Kreisweites Netzwerk gegründet

Schulen legen Fokus auf Robotik

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Den Startschuss für das Robotik-Netzwerk gaben Wiebke Vogelsang (v.l.), Kathrin Kühn, Henning Brandt und Dr. Heike Pabst.

Landkreis Diepholz - Die KGS Stuhr-Brinkum, die KGS Leeste-Weyhe und die Bassumer Lukas-Schule haben bei einem Treffen in der Wissenswerkstatt Diepholz ein Robotik-Netzwerk gegründet. Sie wollen in Zukunft Wissen teilen, um Jugendliche an das Programmieren von Robotern heranzuführen.

Dabei handele es sich keineswegs um einen exklusiven Zirkel, sagte Dr. Heike Pabst, Leiterin der Wissenswerkstatt. Vielmehr hoffen alle Beteiligten, dass sich weitere Schulen aus dem Kreisgebiet anschließen.

Zwar habe es in den 90er-Jahren einen Informatikboom an Oberstufen gegeben, von diesen ist laut Pressemitteilung aber kaum noch etwas zu bemerken. In Anbetracht der Digitalisierung und des Fachkräftemangels müsse dieser Trend umgekehrt werden.

Anschaulicher als Mathematik

Die KGS Stuhr-Brinkum setzt Roboter im Informatikunterricht und in der Projektarbeit ein, berichtete Henning Brandt bei dem Treffen. Wiebke Vogelsang (KGS Leeste-Weyhe) informierte darüber, dass es an ihrer Schule eine Roboter-AG gebe. Problematisch sieht sie, dass die Zahl der Lehrenden mit Informatikkenntnissen kontinuierlich sinke. Auch die Lukas-Schule hat sich nach einer Projektwoche dazu entschieden, eine AG einzurichten.´Alle Pädagogen waren sich einig, dass vor allem Mädchen stärker für das Thema gewonnen werden sollen.

Auch wenn Jürgen Düker, Fachbereichsleiter Naturwissenschaften des Gymnasiums Sulingen, bisher nicht beteiligt ist, äußert er sich der Thematik gegenüber begeistert. Robotik sei anschaulicher als einfache Mathematik. „Die Schüler sehen sofort, wenn sie etwas falsch gemacht haben, wenn etwa der Roboter nach links statt nach rechts fährt.“ Auch was den Fokus auf speziellen Umgang mit Mädchen angeht, äußert er sich bestärkend. Es möge altertümlich klingen, doch Mädchen würden an Aufgaben anders rangehen als Jungen. Sie denken erst nach und probieren dann aus.

Diese Ansicht teilt sein Kollege Fritz Hasselhorn. Er richtete in Zusammenarbeit mit weiteren Lehrkräften 2008 die Mädchenförderung in Sulingen ein. Bedeutet konkret, dass Mädchen im Grundkurs Informatik seitdem die Möglichkeit haben, separat unterrichtet zu werden. „Oft haben die Jungen Vorwissen. Die drängeln sich dann an den Computern vor, die Mädchen sitzen in der zweiten Reihe und geben schlussendlich auf“, beschreibt Hasselhorn. Dagegen wollte er vorgehen. Das Projekt scheint gut anzukommen, die Schülerinnen lernen schneller, belegen auch den Leistungskurs und sind im Schnitt erfolgreicher als die Jungs. Denen fehle es an Genauigkeit, den Mädchen an Selbstvertrauen. Auch Hasselhorn war beim Teffen der Wissenswerkstatt nicht dabei, doch was nicht ist, kann noch werden.

Zum nächsten Lehrertreffen sollen weitere Schulen angesprochen werden. Schulen haben auch die Möglichkeit, auf die Wissenswerkstatt zuzugehen. Weitere Infos können bei Heike Pabst angefragt werden.  J sil/ml

heike.pabst@wiwe-nw.de

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