Nach Fällen in Tschechien und Rumänien 

Schweinepest: Diepholzer Landrat mahnt Betriebe zu besonderer Vorsicht

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Das Risiko, dass die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland kommt, wir als hoch bewertet. 

Landkreis Diepholz - Das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Tschechien und aktuell in zwei Hausschweinebeständen in Rumänien nahe der ungarischen Grenze wird auch im Landkreis Diepholz mit Sorge betrachtet.

Die betroffene Region rund um die Stadt Zlin in Tschechien befindet sich lediglich 300 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Deswegen habe das Friedrich–Löffler–Institut das Risiko für das Auftreten der ASP in Deutschland neu bewertet. Die Experten kommen zu dem Ergebnis, dass die Gefahr für den Eintrag der ASP durch illegalen Transport und Entsorgung von kontaminiertem Material (etwa Speisereste) jetzt als hoch einzuschätzen ist, heißt es in einer Mitteilung der Diepholzer Kreisverwaltung.

Auch das Risiko der Einfuhr kontaminierten Schweinefleischs oder daraus hergestellter Erzeugnisse nach Deutschland wird als hoch bewertet. Diese Ware könnte etwa durch Fahrzeuge oder Personen zum Beispiel als Mitbringsel aus dem Urlaub transportiert werden. Besonders jetzt zur Hauptreisezeit und entlang der großen Fernstraßen wie etwa der A2 besteht dafür eine stark erhöhte Gefährdungslage.

Appell an Schweinehalter 

Landrat Cord Bockhop mahnt daher zu besonderer Vorsicht und appelliert insbesondere an die kreisweit registrierten rund 1.100 Schweinehalter mit ihren 800.000 Tieren, die in der Schweinehaltungshygieneverordnung aufgeführten Schutzmaßnahmen zur Verhinderung des Eintrags der ASP in Schweinebestände konsequent einzuhalten.

Danach sollten folgende Maßnahmen besonders beachtet werden: 

• Stallungen sind vor dem Zutritt fremder Personen zu schützen; Personen- und Fahrzeugverkehr sind weitestgehend vom Betrieb fernzuhalten. 

• Konsequente Trennung (auch räumlich) von Straßen- und Stallkleidung; dies gilt insbesondere auch dann, wenn der Schweinehalter gleichzeitig Jäger ist! 

• Direkten Kontakt von Haustieren (Hunden und Katzen) zum Bestand verhindern. 

• Desinfektionswannen an allen Stallzugängen - vor Regen geschützt - aufstellen und Desinfektionsmittel regelmäßig erneuern. 

• Schadnagerbekämpfung kontrollieren und ggf. intensivieren.

„Des Weiteren weise ich unsere Betriebe auf ihre Untersuchungspflicht beim Auftreten von vermehrten Todesfällen bei den von ihnen gehaltenen Schweinen hin und bitte darum, den bestandsbetreuenden Tierarzt bei unklaren Krankheitsanzeichen sofort hinzuzuziehen“, so der Landrat.

Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Selbst der Verzehr von Fleisch von infizierten Schweinen birgt nach derzeitigen Erkenntnissen der Kreisverwaltung kein gesundheitliches Risiko.

Kreisjägermeister befürchtet Ausbreitung von Krankheiten

Bereits Anfang Juli hat der Diepholzer Kreisjägermeister Cord-Hinrich Hespe im Gespräch mit der Kreiszeitung auf die wachsende Wildschwein-Population und die damit einhergehenden Gefahren aufmerksam gemacht. Denn wenn die Wildschweine Krankheiten übertragen, werde es gefährlich. Darunter fallen auch die Afrikanische und die klassische Schweinepest sowie der Aujeszky-Virus (Pseudowut). Die ersten beiden töten Hausschweine, während letzterer auch für Hunde und Katzen den Tod bringen kann.

„Die Population steigt rasant an“, erläutert Kreisjägermeister Cord-Hinrich Hespe und zeigt zum Beweis die Zahlen für das Jahr 2016/17. „628 Wildschweine wurden im Landkreis geschossen. Das sind über 100 mehr als im vergangenen Jahr.“

Für den Landwirt Hespe  ist die Schweinepest, wenn sie auf eines seiner Tiere übergangen ist, eine Katastrophe. Zum einen sterben die Tiere an der Krankheit und zum anderen darf er danach keines aus seinem Bestand mehr verkaufen. 

jom

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