Die 14 Sirenen sollen nicht umgerüstet werden

Das Heulen hat in Diepholz bald ein Ende

Die Sirene auf dem Dach der Diepholzer Mühlenkampschule. Auch diese Alarm-Einrichtung wird in Zukunft nicht mehr heulen.
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Die Sirene auf dem Dach der Diepholzer Mühlenkampschule. Auch diese Alarm-Einrichtung wird in Zukunft nicht mehr heulen.

Diepholz – Den an- und abschwellenden Heulton kennt wohl jeder: Sirenen alarmieren die Feuerwehr oder warnen die Bevölkerung im Katastrophenfall. Im digitalen Zeitalter werden sie zumindest für die Alarmierung in Diepholz nicht mehr gebraucht. So werden die 14 Sirenen, die auf Diepholzer Dächern installiert sind, bald verschwinden oder zumindest nicht mehr heulen.

Voraussichtlich am Jahresende werden sie abgeschaltet. Dann endet der Digital-Probebetrieb für die Feuerwehr, deren aktive Mitglieder derzeit neben dem neuen digitalen Funkmeldempfängern noch zur Sicherheit die alten, analogen Empfänger haben. Zu größeren Einsätzen wird die Feuerwehr während dieses Digital-Probebetriebes noch per Sirene alarmiert.

Die Diepholzer Sirenen stammen aus den 1960er Jahren und sind zum Teil defekt. Mit der Umstellung der Alarmierung von analog auf digital sind diese Einrichtungen zur akustischen Alarmierung nicht mehr nutzbar. „Eine Umrüstung ist nicht wirtschaftlich“, so die Stadtverwaltung. Die Mehrheit der Politiker im städtischen Ausschuss für Ordnung, Marktwesen, Straßen und Verkehr stimmte dem Vorschlag der Verwaltung zu, dass die Sirenen in der Stadt Diepholz nicht erneuert werden. Lediglich der Grünen-Ratsherr Veysi Savga war dagegen. Er wollte, dass vor der Entscheidung zunächst ein Fachmann für Katastrophenschutz eingeladen und gehört werde solle.

Sirenen

Sirenen sind eine Erfindung des französischen Ingenieurs und Physikers Charles Cagniard de Latour (1777–1859). Er benannte die Geräte nach den Fabelwesen der griechischen Mythologe: Die Sirenen lockten der Sage nach durch ihren betörenden Gesang vorbeifahrende Schiffer an, um sie zu töten.

Die Stadtverwaltung hatte laut Sitzungsvorlage im Vorfeld mit der Firma Helin gesprochen, einem von drei in Deutschland noch tätigen Sirenenherstellern. Diese Firma bietet grundsätzlich ein Gesamtkonzept von der Planung bis zur kompletten Montage mit allen Gewerken an.

Ohne in die Feinplanung einzusteigen, sei mit Kosten von etwa 10 000 Euro je Sirenenstandort zu rechnen, so die Verwaltung.

Der Erhalt von 14 Standorten sei nicht umsetzbar, da die Diepholzer Privatpersonen, die Sirenen auf ihren Dächern haben, diese zukünftig nicht mehr zur Verfügung stellen wollen.

Digitale Sirenen vorstellbar

Vorstellbar seien gegebenenfalls sechs bis acht Standorte von digital gesteuerten Sirenen möglichst ausschließlich auf städtischen Gebäuden. Dabei könne dann aber nicht mehr das gesamte Stadtgebiet erreicht werden, weil nicht einfach wirkungsstärkere Sirenen genutzt werden können, um die Reichweite zu erhöhen. Deren Schallpegel würde zu unzumutbaren Belästigungen in der Nähe führen.

„Aus Sicht der Feuerwehr besteht kein Bedarf an neuen Sirenen“, so Stadtbrandmeister Frank Schötz gegenüber unserer Zeitung.

Laut Stadtverwaltung hält auch die Katastrophenschutzbehörde Landkreis Diepholz Sirenen für nicht mehr erforderlich.

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