu lassen. Das Werk zeigt einen Querschnitt durch die Einwohner Diepholz: Erwachsene, Jugendliche, Kinder, Flüchtlinge, Spaziergänger, Menschen beim Einkaufen, also Menschen beim Unterwegs-Sein.

Dann outete sich Martinus Kalkwarf als bekennender Diepholzer mit holländischer Herkunft und niederländischem Pass: „Ich sollte Sponsoren suchen für das Werk und traf den Rucksackträger aus Stahl – eine der Figuren der Skulptur. Da spürte ich eine Seelenverwandtschaft: Das war ich, als ich 1964 mit dem Rucksack hier in Diepholz ankam“. Er hatte sich daraufhin entschlossen, kein neues Auto zu kaufen, sondern in die Skulptur zu investieren. „Ich schenke Diepholz die Skulptur als Zeichen, dass Diepholz mir gutgetan hat“. In Amsterdam wäre er eine Nummer, hier sei er ein engagierter Holländer mit Herz in Diepholz. Das klang sehr stark nach gelebter Integration. Mit ihm als Hauptsponsor und vier weiteren flankiert das Werk aus Stahl mit viel Interpretationspotential nun am Rande des Münteparks den Postdamm.

Wie sich Initiatoren, beteiligte Schüler, Künstler und die vielen Unterstützer des Skulpturenpfades engagieren, belegte eindrucksvoll die anschließende Planwagenfahrt über den Skulpturenpfad. Und es sind nicht die einfachen Themen, die mit den neuen Werken dargestellt sind.

Ob „Die Welt steht Kopf“ (2017), wo Schüler Kunstwerke erschufen, die sich zu Vermüllung der Meere, der Rücksichtslosigkeit oder den Gefahren der Medien positionieren, „Steine der Weisen“ , die riesige Stahlskulptur, die zum weltverändernden Künstler einlädt, oder das „Friedenszeichen“ (2018), das an das Attentat 2015 in Paris erinnert mit einer Synthese aus Eiffelturm und dem Zeichen für „Peace“.

Besucherin Brigitte Cording: „Ich bin total überwältigt, was wir zu Gesicht bekamen.“ Wer den Pfad entlang radelt, sollte die Karte dabeihaben und die erläuternden kurzen Texte oder Tafeln an den Werken unbedingt lesen, es lohnt sich sehr.

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