20. Oldtimer-Treffen auf und am Gelände des Heimatmuseums in Aschen

Mit Sechsfach-Lackierung im klassischen Blutrot

Horst Beimbrink aus Wagenfeld präsentierte in Aschen sein Karmann Ghia-Cabrio – ein Gedicht auf vier Rädern! - Foto: Dufner

Aschen - Von Reinhold Dufner. Am Wochenende war Aschen so etwas wie „der Nabel der Welt“. Jedenfalls für Freunde alter Fahrzeuge. Beim 20. Oldtimer-Treffen auf und am Gelände des Heimatmuseums präsentierten sich von Freitag bis Sonntag insgesamt mehr als 1.000 historische Pkw, Motorräder, Lastkraftwagen, Nutzfahrzeuge und andere originelle Gefährte, die noch nicht zum alten Eisen gehören wollen.

„Super gelaufen!“ freute sich am Sonntagnachmittag, als die Veranstaltung in die Zielgerade einbog, der Vorsitzende der „Oldieschrauber“ Diepholz/Vechta, Hermann Hüntemann. Er schätzt die Zahl der Besucher auf etwa 8.000.

Während der Freitag recht ruhig verlief, war, so Hüntemann, der Sonnabend „spitzenmäßig“. Der Sonntag habe dann alle Rekorde gebrochen. Auch das Wetter spielte mit. „Petrus hat ein Einsehen mit uns und lässt die Sonne scheinen,“ war sich Hermann Hüntemann am Sonnabend ganz sicher. Er sollte weitgehend Recht behalten.

Veranstalter, Teilnehmer und Besucher waren mit TV-Urgestein Hänschen Rosenthal ( „Dalli Dalli“ ) einer Meinung: „Das war Spitze!“ So sah das auch Ortsvorsteher Wilhelm Paradiek: „Tolle Außendarstellung für unseren Ort!“

„Das wird von Jahr zu Jahr größer,“ freute sich der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Aschen, Willi Sillmann, über die Resonanz dieses Treffens. Bei seinem Bummel über das große Gelände war er auf eine echte Rarität gestoßen.

Es war ein echtes Unikat. Einzigartig auf der Welt. Der ganze Stolz von Uwe Schlechtweg aus Oppenwehe: Ein Trecker-Dino „Marke Eigenbau“. Fahrgestell von 1937. Deutz Verdampfer von 1947. Chassis von Willys Geländewagen. Zehn Pferdestärken unter der Haube. Ein zusammengeflicktes Etwas. Letztes Jahr sei ihm dieses Fahrzeug fahrtüchtig angeboten worden. „Da habe ich sofort zugeschlagen,“ berichtete Schlechtweg. „Trecker sind meine Leidenschaft,“ wurde der Oppenweher ein wenig sentimental. Er beklagte nämlich das Desinteresse gerade der Jugend an historischen Fahrzeugen. „Die alte Technik darf nicht untergehen, nicht in Vergessenheit geraten.“ Der gebürtige Mackenstedter frönt noch einem zweiten Hobby: der Angelei im Sportfischereiverein Barver.

Oldtimer-Treffen in Aschen

Ein Heimspiel hatte auch Horst Beimbrink. Der Wagenfelder päsentierte ein wie aus dem Ei gepelltes Karman-Ghia-Cabrio, Typ 14, Baujahr 1972, von dem gerade einmal 60 000 Exemplare in Osnabrück vom Band liefen. „Es war ein Zufallsfund,“ verriet der Oldtimer-Fan, der das damals vor allem bei Frauen so beliebte, sportlich-elegante Auto mit erheblichem finanziellen Aufwand ganz neu aufbaute. Dazu gehörte auch eine Sechsfach-Lackierung im klassischen Blutrot. „Kommt bei Regen eigentlich nicht raus,“ ließ Beimbrink durchblicken, als es zu nieseln begann.

Oldtimer-Treffen in Aschen - der Sonntag

Beim Fachsimpeln mit Rainer Günther, Richard Wetenkamp und Gerhard Wilhelm blieb eine Frage in Sachen Karmann unbeantwortet: Wie kam der Fahrer in der engen Kiste eigentlich klar, wenn er einem Mädchen auf dem Beifahrersitz etwas näher kommen wollte? „Da hatte jeder seinen Trick. Gelenkig musste man aber schon sein.“

Das Stampfen, Dröhnen, Quietschen, Rattern und Stoßen kam vom Acker auf der gegenüberliegenden Seite. Hier befand sich die erheblich erweiterte „Sandkiste“, in der sich Bagger, Trecker sowie Planierraupen so richtig auslassen konnten. „Gigantisch,“ war Hermann Hüntemann ob dieser lärmenden Maschinen-Streitmacht schon fast sprachlos.

Durch die Teilnahme von Oldtimern aus den Benelux-Ländern hatte dieses Treffen internationalen Charakter.

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