83-jährige Anneliese Reis: Nicht nur gute Erfahrungen

Seniorin schließt ihr Diepholzer Geschäft nach einem Jahr

Die 83-jährige Anneliese Reis nach Eröffnung ihres Geschäftes, das sie nun wieder geschlossen hat – mit nicht nur guten Erfahrungen.
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Die 83-jährige Anneliese Reis nach Eröffnung ihres Geschäftes, das sie nun wieder geschlossen hat – mit nicht nur guten Erfahrungen.

Diepholz – Mit 82 Jahren hatte Anneliese Reis ein Geschäft in Diepholz eröffnet – und damit bundesweit durch Medienberichte Bekanntheit erlangt. Jetzt – nach nur einem Jahr – hat sie ihren Laden am Rathausmarkt 6 in der Innenstadt wieder geschlossen. Grund war die Corona-Pandemie – aber nicht nur die.

Anneliese Reis hatte mit ihrem Geschäft kein Geld verdienen wollen. Die gelernte Köchin mit Meistertitel hatte in verschiedenen Berufen gearbeitet – auch im Ausland – und bezieht eine ordentliche Rente. „Plus minus null“ hätten ihr gereicht. Den Laden sah die äußerst rüstige Rentnerin vorwiegend als Beschäftigung im Ruhestand.

Doch insbesondere durch Corona-Einschränkungen und Lockdowns blieben die Einnahmen so gering, dass sie nun nicht mehr draufzahlen will. „In einem Jahr habe ich nur 2 500 Euro Umsatz gemacht“, bilanziert die 83-Jährige, die in Niederschlesien geboren wurde und als Vertriebene in Gronau/Westfalen aufwuchs. Nach verschiedenen Stationen kam sie vor gut sechs Jahren nach Diepholz. In ihrem Laden „Galerie“ in Sichtweite des Diepholzer Rathauses verkaufte sie Kleidung und andere Dinge, die sie selbst gehäkelt oder gestrickt und teilweise zugekauft hatte, sowie verschiedene Dekorations-Gegenstände. Ein sehr spezielles Angebot.

Nach Schließung ihres Geschäftes hat sie noch viel Ware übrig behalten. Das will sie nun in leer stehenden kleinen Ladenlokalen ausstellen und anbieten – vorzugsweise am Dümmer. Mit Diepholz hat die Seniorin nach ihren Erfahrungen abgeschlossen. Die meisten Kundinnen und Kunden seien ohnehin von außerhalb zu ihr gekommen. Ein Erlebnis ist Anneliese Reis noch in besonderer Erinnerung: „Da stand eine ältere Dame in der Tür und fragte mich, ob ich Diepholzerin sei. Als ich das verneinte, ist sie nicht reingekommen und wieder gegangen.“ Der Laden habe ihr anfangs viel Freude gemacht, sagt die 83-Jährige, die weiterhin mitten im Leben steht. Aber angesichts der Zahlen meint sie auch: „Man muss realistisch bleiben.“

Nach unbestätigten Informationen soll der Inhaber des arabischen Geschäftes nebenan Interesse haben, seinen Betrieb um das von Anneliese Reis wieder leer geräumte Ladenlokal zu erweitern.

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