Seniorenbeirat fordert öffentliche Toiletten mit durchgehenden Öffnungszeiten

„Situation ist nicht akzeptabel“

Als inakzeptabel bezeichnet der Seniorenbeirat das Angebot an öffentlichen, behindertengerechten Toiletten in Diepholz, im Bild die öffentliche Toilette am Rathaus. - Foto: Reckmann

Diepholz - „Diese Situation ist für eine Kreisstadt mit über 16.000 Einwohnern nicht akzeptabel.“ Das sagt der Diepholzer Senioren- und Behindertenbeirat zum Thema „öffentliche Toiletten in der Diepholzer Innenstadt“. Das Gremium hatte moniert, dass es im ganzen Bereich der Stadt Diepholz keine öffentliche Toilette gibt, die durchgehend geöffnet ist, und daher die Einrichtung einer solchen beantragt.

Das Thema war nun Thema im städtischen Ausschuss für Familie, Sport und Kultur. Ingrid Riehn erklärte seitens des Beirats, es sei wünschenswert, eine weitere Toilette im Stadtgebiet zu haben, die vor allem behindertengerecht ausgestaltet sein müsste. Sie verwies drauf, das die öffentliche Toilette nur über Stufen erreichbar sei. „Mit Stützen oder Rollator wird’s da schwer.“ Die Toiletten am Rathaus sind montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr und am Wochenende von 8 bis 18 Uhr geöffnet. „Danach ist nichts mehr“, so Riehn. Rollstuhlfahrer werden zu den Rathaus-Öffnungszeiten verwiesen, sich dort zu melden. Riehn brachte den Standort Altes Rathaus für eine neue öffentliche Toilette ins Spiel.

„Das Thema beschäftigt uns schon seit Jahrzehnten“, meinte Herbert Heidemann (SPD) , als die Debatte eröffnet war. er stellte fest, das behindertengerechte Toiletten im Stadtgebiet „rar gesät“ seien. Er schlug vor, im Zuge von geplanten Neubauten am Lappenberger Rott oder an der Langen Straße das Thema mit einzubeziehen. Aber eine kurzfristige Lösung wäre das nicht.

Andreas Strümpler berichtete für die Verwaltung, dass Pastor Lutz Korn seitens der St. Nicolai-Gemeinde eine Alternative ins Gespräch gebracht habe. Hier, am Gemeindehaus, steht bereits jetzt eine öffentliche Toilette im Bedarfsfall zur Verfügung, die mit einem speziellen Schlüssel geöffnet werden kann. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung einstimmig, Gespräche mit der Kirchengemeinde zu führen, ob man die Nutzung ausweiten könnte.

Wilhelm Reckmann (FDP) bat gleichwohl, darüber nachzudenken, ob die Toilette wirklich die ganze Nacht geöffnet sein müsse mit Blick auf möglichen Vandalismus und die Überwachung. „22 Uhr müsste doch eigentlich ausreichen“.

Ebenfalls Einstimmigkeit herrschte im Auschuss beim Thema „Wohnen im Alter“. Die SPD hatte beantragt, dass die Stadt Diepholz erarbeiten möge, wie sich der Bedarf an Alten- und Altenpflegeeinrichtungen darstellt.

Zur Begründung schrieb die SPD: „Der demografische Wandel führt auch in Diepholz dazu, dass Menschen nicht mehr in ihrem gewohnten Umfeld leben können, aber eine Alternative zum klassischen Altenheim suchen. Es soll erarbeitet werden, wie sich die Angebote der Stadt Diepholz weiterentwickeln können.“

Nach leichten Modifizierungen konnten sich alle Ausschussmitglieder hinter den SPD-Antrag stellen. Die Wichtigkeit des Themas wurde quer durch alle Reihen betont.

Auch die Schaffung alters- und pflegegerechter Wohnungen und Wohngemeinschaften in Diepholz soll als Alternative zum Leben im Altersheim untersucht werden. Die Altenhilfeplanung soll neu aufgelegt werden.

sr

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