Thema beim dreitägigen Konvent des Kirchenkreises Diepholz

Seelsorge: Ein Feld mit vielen Facetten

Was hilft Seelsorgern bei der Arbeit, wenn sie mit ihrem Handwerkszeug an Grenzen stoßen? Der Konvent des Kirchenkreises Grafschaft Diepholz beschäftigte sich in einer dreitägigen Tagung in der Evangelischen Heimvolkshochschule Loccum mit diesem Thema. Der Pastoralpsychologe Matthias Wille aus Osnabrück (vorne rechts im Bild) begleitete die Pastorinnen und Pastoren dabei. - Foto: Miriam Unger

Diepholz/Sulingen - Seelsorge ist ein Feld mit vielen Facetten. Darum machte der Konvent des Kirchenkreises Diepholz das Thema drei Tage lang zum Mittelpunkt seiner diesjährigen Tagung in der Evangelischen Heimvolkshochschule Loccum.

Superintendent Klaus Priesmeier hatte interne und externe Referenten eingeladen, um mit den Pastorinnen und Pastoren sowie den Mitarbeitern aus dem diakonischen Bereich Erfahrungen auszutauschen, verschiedene Modelle von Seelsorge kennenzulernen und einen Blick auf neue Entwicklungen und Angebote zu werfen. So stellten beispielsweise aus der Region die Pastoren Jörg Schafmeyer (Sulingen) und Eckhart Schätzel (Lemförde) ihr Angebot einer offenen, wöchentlichen Sprechstunde in ihren Kirchen vor. Krankenhaus-Seelsorgerin Gesa Junglas berichtete von ihrer Arbeit und stellte eine Konzeption mit dem Titel „Ressourcenorientierte Seelsorge“ vor. Superintendent Klaus Priesmeier widmete sich den biblischen Inhalten in der Seelsorge.

In Workshops wurden Fallbeispiele und Fragestellungen bearbeitet, vor denen die Seelsorger im Kirchenkreis Diepholz regelmäßig stehen.

Matthias Wille – als Pastoralpsychologe zuständig für den Sprengel Osnabrück, zu dem auch der Kirchenkreis Diepholz gehört – begleitete die Tagung und arbeitete drei Tage lang mit den Teilnehmern.

„Als Gemeindepastor habe ich in der Seelsorge Grenzerfahrungen gemacht, bei denen ich merkte, dass mehr psychologische Kenntnisse wirklich hilfreich wären. Es gibt immer mal wieder Fälle, bei denen man mit einer normalen Seelsorger-Ausbildung nicht weiterkommt. Zum Beispielsweise, wenn Menschen traumatisiert sind oder sehr spezielle Probleme haben. Solche Fälle haben mich immer interessiert. Und als dann auch noch andere Kollegen Menschen zu mir geschickt haben, bei denen sie nicht weiter wussten, habe ich entschieden, dass ich nicht nur Theologie und Seelsorge betreiben, sondern auch die Wissenschaften wahrnehmen möchte, um mit diesen Menschen richtig in den Dialog treten zu können“, erklärt Matthias Wille, warum er Pastoralpsychologeworden ist. Der 58-Jährige ist für kirchlich Hauptamtliche im Sprengel Osnabrück zuständig. Zu diesem Sprengel gehören fünf Kirchenkreise: Grafschaft Diepholz, Syke-Hoya, Osnabrück, Bramsche und Melle-Georgsmarienhütte mit insgesamt 114 Gemeinden. Kontaktieren können den 58-Jährigen alle kirchlichen Hauptamtlichen. Das sind in erster Linie Pastoren und Diakone, aber auch kirchliche Sozialarbeiter und Leitungen evangelischer Kindertagesstätten.

Die Themen sind unterschiedlich. Bei Pastoren geht es häufig um Reflektion der eigenen Arbeit. Wie finde ich meine Rolle zwischen den Anforderungen meines beruflichen Alltags und meinem Anspruch, dabei auch noch ein guter Seelsorger zu sein – das ist ein typisches Thema für eine Supervision. Oder dass jemand Hilfe sucht, weil er sich mit einem bestimmten Fall oder Problem in seiner Gemeinde überfordert fühlt. - mu

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